{"id":1021,"date":"2015-04-29T22:15:29","date_gmt":"2015-04-29T20:15:29","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1021"},"modified":"2015-04-29T22:15:29","modified_gmt":"2015-04-29T20:15:29","slug":"kitzbuhel-juli-oktober-2003-ausgrabungsprotokoll-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1021","title":{"rendered":"Kitzb\u00fchel, Juli &#8211; Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 4"},"content":{"rendered":"<p>Die Kleinstadt <em>Kitzb\u00fchel <\/em>liegt in den <em>Kitzb\u00fcheler<\/em> <em>Alpen<\/em>. Diese Gebirgsgruppe geh\u00f6rt zu den <em>Ostalpen<\/em> und ist Teil der westlichen Schieferzone, der sogenannten <em>Grauwackenzone<\/em>.<\/p>\n<p>Die <em>Grauwackenzone<\/em> liegt zwischen den <em>Zentralalpen<\/em> und den <em>N\u00f6rdlichen<\/em> <em>Kalkalpen<\/em>. Sie besteht aus \u00fcberwiegend dunklen Gesteinen und wurde einer zweifachen Faltung unterworfen: das erste Mal bei der <em>variszischen Gebirgsbildung<\/em> und das zweite Mal bei der Alpenentstehung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/grauwackenzone.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1022\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/grauwackenzone-150x150.jpg\" alt=\"grauwackenzone, geologische karte, kitzbuehel, 2003, arteologie, dr. arkadasch\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Laut <em>Eduard Suess<\/em> (1888) ist diese Phase (die <em>variszische, variscische<\/em> oder <em>variskische Orogenese<\/em>) der Gebirgsbildung (<em>Orogenese<\/em>) im mittleren <em>Pal\u00e4ozoikum<\/em> (Erdaltertum) anzusiedeln und wurde durch die Kollision von <em>Gondwana<\/em> und <em>Laurussia<\/em> und mehrerer von <em>Gondwana<\/em> abstammender Mikroplatten (<em>Terranes<\/em>) verursacht. Mit dieser Kollision ging vermutlich die Subduktion ganzer Ozeanbecken einher.<\/p>\n<p>Im heutigen <em>Tirol<\/em> zieht sich die <em>Grauwackenzone<\/em> als schmaler Streifen pal\u00e4ozoischer Gesteine vom <em>Arlberg<\/em> durch das <em>Obere Inntal<\/em> und verbreitert sich dann im Bereich der <em>Tuxer<\/em>&#8211; , <em>Kitzb\u00fcheler Alpen<\/em> und der <em>Salzburger Schieferalpen<\/em>, reicht dann bis an den <em>Dachsteingebirgsstock<\/em> und l\u00e4uft im <em>Ennstal<\/em> (\u00f6stlich an <em>Tirol<\/em> angrenzende Bundesl\u00e4nder der Republik <em>\u00d6sterreich<\/em>) auf eine geringe Breite zusammen und l\u00e4uft dann, sich wieder verbreiternd durch das <em>M\u00fcrztal<\/em>, den <em>Semmering<\/em> bis zu seinen Ausl\u00e4ufern im <em>Wiener Becken<\/em>.<\/p>\n<p>Vorherrschend sind hier <em>Phyllite<\/em>, <em>Schiefer<\/em>, metamorphe <em>Vulkanite<\/em>, schwach metamorphe Kalksteine (Marmore) und <em>Quarzite<\/em> die gebirgsbildenden Materialien. Die namensgebende <em>Grauwacke<\/em> kommt gleichwohl nur untergeordnet vor.<\/p>\n<p>Die <em>Grauwackenzone<\/em> ist reich an diversen Bodensch\u00e4tzen wie Eisen, Kupfer, Magnesit, Graphit usw..