Zillertal, Juni - Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 22/3

Zillertal, Juni – Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 22/3

Bis zum Abend des 11. September gelang es anhand der angeführten Massnahmen den humanoiden Fund entsprechend den arteologischen Parametern unversehrt zu bergen und im Bergungscontainer entsprechend zwischenzulagern. Bei diesem Fund handelt es sich um eine bestens erhaltene Mumie eines Kleinkindes, dessen Torso in linnene Hüllen mehrschichtig eingebettet ist, während der Kopf und die Extremitäten ungeschützt, lediglich eingebettet in feinkörnigen Basaltsand, in diesem mineralischen Bett ruhten. Die Freilegung dieses mumifizierten Kleinkindes erfolgte in einem reibungslos ineinander greifendem Bergungsablauf: Als erstes wurde der gesamte Corpus schichtweise durch Abtragung des Basaltsandes so weit freigelegt, dass lediglich noch die Rückenpartie im Sandbett ruhte. Sodann wurde das Gelände vor diesem humanoiden Fund auf eine Tiefe von 30 cm abgetragen um über diese ausgearbeitete und seitwärts mit sterilen Plexiglasplatten abgepölzte Stufe, unterhalb der Liegefläche ein emailiertes Blech waagrecht einzubringen, mit Hilfe dessen sodann der gesamte Corpus, ohne einer weiteren mechanischen Belastung, angehoben und in den Bergungscontainer vebracht werden konnte.

mag. peter stolz, zillertal 2012, dr. arkadasch, arteologieNoch vor dem Abtransport ins Hauptlager bei Imming unterspritzte Mag. Peter Stolz den gesamten Corpus des mumifizierten Kleinkindes mit einem hydrophoben Festigungskleber aus angereicherten Polymeren, der mit seiner Kurzzeitaushärtung gleichzeitig eine durchgehende Trennschicht zu allen organischen Materialien des humanoiden Fundes ausbildete. Somit war gewährleistet, dass sowohl für den Transport, als auch für die spätere Lagerung, die ursprüngliche Fundhaltung des mumifizierten Kleinkindes bis ins letzte Detail erhalten blieb, und somit Transportbeschädigungen und Materialbrüche so weit als nur möglich ausgeschlossen werden konnten.

humanoider fund, zillertal 2012, dr. arkadasch, arteologieBereits die ersten Analysen, die noch während der Nachtstunden zum 12. September bis zum Morgengrauen durchgeführt wurden, bestätigten mit hoher Wahrscheinlichkeit die zeitliche Zugehörigkeit dieses humanoiden Fundes innerhalb der Gesamtchronologie dieser arteologischen Ausgrabung und widerspiegeln die Fertigkeiten und assimilativen Übernahmen von kultischen Gebräuchen im Raum Nordtirol, die auch hier in aller Deutlichkeit die transitalen Beeinflussungen von Kulturbereichen belegen, die sowohl entwicklungsgeschichtlich als auch intellektuell die Notwendigkeit eines Austausches von spezifischen Fähigkeiten implizieren, ohne die eine dauerhafte soziokulturelle Genese der eingeborenen Bevölkerung niemals hätte stattfinden können.

Zudem stellt dieser humanoide Fund einen ersten komplett erhaltenen Körper dar, während alle bisherigen humanoiden Funde in Nordtirol lediglich aus posthum abgetrennten Unterarmen, Händen und Fingern bestanden.

Stellt schon die Mumifizierung eines Kleinkindes per se eine bemerkenswerte Tatsache dar, so fällt bei der optischen Sichtung als erstes auf, dass es sich bei diesem Kleinkind um ein sehr dunkelhäutiges Kind gehandelt haben muss; gleichwohl weisen weder die Gesichtszüge, noch die Physiognomie als solche typische afrikanische Charakteristika auf. Vielmehr erscheint hier ein transitaler biologischer Austausch zugrunde zu liegen, wie er etwa auch heute noch in Ansätzen bei originären Bevölkerungsteilen in den abgelegendsten Teilen des Zillertales gentechnisch nachweisbar ist. Die relative Dunkelhäutigkeit von alteingesessenen Kleingruppen resultiert nur bedingt aus dem alpinen Klima, vielmehr bilden hier transital verbreitete genetische Strukturen jene dermatologische Struktur, die rein optisch den originären Zillertaler in den maghrebinisch-palästinischen Raum einordnen lässt. Bis ins beginnende 20. Jahrhundert war das Zillertal lediglich ein Durchzugsgebiet von fahrenden Händlern und/oder wandernden Gruppen unterschiedlicher Stammesherkunft. Die jeweilige Bevölkerung vor Ort war einerseits wirtschaftlich auf diese merkantilen Möglichkeiten lebensnotwendig angewiesen und konnte es sich infolge ihrer beschränkten wirtschaftlichen und auch militärischen Ressourcen nicht erlauben, durchziehenden Gruppen ihre lokalen spezifischen Bedingungen über Gebühr zu oktroyieren. Die daraus resultierende Symbiose aus vordergründiger Gastlichkeit und Hilfsbereitschaft zeigt sich noch heute in einer servilen Unterwürfigkeit, die als Ausdruck einer jahrhundertelangen Überlebensstrategie zu werten ist.

In diesem Konex sind auch zur Gänze die Bewirtschaftungen und Sicherungen der infrastrukturellen Hotspots zu betrachten, sowohl vom rein administrativen Unterbau aus, als auch von der leitenden und begleitenden kultischen Führung.