{"id":1050,"date":"2015-06-16T19:59:38","date_gmt":"2015-06-16T17:59:38","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1050"},"modified":"2016-01-05T20:06:47","modified_gmt":"2016-01-05T18:06:47","slug":"kitzbuhel-juli-oktober-2003-ausgrabungsprotokoll-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1050","title":{"rendered":"Kitzb\u00fchel, Juli &#8211; Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 11"},"content":{"rendered":"<p>Basierend auf den arteologischen fragmentalen Resten, welche bereits im Jahr 2001, anl\u00e4sslich der Sanierungsarbeiten der <em>\u00d6BB<\/em> gefunden wurden, schien die Hoffnung berechtigt, dass sowohl artifizielle Fundungen, als auch organische und\/oder humanoide Funde relativ oberfl\u00e4chennah im Grabungsgebiet freigelegt werden k\u00f6nnten. Trotz einer seitlichen Ausdehnung auf eine Grabenbreite von 1,20 m bei den Sondierungsgr\u00e4ben, konnten bis zum 23. Juli keine Grabungsergebnisse erzielt werden. Nach kurzer Beratung wurde daher beschlossen, die Grabungstiefe auf bis zu 1,50 m auszudehnen; diese Begrenzung erschien vorab als sinnvoll, da durch die N\u00e4he zur <em>Kitzbueheler<\/em> <em>Ache<\/em> ab dieser Tiefe mit hoher Wahrscheinlichkeit der Grundwasserspiegel erreicht werden w\u00fcrde. Zudem erfolgten \u2013 entgegen der \u00fcblichen Vorgangsweise \u2013 keine weiteren Parallelsondierungen. Zum einen bedingt durch die situationsbezogene Ausdehnung der Grabenbreite (der Abstand zwischen den Sondierungsgr\u00e4ben wurde dadurch von Haus aus um 1,20 m vermindert), und zum anderen erschien zum damaligen Zeitpunkt eine Erweiterung der Sondierungsgrabungen in einem derart eingegrenzten und engl\u00e4ufigen Gebiet als wenig zielf\u00fchrend und ausserdem \u00e4usserst ressourcenbindend.<a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/schalbretter.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1162\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/schalbretter-150x150.jpg\" alt=\"schalmaterial, kitzbuehel 2003, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Allerdings stellte sich bei der Verbreiterung und Vertiefung der Gr\u00e4ben rasch heraus, dass der anf\u00e4ngliche Verzicht auf P\u00f6lzung der Gr\u00e4ben nicht weiter durchf\u00fchrbar war, da es ab einer Tiefe von ca. 70 cm immer wieder zu Verbr\u00fcchen der Grabenw\u00e4nde kam, die nicht nur arbeitstechnisch einen grossen Mehraufwand mit sich brachten, sondern leider auch zur Verunfallung eines eingeborenen Helfers f\u00fchrten. Am Nachmitttag des 25. Juli mussten die Grabungsarbeiten infolge eines lokalen Gewitters kurzfristig unterbrochen werden. Die begleitenden starken Regenf\u00e4lle setzten nicht nur die Gr\u00e4ben vor\u00fcbergehend unter Wasser, sondern bedingten gleichzeitig eine generelle Lockerung des Bodenmaterials im Randbereich der Grabungen. Um weitere Sch\u00e4den zu vermeiden begannen unmittelbar nach dem Ende der Regenf\u00e4lle sowohl die erforderlichen Trockenlegungen (mittels Eimern und einer Tauchpumpe), als auch die notwendigen P\u00f6lzungsarbeiten der Gr\u00e4ben. Das daf\u00fcr erforderliche Material (Schalbretter, Kanth\u00f6lzer und Streben) war bereits vorsorglich im Containerlager deponiert und konnte daher umgehend an die Grabungsorte verbracht werden. Beim Abladen der Bretter vom Anh\u00e4nger des Transporttraktors rutschte leider ein m\u00e4nnlicher Eingeborener im Schlick aus, sodass mehrere Bretter auf ihn st\u00fcrzten und es in Folge zu einem Bruch des linken Unterarms kam. Der anwesende Expeditionsarzt <em>Dr. Armin Lengauer<\/em> leistete sofort Erste Hilfe, schiente den gebrochenen Unterarm und veranlasste die \u00dcberstellung des Verunfallten in das \u00f6rtliche Krankenhaus.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/grabung-kitzbuehel-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1052\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/grabung-kitzbuehel-2-150x150.jpg\" alt=\"sondierungsgraben, kitzbuehel, 2003, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Als dauerhafte weitere Erschwernis der Grabungen entpuppten sich die in unregelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden vorbeifahrenden Z\u00fcge. Auch wenn die Fahrtgeschwindigkeit aller Z\u00fcge in Folge der N\u00e4he des Bahnhofs <em>Kitzbuehel<\/em> im unteren Geschwindigkeitsbereich angesiedelt war, bewirkten die damit verbundenen Ersch\u00fctterungen entlang der Bahntrasse eine sich st\u00e4ndig wiederholende Lockerung des durch die Grabungen angeschnittenen Erdreichs, die sich vermehrt als Ursache f\u00fcr laufende Grabeneinbr\u00fcche herausstellten. Die nahezu vollst\u00e4ndige P\u00f6lzung aller vier Sondierungsgr\u00e4ben wurde somit zwingend notwendig und besch\u00e4ftigte das komplette Grabungsteam die n\u00e4chsten drei Tage. Es ist dabei der Voraussicht und der Flexibilit\u00e4t des gesamten Expeditionsteams zu verdanken, dass diese technischen Herausforderungen derart schnell und effizient gel\u00f6st werden konnten. Wie so oft bei Expeditionen m\u00fcssen innert kurzer Zeit Planungen und Arbeitsabl\u00e4ufe an die \u00f6rtlichen Gegebenheiten angepasst werden, um die entsprechenden Zielvorgaben dennoch verwirklichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Basierend auf den arteologischen fragmentalen Resten, welche bereits im Jahr 2001, anl\u00e4sslich der Sanierungsarbeiten der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1050"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1050"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1050\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1164,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1050\/revisions\/1164"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1050"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1050"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1050"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}