{"id":1041,"date":"2015-06-08T21:09:35","date_gmt":"2015-06-08T19:09:35","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1041"},"modified":"2015-06-08T21:09:35","modified_gmt":"2015-06-08T19:09:35","slug":"kitzbuhel-juli-oktober-2003-ausgrabungsprotokoll-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1041","title":{"rendered":"Kitzb\u00fchel, Juli &#8211; Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 9"},"content":{"rendered":"<p>Aufgrund der eingeschr\u00e4nkten r\u00e4umlichen M\u00f6glichkeiten im direkten Grabungs\u00adbereich ostseitig der Bahntrasse und zudem beschr\u00e4nkt durch den schmalen Waldstreifen der sich in Richtung des Flusslaufes der <em>Kitzb\u00fcheler Ache<\/em> Richtung Norden erstreckt, ergaben sich zwei M\u00f6glichkeiten einer genaueren Untersuchung des Aushubmaterials: entweder musste das gesamte Grabungsmaterial per LKW-Transport zum Hauptlager verbracht, dort deponiert und anschliessend entsprechend arteologisch aufgearbeitet werden, oder aber es gelang direkt vor Ort eine von ihrer Kapazit\u00e4t ausreichende Trocken- als auch Sickersiebanlage zu installieren und derart zu betreiben, dass eine weitere Verbringung des Aushubmaterials nicht mehr n\u00f6tig war. Die grundlegende Frage der Platzwahl konnte rasch gel\u00f6st werden, da entlang des landwirtschaftlichen Weges, der zunehmend gegen Norden durch \u00dcberwucherungen unpassierbar und unkenntlich wurde, rasch eine passende Stelle sowohl f\u00fcr eine erste Trockensiebung als auch direkt im Anschluss f\u00fcr eine Sickersiebanlage erkundet wurde. Von Seiten der Grundbesitzer erfolgten keinerlei Einw\u00e4nde, da dieses Areal als reines Brachland ungenutzt verblieb (landwirtschaftliche Nutzung schied auch aufgrund der unmittelbaren Anrainerschaft der Bahntrasse und den damit verbundenen Spritzungen gegen Unkraut an der Trasse aus). Die einzigen Schwierigkeiten ergaben sich aus der notwendigen Wasserversorgung f\u00fcr die Sickersiebanlage, sowie mit der erforderlichen Abwasserentsorgung und der Verbringung des Blindmaterials, welches im Normalfall \u00fcber 99 % des Gesamtaushubmaterials entspricht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/Einspeisung-blindmaterial.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1042\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/Einspeisung-blindmaterial-150x150.jpg\" alt=\"einspeisung blindmaterial, kitzbueheler ache, 2003, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Es ist der \u201e<em>Wildwasserverbauung des Landes Tirol<\/em>\u201c gedankt, dass \u2013 im Einvernehmen mit den <em>\u00d6BB<\/em> \u2013 hier rasch eine konstruktive und praktikable L\u00f6sung umgesetzt werden konnte. 150 m n\u00f6rdlich des ausgewiesenen Grabungsgebietes wurde die Bahntrasse kanalartig durch Betonr\u00f6hren untertunnelt, um die Einspeisung eines kleinen Bachlaufes, der jedoch bei hohen Wasserst\u00e4nden ansonsten leicht zu einer kleinfl\u00e4chigen \u00dcberflutung des \u00f6stlichen Trassenbereiches f\u00fchrte, in ausreichender Kubatur zu gew\u00e4hrleisten. Durch diese Untertunnelung wurde einerseits mittels Feuerwehrschl\u00e4uchen die entsprechende Versorgung der Sickersiebanlage mit st\u00e4ndig frischem Wasser aus der westseitig der Bahntrasse verlaufenden <em>Kitzb\u00fcheler Ache<\/em> sichergestellt und ausserdem das Abwasser der Sickersiebanlage wiederum in die <em>Kitzb\u00fcheler Ache<\/em> eingeleitet. F\u00fcr die Verbringung des Blindmaterials konnte erstmals auf ein vollkommen neues Verfahren zur\u00fcck gegriffen werden: Herr <em>Herwig Angerer<\/em>, der Aquarellist und Fotograf aller bisherigen arteologischen Expeditionen im Raum <em>Nordtirol<\/em>, vermochte den entscheidenden Kontakt zur leitenden Diplomingenieurin, <em>Frau DI Katherina Pfurtscheler<\/em>, von der <em>BIG<\/em> (<em>Brennerbasistunnel-Infrastruktur-Gesellschaft<\/em>) herzustellen, die vor Ort die territoriale Lage analysierte und den entsprechenden L\u00f6sungsvorschlag samt durchkalkuliertem Angebot f\u00fcr die notwendige Infrastruktur einer Fl\u00fcssigschwemmanlage innert acht Tagen an <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> \u00fcbermittelte. Dabei wird das vollst\u00e4ndige Blindmaterial auf eine Korngr\u00f6sse von kleiner 5 mm gebrochen und anschliessend mittels Hochdruckwasserf\u00fchrung wiederum in die <em>Kitzb\u00fcheler<\/em> <em>Ache<\/em> eingebracht. Im Verein mit der <em>Hydrogeologischen Abteilung des Landes Tirol<\/em> erfolgte die Berechnung der maximalen Materialeinbringung von 200 Gramm Blindmaterial je Liter Wasser, bei einer durchschnittlichen Durchlaufgeschwindigkeit von 90 Minutenlitern. Auf diese Weise k\u00f6nnen pro Minute 18 kg Blindmaterial \u00f6kologisch und nachhaltig entsorgt werden, ohne dabei das nat\u00fcrlichen Geschiebe der <em>Kitzb\u00fcheler Ache<\/em> zu beeintr\u00e4chtigen. Zudem erspart diese Vorgangsweise aufw\u00e4ndige Ladet\u00e4tigkeiten, im Schnitt drei LKW-Fahrten pro Grabungstag und die Notwendigkeit einer dauerhaften Deponierung. Die dadurch freiwerdenden Kapazit\u00e4ten an Personal und Zeit kamen unmittelbar der reinen arteologischen Arbeit zugute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund der eingeschr\u00e4nkten r\u00e4umlichen M\u00f6glichkeiten im direkten Grabungs\u00adbereich ostseitig der Bahntrasse und zudem beschr\u00e4nkt durch&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1041"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1041"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1041\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1043,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1041\/revisions\/1043"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1041"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}