{"id":1045,"date":"2015-06-15T21:34:53","date_gmt":"2015-06-15T19:34:53","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1045"},"modified":"2015-06-15T21:34:53","modified_gmt":"2015-06-15T19:34:53","slug":"kitzbuhel-juli-oktober-2003-ausgrabungsprotokoll-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1045","title":{"rendered":"Kitzb\u00fchel, Juli &#8211; Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 10"},"content":{"rendered":"<p>Anzumerken bleibt bei dieser Art der Verbringung des Blindmaterials, dass eine Kiesbruchanlage vor Ort notwendig ist, um das Blindgestein auf 5 mm zu zerkleinern. Hierbei konnte auf eine gebrauchte und zurzeit nicht in Verwendung stehende Brechanlage der Strassenmeisterei \u2013 Bezirk <em>Kitzbuehel<\/em> zur\u00fcckgegriffen werden. Bis in die sp\u00e4ten 80er Jahre des vorangegangenen Jahrhunderts war es in <em>Tirol<\/em> noch durchaus \u00fcblich, die Fr\u00fchjahrssanierung der Hauptverbindungsstrassen mit vor Ort hergestellten Asphaltgemischen, bei kleinr\u00e4umigen Belagssch\u00e4den durchzuf\u00fchren. Daf\u00fcr wurden spezielle Servicestellen in der N\u00e4he von gef\u00e4hrdeten Streckenabschnitten am Strassenrand errichtet, um so jederzeit mit Teer und Kiesen die entsprechenden Ausbesserungsmaterialien herstellen zu k\u00f6nnen. Noch bei den ersten Expeditionen in <em>Nordtirol<\/em> (1982 und 1984) geh\u00f6rte das mit Propangas beheizte \u201eTeerwagerl\u201c (ein Anh\u00e4nger oder eine selbstfahrende Maschine mit Kochvorrichtung f\u00fcr Teer) zum \u00fcblichen Strassenbild. Dabei wurde auf die vorher gereinigten Schadstellen heisser, fl\u00fcssiger Teer aufgespr\u00fcht und mit einer entsprechenden Kiesstreuung gebunden. Aus dieser Zeit stammt das mittlerweile nicht mehr in Betrieb befindliche Brechwerk, welches der Expedition kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt wurde. Die erforderlichen infrastrukturellen Anbindungen mit Strom und Wasser installierten die <em>Kitzbueheler<\/em> <em>Stadtwerke<\/em>.<\/p>\n<p>Zudem wurden bereits im Mai 2003 im amtlichen Stadtblatt die notwendigen Stellen f\u00fcr einheimische Hilfskr\u00e4fte ausgeschrieben. Es meldeten sich insgesamt 8 Frauen und 17 M\u00e4nner, von denen sich am 14. Juli 2003 23 Personen in der Aula der Volksschule <em>Kitzbuehel<\/em> einem Hearing stellten. Die Leitung der Kommission oblag dabei Herrn <em>Herwig<\/em> <em>Angerer<\/em>, da er sowohl muttersprachlich die Landessprache beherrschte, als auch die orts\u00fcblichen Gepflogenheiten im Umgang mit Arbeitssuchenden kannte. Von Seiten der Expeditionsf\u00fchrung wurde dabei neben der k\u00f6rperlichen Tauglichkeit auch die jeweilige soziale Situation der Bewerberinnen und Bewerber mitber\u00fccksichtigt. Aus diesem Grund sass auch die Vorsitzende des Sozialausschusses der <em>Stadtgemeinde<\/em> <em>Kitzbuehel<\/em>, Frau Stadtr\u00e4tin <em>Mathilde<\/em> <em>Vorderberger<\/em> als Beisitzende in dieser Kommission. Bis zum sp\u00e4ten Nachmittag wurde das Team, bestehend aus sieben Frauen und 13 M\u00e4nnern ausgew\u00e4hlt und gem\u00e4ss dem herrschenden Kollektivvertrag f\u00fcr Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter f\u00fcr vier Monate angestellt.<\/p>\n<p>Die erforderlichen arteologischen Einschulungen (Grabungsverfahren, Fundverhalten, Bergungen und Sicherungen von Fundungen) erfolgten in den n\u00e4chsten zwei Tagen, wobei bereits vorab zwei m\u00e4nnliche Eingeborene f\u00fcr die Bedienung der Fl\u00fcssigschwemmanlage samt Brechanlage abgestellt und gesondert eingeschult wurden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/grabung-kitzbuehel-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1047\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/grabung-kitzbuehel-11-150x150.jpg\" alt=\"sondieungsgrabung, kitzbuehel, 2003, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Parallel dazu wurde das gesamte Grabungsgebiet vermessen und kartiert, eingez\u00e4unt (mit mobilen Bauz\u00e4unen) und ein entsprechender Grabungskataster erstellt. Somit konnte bereits am 16. Juli 2003 mit den ersten Sondierungsgrabungen an den <em>AHDP<\/em>&#8211; und den <em>ANDP<\/em>-Punkten begonnen werden. Bedingt durch das eher trockene Wetter und die vorherrschende Bodenbeschaffenheit \u2013 das Grabungsgebiet befindet sich im erweiterten Schwemmlandbereich der <em>Kitzbueheler<\/em> <em>Ache<\/em> \u2013 konnte \u00fcberwiegend auf eine Grabenp\u00f6lzung vorerst verzichtet werden, sodass bereits in der ersten Grabungswoche eine ansehliche Kubatur an Material gehoben und gesichtet wurde.<\/p>\n<p>Insgesamt arbeiteten vier Grabungsgruppen, bestehend aus einer verantwortlichen Leitung aus dem direkten Expeditionsteam und drei eingeborenen Hilfskr\u00e4ften, an zwei <em>AHDP<\/em> &#8211; Punkten, wobei hier die erste wiederum an dem bereits im Jahr 2001 vorgefundenem Fundort weiterarbeitete, und an zwei <em>ANDP<\/em> &#8211; Stellen, die auf Grund der Vorabanalyse eine relativ hohe Fundwahrscheinlichkeit aufwiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anzumerken bleibt bei dieser Art der Verbringung des Blindmaterials, dass eine Kiesbruchanlage vor Ort notwendig&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1045"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1045"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1045\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1048,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1045\/revisions\/1048"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1045"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1045"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}