{"id":1028,"date":"2015-05-19T19:37:59","date_gmt":"2015-05-19T17:37:59","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1028"},"modified":"2015-05-19T19:37:59","modified_gmt":"2015-05-19T17:37:59","slug":"kitzbuhel-juli-oktober-2003-ausgrabungsprotokoll-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1028","title":{"rendered":"Kitzb\u00fchel, Juli &#8211; Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 6"},"content":{"rendered":"<p>Diese relativ rasche Erstellung s\u00e4mtlicher infrastruktureller Einrichtungen konnte lediglich auf Grund der vorangegangenen Bewertungs- und Sondierungsarbeiten, sowie der kontinuierlichen administrativen Begleitung im Hinblick auf eine eventuelle Ausrichtung einer einschl\u00e4gigen Expedition derart problemlos abgewickelt werden. Bereits im Jahr 2001 best\u00e4tigten die Sondierungsgrabungen von <em>Dr. Arkadasch<\/em>, der dazu extra mit einem kleinen Expertenteam aus <em>Izmir<\/em> angereist kam, die von <em>Dr. Stephan Rheinthaler<\/em> bei seinen Sichtungs- und Bergungsarbeiten erhobenen Befunde, dass es sich bei dieser Fundstelle mit gr\u00f6sster Wahrscheinlichkeit um eine arteologisch relevante St\u00e4tte handelt. Die dabei erfolgte areale Eingrenzung des Fundgebietes entspricht den harten Verhandlungen, die dar\u00fcber mit den jeweiligen Grundbesitzern, respektive mit dem gr\u00f6ssten Anteilsbesitzer, den <em>\u00d6sterreichischen<\/em> <em>Bundesbahnen<\/em>, gef\u00fchrt wurde. Der oftmals diametrale Gegensatz zwischen einer geplanten Gel\u00e4ndeverwendung (Neubau, Wegetrassierungen, Urbarmachungen \u2026) und einer ausf\u00fchrlichen arteologisch-wissenschaftlichen Vor-Ort-Analyse bedingt, insbesondere unter der Ber\u00fccksichtigung von \u00f6konomischen und gesamtwirtschaftlichen Hintergr\u00fcnden, oftmals rasche Entscheidungen und entsprechende Kompromisse. Dabei gilt es das jeweils situativ Erreichbare gegen\u00fcber dem meist unm\u00f6glich Umsetzbaren sowohl inhaltlich als auch strukturell zu erfassen und gegen\u00fcber den jeweiligen Verhandlungspartnern konsequent und argumentativ zu vertreten. Gerade an einem Ort wie <em>Kitzb\u00fchel<\/em>, der von einer sehr starken winterlichen Tourismussaison abh\u00e4ngig ist und dessen zweites Standbein eine durchaus vertretbare Sommersaison darstellt, muss generell auf eine m\u00f6glichst reibungslose Erreichbarkeit mittels Strasse und Bahn geachtet werden. An eine, wenn auch nur befristete Sperre der betroffenen Bahnstrecke, oder gar an eine lokale bzw. grossr\u00e4umige Verlegung der Bahntrasse, war daher sowohl aus finanziellen als auch zeitlichen Gr\u00fcnden nicht zu denken und es wurde auch jedes Ansinnen in diese Richtung sofort mit aller Vehemenz, sowohl von Seiten der <em>\u00d6BB<\/em> als auch den politisch Verantwortlichen der <em>Stadt<\/em> <em>Kitzb\u00fchel<\/em> und dem <em>Land<\/em> <em>Tirol<\/em>, in aller Deutlichkeit abgelehnt. Umgekehrt war und ist es tats\u00e4chlich den Bauarbeiten der <em>\u00d6BB<\/em> zu verdanken, dass diese Fundung \u00fcberhaupt entdeckt und sofort entsprechend gemeldet wurde.<\/p>\n<p>Mit der (erstmaligen) finanziellen Beteiligung des <em>Landes<\/em> <em>Tirol<\/em> (<em>\u00f6sterreichisches<\/em> <em>Bundesland<\/em>, <em>f\u00f6derale Verwaltungseinheit mit eigener, vertraglich definierter Budgethoheit<\/em>) musste zudem ein zus\u00e4tzlicher stimmberechtigter Partner in den rechtlichen Rahmen dieser Expedition integriert werden, jedoch er\u00f6ffneten sich damit gleichzeitig erhebliche kommunikative und administrative Vorteile insgesamt: so wurde etwa durch die Bezirksverwaltungsbeh\u00f6rde des politischen <em>Bezirks<\/em> <em>Kitzb\u00fchel<\/em> (das <em>Bundesland<\/em> <em>Tirol<\/em> ist in neun Verwaltungsbezirke eingeteilt, die nach den jeweiligen Sitzen der entsprechenden Bezirksverwaltungsbeh\u00f6rden benannt sind), die