{"id":1013,"date":"2015-04-22T20:55:02","date_gmt":"2015-04-22T18:55:02","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1013"},"modified":"2015-04-22T20:55:02","modified_gmt":"2015-04-22T18:55:02","slug":"kitzbuhel-juli-oktober-2003-ausgrabungsprotokoll-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1013","title":{"rendered":"Kitzb\u00fchel, Juli &#8211; Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 2"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die von offizieller Seite der nordtiroler politischen Eliten gew\u00e4hlte Vorgangsweise steht mit diesen vorab beschriebenen Beobachtungen in vielleicht unbewusstem, aber dennoch direktem Zusammenhang. Es ist typisch f\u00fcr meinungspartizipative Gemeinschaften die eigene genuine Entwicklung durch eine m\u00f6glichst breitgef\u00e4cherte Teilnahme an den jeweiligen Meinungsbildungsprozessen im entsprechend positiven Bild zu wahren und kritische Reflektionen \u2013 sofern sie nicht von Haus aus abgelehnt und\/oder unterbunden werden \u2013 \u00fcber administrative Mechanismen so weit als m\u00f6glich mitzubestimmen und \/oder formal zu beeinflussen. Dies geschieht in der Praxis meist durch die Einberufung von Aussch\u00fcssen, deren von der jeweiligen Administration oder poltischen Herrschaftsschicht ernannten Mitglieder teilweise weder qualitativen noch thematischen Anforderungen entsprechen, jedoch auf Grund ihrer gesellschaftlichen Position eine relevante Gewichtung im Sinne einer entsprechenden ver\u00f6ffentlichbaren Meinung vertreten. Noch deutlicher als im sogenannten wirtschaftlichen Bereich (sh. \u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Die Bestellung von Aufsichtsratsmitgliedern und\/oder Vorstandsmitgliedern bei Kapitalgesellschaften im deutschsprachigen Raum im Hinblick auf ihre \u00f6konomische und wirtschaftsstrategische Relevanz\u201c von Angela Botsstegl, Uni Innsbruck, 1989<\/i>) wird diese Vorgangsweise im kulturellen und soziobehaviouristischen Umfeld. Als Beispiel sei hier die typische, landes\u00fcbliche Sitte erw\u00e4hnt f\u00fcr Tanzveranstaltungen, welche \u00fcber dem Niveau einer privaten Feier liegen, eine \u2013 meist m\u00e4nnliche \u2013 Person aus dem Dunstkreis der Macht, Politik oder Wirtschaft zu finden, welche sich mit ihrem Namen bereits am Ank\u00fcndigungsplakat der Veranstaltung f\u00fcr den \u201eSchutz der Ehre\u201c dieser Veranstaltung verb\u00fcrgt. Der Nutzen daraus erscheint ein beiderseitiger zu sein: zum einen wird dadurch die jeweilige Veranstaltung offensichtlich im Bewusstsein der Teilnehmer aufgewertet und andererseits gereicht auch demjenigen, der f\u00fcr diese Ehre verb\u00fcrgt, diese seine Bereitschaft zu gr\u00f6sserer Anerkennung und Akzeptanz. Interessant ist dabei die von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Gudrun Soyee<\/i> in ihrer \u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Untersuchungen zu traditionellen Verhaltensformen<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>bei alpenl\u00e4ndisch, gesellschaftlichen Unterhaltungsveranstaltungen (Edition Grauvieh, Luzern, 1995)\u201c<\/i> festgestellte Tendenz, dass umgekehrt jedoch weder Alkoholexzesse noch gewaltt\u00e4tige Ausschreitungen, soferne sie bei derartigen Veranstaltungen auftreten, das Image der f\u00fcr die \u201eEhre\u201c einstehenden Pers\u00f6nlichkeit tats\u00e4chlich zu sch\u00e4digen verm\u00f6gen. Es geht dabei, laut <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Soyee<\/i> vielmehr um eine \u00fcbergeordnete Herrschaftsstruktur, die unter anderem dazu dient, das Kult- und Traditionsverhalten im Gesamtrahmen des jeweiligen gesellschaftlichen Grundkonsenses nachhaltig zu bewahren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/vertrag.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1014\" alt=\"vertrag, kitzbuehel, 2003, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/vertrag-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Vor diesem Hintergrund ist auch die offizielle Vertragsgestaltung zur arteologischen Expedition im gemeindegebiet von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Kitzb\u00fchel<\/i> zu verstehen, da sich dieser Ort mittlerweile zu einer der angesagtesten Destinationen f\u00fcr Wintersport in Europa entwickelt hat. Es stehen somit nicht nur genuine Fragen der eigenen lokalen Entwicklung im Vordergrund, sondern in einem viel umfassenderen Ausmass die jeweilig m\u00f6glichen Auswirkungen auf das gegenw\u00e4rtige Image dieses Ortes. Dass dabei starke wirtschaftliche Interessen unausgesprochen involviert sind, ergibt sich aus der gesamt\u00f6konomischen Relevanz, welche der Tourismus insgesamt f\u00fcr diesen ehemals armen Landstrich in den Alpen beinhaltet.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die detaillierte Verschriftlichung der Expeditionsagende und deren rechtlicher Guss in ein offizielles Vertragswerk, sichert somit neben den wissenschaftlichen Interessen der arteologischen Forschung auch eine Mitsprache und Mitgestaltung der politisch-administrativen F\u00fchrung vor Ort in Fragen der popul\u00e4rwissenschaftlichen Auswertung und Ver\u00f6ffentlichung von Fundrelevanten Ergebnissen. Es ist dem Engagement und Eunsatz von <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Mag. Peter Stolz<\/i>, dem Polyglaciologen dieser Expeditionen, dem Expeditionsarzt <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Dr. Armin Lengauer<\/i> und dem Fotografenmeister <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Herwig Angerer<\/i> zu verdanken, dass sie als Einheimische es geschaftt haben, dennoch das Primat der Arteologischen Wissenschaft in diesem Vertragswerk deutlich zu manifestieren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dieser Exkurs in die logistischen Vorbereitungen dieser Expedition vermittelt einmal mehr in aller Deutlichkeit wie wichtig und grundlegend sich eine umfassende Vorbereitung und Besch\u00e4ftigung mit den jeweils herrschenden Sitten und Gebr\u00e4uchen f\u00fcr eine gedeihliche Arbeit vor Ort herausstellt, ohne die es h\u00e4ufig zu vermeidbaren Missverst\u00e4ndnissen oder gar Behinderungen und gesellschaftlicher Ablehnung der arteologischen Arbeit kommen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die von offizieller Seite der nordtiroler politischen Eliten gew\u00e4hlte Vorgangsweise steht mit diesen vorab beschriebenen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1013"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1013"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1013\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1015,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1013\/revisions\/1015"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}