{"id":1025,"date":"2015-05-12T21:59:55","date_gmt":"2015-05-12T19:59:55","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1025"},"modified":"2015-05-12T21:59:55","modified_gmt":"2015-05-12T19:59:55","slug":"kitzbuhel-juli-oktober-2003-ausgrabungsprotokoll-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1025","title":{"rendered":"Kitzb\u00fchel, Juli &#8211; Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 5"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Seitent\u00e4ler des <em>Oberen Inntales<\/em> (geografisch der Bereich westlich von <em>Innsbruck<\/em>) fast ausschliesslich eine S\u00fcd-Nord-Erstreckung aufweisen, stellt sich die Gel\u00e4ndegruppierung der <em>Kitzb\u00fcheler<\/em> <em>Alpen<\/em> weitgehend als separate Gestaltungsformation dar, die lediglich \u00fcber <em>Kufstein<\/em> und <em>W\u00f6rgl<\/em> tall\u00e4ufig mit dem Inntal verbunden ist. Diese Separierung ist zwar nicht so stark geografisch ausgebildet wie etwa diejenige des <em>Lechtales<\/em> (<em>Ausserfern<\/em>), welches lediglich durch die \u00dcberwindung von Gebirgsp\u00e4ssen zu erreichen ist, bildet jedoch insgesamt eine eigenst\u00e4ndige Struktur, die sich auch arteologisch betrachtet in unterschiedlichen Differenzierungen manifestiert. Die im Grossen und Ganzen wesentlich sanftere Ausformung der Landschaft beg\u00fcnstigte sowohl die allgemeine Besiedelung als auch die verschiedenen transalen und insistalen Nutzungen, wie es eindeutig die bereits bronzezeitlichen Bergwerksfunde belegen. Zus\u00e4tzlich bewirkte das Fehlen der im <em>Inntal<\/em> \u00fcber Jahrhunderte hinweg regelm\u00e4ssig auftretenden starken \u00dcberschwemmungen und die damit einhergehenden Erschwernisse einer dauerhaften Besiedelung eine relativ fr\u00fche Form einer beschr\u00e4nkten Sesshaftigkeit, bzw. der alpintypischen halbnomadischen Besiedelungsform, mit dem Schwerpunkt der Tierzucht und einer auf Autarkie ausgerichteten primitiven Landwirtschaft. Die Vorkommen an Kupfer (und einiger weniger, marginal vorkommender anderer Metalle) trugen wesentlich zur Herausbildung dorf\u00e4hnlicher Siedlungen bei, die in weiterer Folge die dadurch sich entwickelnden Handelsbeziehungen nach S\u00fcden (dem heutigen Bundesland <em>Salzburg<\/em> und dar\u00fcber hinaus bis nach <em>K\u00e4rnten<\/em> [\u00f6sterreichisches Bundesland], <em>Slowenien<\/em> und <em>Norditalien<\/em>) und Norden (dem heutigen <em>Bayern<\/em>, <em>Bundesrepublik<\/em> <em>Deutschland<\/em>) beg\u00fcnstigten und nachhaltig festigten.<\/p>\n<p>Der <em>Kitzb\u00fchler<\/em> <em>Raum<\/em> weist somit im Gegensatz zu den bisherigen arteologischen Grabungen im <em>Nordtiroler<\/em> <em>Raum<\/em> die Besonderheit auf, dass es sich hier um strukturell anders entwickelte Ausformungen der indigenen Entwicklung handelt, wobei jedoch prinzipiell die Zugeh\u00f6rigkeit zum inneralpinen Besiedelungstypus ausser Frage steht. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Tatsache, dass bei den bisherigen arteologischen Ausgrabungen die jeweiligen Siedlungsgebiete \u00fcberwiegend als transales Durchzugsgebiet zu definieren sind, w\u00e4hrend hier im <em>Kitzb\u00fcheler<\/em> <em>Raum<\/em> der insistale Faktor in der Gesamtgenese durchaus deutlich in Erscheinung tritt.<\/p>\n<p>Mit der Fundung in der Gemeinde <em>Kitzb\u00fchel<\/em> konnten einige dieser Fragestellungen beantwortet werden, obgleich die den Umst\u00e4nden bedingte knappe Grabungszeit die Feldforschungen vor Ort einschr\u00e4nkte.<\/p>\n<p>Durch die Besitzverh\u00e4ltnisse des Fundgel\u00e4ndes (<em>\u00d6BB<\/em>, Gemeinde <em>Kitzb\u00fchel<\/em> und eine private Erbgemeinschaft), insbesondere bedingt durch die wirtschaftlichen Notwendigkeiten der <em>\u00d6sterreichischen Bundesbahn<\/em> (<em>\u00d6BB<\/em>), konnte lediglich entlang der \u00f6stlichen Bahntrasse, und auch hier nur auf einem eingeschr\u00e4nkten Gebiet rund um die Zufallsfundung bei den Bauarbeiten, eine entsprechende arteologische Grabung durchgef\u00fchrt werden. Weitere Sondierungsgrabungen waren ausschliesslich an vorab zu vereinbarenden punktuellen Pl\u00e4tzen m\u00f6glich und erbrachten keinerlei zus\u00e4tzliche arteologisch verwertbare Ergebnisse.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kitzi-35.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1026\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kitzi-35-150x150.jpg\" alt=\"mag. stolz, kitzb\u00fchel 2003, arteologie, dr. arkadasch\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Ergebnisse der Vor-Ort-Untersuchungen im Jahr 2001 dienten als Grundlage f\u00fcr den Nutzungsvertrag der grabungsrechtlich der Expedition von 2003 zu Grunde liegt. Am dritten Juli wurde das Grabungsgebiet eingemessen und unter der Leitung von <em>Mag<\/em>. <em>Peter<\/em> <em>Stolz<\/em> provisorisch abgesperrt und markiert. In den folgenden acht Tagen konnte die komplette Expeditionsinfrastruktur installiert und in Betrieb gesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Seitent\u00e4ler des Oberen Inntales (geografisch der Bereich westlich von Innsbruck) fast ausschliesslich eine&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1025"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1025"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1025\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1027,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1025\/revisions\/1027"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1025"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}