ihren Sitz in der Stadt <em>Kitzb\u00fchel<\/em> hat (als eigenst\u00e4ndige und auch von der eigentlichen Stadtverwaltung separierte Beh\u00f6rde, deren Leitungsbestellung nicht durch eine demokratische Wahl, sondern mittels eines Verwaltungsprozedere der Landesregierung erfolgt) auf \u00e4usserst rasche und relativ unb\u00fcrokratische Weise die Erlassung s\u00e4mtlicher notwendiger Bewilligungsverfahren im Einvernehmen mit den jeweiligen Grundbesitzern und der lokalen, st\u00e4dtischen Verwaltung durchgef\u00fchrt. Innert vier Tagen konnte so neben der Einmessung und provisorischen Einfriedung des Grabungsgel\u00e4ndes auch in ca. 100 m \u00f6stlich vom Grabungsgel\u00e4nde, lediglich abgetrennt durch einen schmalen Waldstreifen, am Gel\u00e4nde einer Geh\u00f6ftgruppe, am sogenannten \u201e<em>Riesberg<\/em>\u201c das Expeditionslager errichtet werden. Die Verbindung zwischen Grabungsstelle und Expeditionslager erfolgte dabei \u00fcber einen bestehenden schmalen, unbefestigten und einspurigen Weg; der lediglich mit gel\u00e4ndeg\u00e4ngigen PKWs\u00a0 bzw. mit landwirtschaftlichen Zugfahrzeugen problemlos zu bew\u00e4ltigen ist. Die Zufahrt zum Expeditionslager selbst erfolgt \u00fcber geteerte, teilweise einspurige Gemeindestrassen, ist jedoch ohne gr\u00f6ssere Schwierigkeiten auch f\u00fcr LKWs befahrbar. Somit konnte die komplette Expeditionsausr\u00fcstung binnen weniger Tage vom Bahnhof <em>Kitzb\u00fchel<\/em> vor Ort verbracht werden, insbesondere die Containereinheiten mit ihren Labors, der administrativen Einheit und dem Bergungscontainer.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lageplan.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1029\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/lageplan-150x150.jpg\" alt=\"lageplan, kitzbuehel, 2003, arteologie, dr. arkadasch\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Grabungsstelle selbst befindet sich im n\u00f6rdlichsten Siedlungsbereich von <em>Kitzb\u00fchel<\/em>, im Anschluss an die \u201e<em>Siedlung Frieden<\/em>\u201c, und liegt westseitig begrenzt durch die Trasse der <em>\u00d6BB<\/em> auf einem ca. 30 m breiten Brachland, welches nach Osten von einem schmalen Waldst\u00fcck eingefasst wird, das nach wenigen Metern in das Gras- und Weideland des <em>Riesberges<\/em> \u00fcbergeht. \u00d6stlich der zweigleisigen Bahntrasse verl\u00e4uft die <em>Kitzb\u00fcheler<\/em> <em>Ache<\/em> in Richtung Norden, die ihrerseits westlich von der <em>Sankt-Johanner-Strasse<\/em> f\u00fcr gut 150 m in ihrem Lauf parallel begleitet wird.<\/p>\n<p>Durch diese Lage am Siedlungsrand von <em>Kitzb\u00fchel<\/em> konnten verkehrstechnische Einschr\u00e4nkungen im st\u00e4dtischen Alltag weitestgehend vermieden werden und es stellte sich im Verlauf der Expedition heraus, dass die Grabungen insgesamt durchaus einen &#8211; wenn auch bescheidenen &#8211; touristischen Mehrwert f\u00fcr die Gemeinde mit sich brachten.<\/p>\n<p>Zudem gelang es s\u00e4mtliche Mitglieder des Expeditionscorps fu\u00dfl\u00e4ufig in Privatquartieren f\u00fcr die gesamte Dauer der Expedition unterzubringen; eine durchaus willkommene zus\u00e4tzliche touristische Auslastung in der doch im Vergleich zu den Wintermonaten schw\u00e4cheren Sommersaison.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese relativ rasche Erstellung s\u00e4mtlicher infrastruktureller Einrichtungen konnte lediglich auf Grund der vorangegangenen Bewertungs- und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1028"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1028"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1028\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1030,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1028\/revisions\/1030"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1028"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}