{"id":1089,"date":"2015-09-27T15:33:03","date_gmt":"2015-09-27T13:33:03","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1089"},"modified":"2016-01-05T20:27:30","modified_gmt":"2016-01-05T18:27:30","slug":"kitzbuhel-juli-oktober-2003-ausgrabungsprotokoll-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1089","title":{"rendered":"Kitzb\u00fchel, Juli &#8211; Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 17"},"content":{"rendered":"<p>Die mobile Grabungsleitstelle wurde im Zuge der Sondierungsgrabungen immer weiter in Richtung Westen, zum Rande des begrenzenden Waldst\u00fccks hin verlagert. Daraus ergaben sich zwar Probleme mit direkten Parkm\u00f6glichkeiten in unmittelbarer N\u00e4he des Grabungsgel\u00e4ndes, sodass es unabk\u00f6mmlich war, die \u00fcberwiegenden Transportbewegungen f\u00fcr das Grabungspersonal fussl\u00e4ufig zu gestalten; lediglich f\u00fcr die Verbringung des Grabungspersonals und das technische Equipment wurde ein Shuttledienst mithilfe eines Traktors und eines Einachsanh\u00e4ngers eingerichtet, der t\u00e4glich um 07:30 Uhr von einem \u00f6rtlich ans\u00e4ssigen Bauern gegen Entgelt wahrgenommen wurde. Dieser Bauer stand zudem auf Abruf bereit um etwaige Fuhren von Grabungsmaterial und sperrigem Werkzeug kurzfristig umzusetzen. F\u00fcr diesen Behuf wurde auch in einer eigenen \u00dcbungssituation ausprobiert, ob es m\u00f6glich w\u00e4re die mobile Transporteinheit f\u00fcr organische und \/ oder humanoide Funde auf diesem Einachsanh\u00e4nger schadfrei vor Ort zu bringen. Dazu wurde im Containerlager extra eine nicht mehr ben\u00fctzte Mauer eines Lagersilagebeckens mit einer Auffahrrampe versehen, \u00fcber die es m\u00f6glich war unter Einsatz einer h\u00e4ndischen Staplerameise, die mobile Transporteinheit auf den Einachsanh\u00e4nger aufzuladen und transporttauglich zu verkeilen und zu verzurren.<a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kitzi-30.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1184\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kitzi-30-150x150.jpg\" alt=\"grabungsleitstelle, kitzbuehel2003, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Direkt neben der Grabungsleitstelle, am Waldrand gelegen befindet sich eine religi\u00f6s, traditionelle Gedenk- und Gebetsstelle, die mit einem Kreuz aus Holz versehen ist und an eine verstorbene Person erinnert. Dieses Wegkreuz \u2013 wie der landes\u00fcbliche Name daf\u00fcr lautet \u2013 stammt in seiner Ausf\u00fchrung aus j\u00fcngerer Zeit und erf\u00e4hrt eine fortlaufende Hege und Pflege durch versorgende Angeh\u00f6rige der verstorbenen Person. Der querende Teil dieses Kreuzes wurde mit einer r\u00fcckseitig angebrachten Platte aus Holz versehen, die damit einen Rahmen f\u00fcr das innseitige Kreuz bildet und zudem eine Nische ausformt, die ein fotografisches Gedenkbild und einen Platz f\u00fcr regelm\u00e4ssig ausgetauschte Erinnerungskerzen bildet. Dieser \u2013 somit im weitesten eine kultische Nische bildende \u2013 Rahmen ist mit einem giebelartigen Dach aus Holz gegen die Unbilden von Wind und Wetter gesch\u00fctzt. Der Stamm dieses Wegkreuzes wurde an einem metallenen Flachst\u00fcck, welches tief in den Boden eingelassen wurde, vertikal verschraubt. Gleichwohl eingebettet in die umgebende, bodendeckende Fauna aus Gr\u00e4sern und Kr\u00e4utern, dient dieser terrestrische Fixierungspunkt des Wegkreuzes der Darbringung von wechselndem Blumenschmuck, wobei w\u00e4hrend der gesamten Grabungszeit feststellbar bleibt, dass dazu ausschliesslich Schnittblumen verwendet wurden und keinerlei dauerhaftere Topfpflanzen.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich wurde diese Gedenkst\u00e4tte durch das Ausgrabungsteam in allen Belangen respektiert und von jeder Grabungst\u00e4tigkeit ausgeschlossen. Mit der Versetzung der mobilen Grabungsleitstelle an den Rand des Waldst\u00fcckes r\u00fcckte jedoch dieses Wegkreuz zunehmend in den unmittelbaren Arbeitsbereich und wurde mittels Absperrungsb\u00e4ndern vorsorglich optisch zus\u00e4tzlich gesichert.<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit den betreuenden Angeh\u00f6rigen stellte sich heraus, dass diese \u00d6rtlichkeit, neben der \u00e4usserst tragischen Ursache dieser Gedenkst\u00e4tte, im oral \u00fcberlieferten Anekdotenschatz der eingeborenen Bev\u00f6lkerung seit jeher als besonderer kultischer Platz gilt, der \u2013 je nach Interpretation der \u00dcberlieferung \u2013 von Flussfeen und\/oder Bodengnomen innegehalten wird, die f\u00fcr die eine oder andere, mehr oder weniger gegl\u00fcckte Rettung aus prek\u00e4rer Situation zust\u00e4ndig waren. Auch wenn die Nachforschungen im Heimatmuseum von <em>Kitzbuehel<\/em> und des Weiteren im <em>Volkskundemuseum von Innsbruck<\/em> keinerlei verschriftlichte Hinweise auf diesen Anekdotenschatz ergaben, so war dennoch das Interesse des Grabungsteams um <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> f\u00fcr diese spezielle Gel\u00e4ndestelle geweckt, da erfahrungsgem\u00e4ss in den meisten F\u00e4llen die lediglich lokal \u00fcbermittelten und oftmals mystisch verbr\u00e4mten Hinweise auf bestimmte Ereignisse nichts anderes als verschl\u00fcsselte Berichte \u00fcber tats\u00e4chlich historische Vorkommnisse sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die mobile Grabungsleitstelle wurde im Zuge der Sondierungsgrabungen immer weiter in Richtung Westen, zum Rande&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1089"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1089"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1089\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1186,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1089\/revisions\/1186"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}