{"id":1118,"date":"2015-11-09T21:35:37","date_gmt":"2015-11-09T19:35:37","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1118"},"modified":"2016-01-05T20:47:43","modified_gmt":"2016-01-05T18:47:43","slug":"kitzbuhel-juli-oktober-2003-ausgrabungsprotokoll-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1118","title":{"rendered":"Kitzb\u00fchel, Juli &#8211; Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 25"},"content":{"rendered":"<p>Gerade die bisherigen zahlreichen und auch reichen arteologischen Funde in <em>Nordtirol<\/em> stiessen international nicht nur in der wissenschaftlichen Gemeinde auf grosses Interesse. Wohl auch bedingt durch die kontinuierlich stattfindenden Expeditionen in immer neue Teilbereiche der nordtirolerischen Landschaft wuchs in der eingeborenen Bev\u00f6lkerung nachgerade eine Art von nicht n\u00e4her definierbarem Selbstverst\u00e4ndnis f\u00fcr diese arteologischen Arbeiten; am ehesten umschreibt wohl die erstaunt wahrgenommene Beachtung von ausserhalb die dauraus abgeleitete und selbstschmeichlerische Eigenwahrnehmung der Tiroler. Wobei diese abstruse Nabelschau lediglich einmal mehr zeigt, wie diametral die wissenschaftliche Arbeit vor Ort von der betroffenen indigenen Bev\u00f6lkerung aufgefasst und gedeutet wird. So bieten etwa die bisherigen Erkenntnisse der arteologischen Expeditionen in Nordtirol keinerlei Anhangspunkte f\u00fcr irgendeine Form einer elit\u00e4ren Deutung des eigenen arteologisch beschreibbaren Werdegangs, vielmehr werden die bisher oftmals als selbstverst\u00e4ndlich betrachteten Anschauungen \u00fcber die eigene Entwicklung und soziotive Formung generell in Frage gestellt, bzw. m\u00fcssen gr\u00f6sstenteils samt und sonders auf den M\u00fcllplatz verquerer, nationalistischer und populistischer Ansichten und Mythen geworfen werden. Die Deutungshoheit eventueller Fundungen muss ohne Wenn und Aber dem wissenschaftlichen Disput, unter strenger Einhaltung des klaren Regelwerks der Theoriebildung, vorbehalten bleiben.<\/p>\n<p>Umso erstaunlicher wirkt der beinahe prahlerische Stolz von vielen, auch halbwegs gebildeten Menschen in <em>Tirol<\/em>, wenn es um die gegenw\u00e4rtige arteologische Forschung in <em>Nordtirol<\/em> geht. Offensichtlich interessiert lediglich das mediale Echo in fremdenverkehrstauglicher Hinsicht, alles andere, insbesondere die Ergebnisse und Analysen werden zwar geduldet wahrgenommen, f\u00fchren jedoch in keinerlei Hinsicht zu einer Hinterfragung der eigenen Mythen, Gebr\u00e4uche und Sitten. Vielmehr erscheint es von Expedition zu Expedition immer wichtiger, die eigene wissenschaftlich-arteologische Arbeit vor den Anspr\u00fcchen offizieller als auch halboffizieller Stellen zu sch\u00fctzen, da neben den entsprechenden Abteilungen der Administration des Landes Tirols gerade die lokalen politischen Gr\u00f6ssen, meist im wie selbstverst\u00e4ndlich wirkenden Einvernehmen mit diversen Heimatschutzvereinen und Gemeindemuseen, oftmals schon in anmassender Selbstgef\u00e4lligkeit dazu neigen, auf die Arbeitsabl\u00e4ufe und auch &gt;Zielsetzungen der jeweiligen Expeditionen mehr oder weniger offen Einfluss zu nehmen und f\u00fcr ihre eigenen Interessen entsprechend zu nutzen.<\/p>\n<p>Es muss somit in aller Klarheit und Deutlichkeit festgestellt werden, dass jeder Fund nur insofern eine lokale Bedeutung aufweist, als dass er sich in den Kontext einer arteologischen Beurteilung einf\u00fcgt und vorderhand ausschliesslich wissenschaftlichen Fragen und Untersuchungen zur Verf\u00fcgung steht. Der kollaterale Nutzen einer fremdenverkehrstauglichen Vermarktung mag aus Sicht der eingeborenen Bev\u00f6lkerung vor Ort durchaus sinnvoll erscheinen, jedoch darf dieser fragw\u00fcrdige Deutungsversuch auf keinen Fall zu einer sich verselbst\u00e4ndigenden Burlesque, im Sinn einer lokalen Folkloristik verkommen.<\/p>\n<p>Je mehr Fundungen get\u00e4tigt werden, je h\u00f6her der Wunsch nach Vereinnahmung durch die lokalen Institutionen.<\/p>\n<p>Die Leitung der Kitzbueheler Expedition sah sich daher veranlasst von ihrer bisherigen Informationspolitik grundlegend abzuweichen und \u00fcber eine klare Definition des Aufgabenbereichs und der daraus folgenden rechtlichen Nutzung von diversem Bild-, Ton- und Textmaterials auf die wissenschaftliche<a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/universit\u00e4t-izmir.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1203\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/universit\u00e4t-izmir-150x150.jpg\" alt=\"universit\u00e4t izmir, kitzbuehel 2003, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> Letztverantwortung des <em>Arteologischen Instituts der Freien Universit\u00e4t Izmir<\/em>, unter der Leitung von <em>Dr<\/em>. <em>Arkadasch Dag<\/em> hinzuweisen. Dazu wurde am 14. August 2003 (am Vorabend eines religi\u00f6sen Feiertags) im Speisesaal des \u00f6rtlichen Golfclubs eine offizielle Versammlung durch die Expeditionsleitung einberufen, bei der erstmalig und mit entsprechenden Unterlagen auf die rechtlich bindenen Vertragsteile bez\u00fcglich der Nutzung und Verwertung s\u00e4mtlcher Expeditionsergebnisse dezidiert hingewiesen wurde. So bedingt ab nun jede Nutzung und Verwertung von irgendwelchen Materialien die direkt oder auch indirekt Bezug auf die arteologischen Arbeiten in und um <em>Kitzbuehel<\/em> Bezug nehmen vorher das schriftliche Einverst\u00e4ndnis der Expeditionsleitung, bzw. in weiterer Folge des Dekanats der <em>Freien Universit\u00e4t Izmir<\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade die bisherigen zahlreichen und auch reichen arteologischen Funde in Nordtirol stiessen international nicht nur&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1118"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1118"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1118\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1205,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1118\/revisions\/1205"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1118"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1118"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1118"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}