<\/p>\n<p>Das \u00fcberwiegend weiche Formgestein bildet in seiner Gebirgsmorphologie vornehmlich rundliche, sanfte Kuppen mit sch\u00fctterer Bewaldung. Geologisch betrachtet hat sich die <em>Grauwackenzone<\/em> mit der Auffaltung der <em>Alpen<\/em> aus dem Meeresboden des Ur-Mittelmeeres <em>Tethys<\/em> gebildet. Die darauf abgelagerten kalkigen Gebirgsst\u00f6cke bilden in Form von Karstplateaus, W\u00e4nden oder St\u00f6cken die Kalkalpen.<\/p>\n<p>Die <em>Kitzb\u00fcheler Alpen<\/em> erstrecken sich in Ost-West-Richtung \u00fcber circa 80 km und weisen eine Breite zwischen 25 und 35 km auf. Im S\u00fcdwesten liegt als h\u00f6chster Gipfel das <em>Kreuzjoch<\/em> (2558 m. \u00fc. M.). Gegen Osten hin betr\u00e4gt die Gipfelh\u00f6he absenkend zwischen 2300 und 2000 m.<\/p>\n<p>Im Westteil der <em>Kitzb\u00fcheler Alpen<\/em> verlaufen die meisten T\u00e4ler in Nord-S\u00fcd-Richtung, w\u00e4hrend im Ostteil der T\u00e4lerverlauf von der Ost-West-Richtung gekennzeichnet ist. Die markante L\u00e4ngstalfurche des <em>Salzachtales<\/em> (Bundesland <em>Salzburg<\/em>, <em>\u00d6sterreich<\/em>) mit ihren deutlich ausgebildeten Landformen und Gesteinsgrenzen (mit Bergen \u00fcber 3000 m im Gebirgszug der <em>Hohen Tauern<\/em>) ist daf\u00fcr der alpingeologische Grund.<\/p>\n<p>Petrografisch weniger deutlich zeigt sich die Westgrenze der <em>Kitzb\u00fcheler Alpen<\/em>, da dort der \u00dcbergang zu den <em>Innsbrucker Quarzphylliten<\/em> flie\u00dfend ist. Im Nordwesten und Norden (<em>Inntal<\/em> bei <em>Schwaz<\/em>, <em>Brixental<\/em> und <em>Steinernes Meer<\/em>) bilden die Kalk-und Dolomitengesteine der kalkalpen einen augenscheinlichen Unterschied zu den eher weich gefalteten Schiefern der <em>Kitzb\u00fcheler Alpen<\/em>.<\/p>\n<p>Altersm\u00e4\u00dfig gliedern sich die <em>Kitzb\u00fcheler Alpen<\/em> in zwei Gruppen, deren \u00e4ltere vermutlich aus dem <em>Ordovizium<\/em> stammt. So weist etwa der tiefere Komplex der <em>Wildsch\u00f6nauer Schiefer<\/em> eine geringere Differenzierung ohne Fossilien, aber deutliche vulkanische Einlagerungen auf. Dar\u00fcber bilden schwach metamorphe Vulkanite aus <em>Quarzporphyren<\/em> und <em>Tuff<\/em> eine bis zu 600 m m\u00e4chtige Schichtung (vornehmlich im Gebiet der <em>Hohen Salve<\/em>, des H<em>ahnenkamms<\/em> und am <em>Wildseeloder<\/em>). \u00dcber dem <em>Porphyroid<\/em> liegen unterschiedliche Schieferschichten aus dem <em>Silur<\/em>, die sich an der Oberfl\u00e4che meist tonig-sandig pr\u00e4sentieren. Zudem sind in der Umgebung von <em>Kitzb\u00fchel<\/em> auch silurische Kalkgesteine zu finden und westlich der graue, grobk\u00f6rnige <em>Schwazer Dolomit<\/em>, der nach Osten in den <em>Spielberg Dolomit<\/em> \u00fcbergeht.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche dieser Schichtfolgen der <em>Grauwackenzone<\/em> wurden wahrscheinlich in der Zeit der Faltung der <em>Alpen<\/em> aus einem weit im S\u00fcden gelegenen Ablagerungsbereich zum Nordrand der <em>Alpen<\/em> \u00fcberschoben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kleinstadt Kitzb\u00fchel liegt in den Kitzb\u00fcheler Alpen. 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