{"id":1137,"date":"2015-12-17T20:31:58","date_gmt":"2015-12-17T18:31:58","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1137"},"modified":"2016-01-05T21:02:55","modified_gmt":"2016-01-05T19:02:55","slug":"kitzbuhel-juli-oktober-2003-ausgrabungsprotokoll-283","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1137","title":{"rendered":"Kitzb\u00fchel, Juli &#8211; Oktober 2003, Ausgrabungsprotokoll 28\/3"},"content":{"rendered":"<p>Bedingt durch die relativ geringe Grabungstiefe der Fundungsstelle, entschloss sich das Team um <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> und <em>Mag Miriam Yeshildas<\/em> noch in der Nacht vom 28. Auf den 29. August 2003 diesen humanoiden Fund zu bergen. Dazu wurden zus\u00e4tzliche Stromleitungen vom Expeditionslager her oberirdisch verlegt \u2013 dies war der zeitlich k\u00fcrzeste Weg f\u00fcr eine zus\u00e4tzliche Energieversorgung, da bereits das Anklemmen neuer Kabel an einem Verteiler der <em>Kitzbueheler<\/em> <em>Stadtwerke<\/em> im nahegelegenen Stadtteil \u201e<em>Siedlung Frieden<\/em>\u201c (weniger als 200 m von der Grabungsstelle entfernt) nur mittels eines entsprechenden beh\u00f6rdlich bewilligten Vorlaufs m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Derartige Ansuchen scheitern meist nicht an der Ablehnung der mit diesen Arbeiten vor Ort betrauten Handwerker, sondern es ist die oft ausufernd anmutende Administration und deren zeitweise beinahe willk\u00fcrlich erscheinendes Agieren, das es ortsfremden Personen ohne eingeborene Unterst\u00fctzung fast verunm\u00f6glicht, entsprechende Bewilligungen und Erlaubnisse zu bekommen. Wobei diese Abl\u00e4ufe auch von einheimischen Personen hinter vorgehaltener Hand gerne als \u201eB\u00fcrokratie um der B\u00fcrokratie willen\u201c bezeichnet werden. So h\u00e4tte f\u00fcr einen zus\u00e4tzlichen Kabelanschluss in der \u201eSiedlung Frieden\u201c neben einem offiziellen Ansuchen in dreifacher Ausfertigung auch ein Bescheid vorgelegt werden m\u00fcssen, aus dem die Nutzung des Grundst\u00fcckes hervorgeht, f\u00fcr das der Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer, bzw. der beglaubigte Mieter oder P\u00e4chter mittels eines Einreichplans die geplante Verwendung einschliesslich eines detaillierten Energiekonzeptes fundiert darstellt.<\/p>\n<p>Diese Beschreibung soll verdeutlichen, wie schwierig es oft ist fremdl\u00e4ndische Sitten und Traditionen dann im Detail nachzuvollziehen, wenn deren Sinnhaftigkeit und Nutzen sich nicht erschliessen lassen \u2013 und dennoch gilt es, gerade diese Abl\u00e4ufe genau zu beachten, um dergestalt einerseits den notwendigen Respekt vor den herrschenden administrativen Einrichtungen zu zeigen und andererseits nicht unn\u00f6tigerweise die M\u00fchlen der B\u00fcrokratie gegen die eigenen wissenschaftlichen Interessen heraus zu fordern.<a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/baustrahler.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1217\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/baustrahler-150x150.jpg\" alt=\"ausleuchtung grabungsstelle, kitzbuehel 2003, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rasches Handeln hilft hiebei meist. So wurden bis 22:00 Uhr Ortszeit die notwendigen Kabel verlegt, sieben Baustrahler mittels Dreibeinstativen derart platziert, dass der direkte Fundabschnitt m\u00f6glichst taghell und schattenfrei ausgeleuchtet wurde, sowie der Bergungscontainer sowohl mit seiner Transporteinheit als auch den Laboratorien und der K\u00fchlungslade in Einsatzbereitschaft versetzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bergung des humanoiden Fundes \u2013 es handelt sich dabei um einen menschlichen Unterarm \u2013 wurde zuerst rund um den gesamten Arm ein Rechteck ausgesteckt und anschliessend mittels eines 40 cm tiefen Grabens freigestellt, wobei die westliche Seite dieses Rechtecks bereits vom wesentlich tiefer ausgef\u00fchrten und abgep\u00f6lzten Sondierungsgraben gebildet wurde. Die drei Gr\u00e4ben an den anderen Seiten dieses Rechtecks wurden auf eine Breite von knapp 75 cm erweitert, um einerseits leichteren Zutritt zu erhalten und andererseits gen\u00fcgend Raum sowohl f\u00fcr den Werkzeugeinsatz als auch den Bergungsablauf als solchen zu haben. Bei diesen Vorbereitungsarbeiten stellte sich heraus, dass die Bodenbeschaffenheit des Aushubmaterials lediglich eine Kieselgr\u00f6sse von bis zu 4 cm aufwies, sodass sich <em>Mag. Miriam Yeshildas<\/em> entschloss den humanoiden Fund mittels Blechschnitttechnik in einem Zug zu bergen. Dazu wurde ein Stahlblech auf die Gr\u00f6sse von 60 cm im Quadrat zugeschnitten und an einer Seite zu einer scharfen Klingenkante zugeschliffen. Die Seiten links und rechts davon erhielten h\u00f6lzerne Griffst\u00fccke, die mit einer Nut in das Stahlblech eingelassen und f\u00fcnffach vernietet wurden. Nach einer gr\u00fcndlichen Desinfizierung dieses \u201eBackblechs\u201c (Zitat: <em>Mag. Peter Stolz<\/em>) erfolgte die genaue Einweisung an die Schnittfl\u00e4che des ausgehobenen Rechtecks auf dem der humanoide Fund freigelegt worden war unter gleichzeitiger digitaler Erfassung, um etwaige Ver\u00e4nderungen im Laufe der Bergung dokumentieren zu k\u00f6nnen.<a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kitzi-18.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1219\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/kitzi-18-150x150.jpg\" alt=\"bergungsvorbereitung, kitzbuehel 2003, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit \u00e4usserster Vorsicht wurde nun die geschliffene Stahlkante mit Hilfe eines Gummihammers Schlag f\u00fcr Schlag in das Erdreich getrieben, wobei damit eine Oberschicht von 8 cm (um etwaige Kieseleinschl\u00fcsse ber\u00fccksichtigen zu k\u00f6nnen) abgetragen werden sollte, auf der letzendlich der humanoide Fund in seinem urspr\u00fcnglichen Lagerstatus erhalten bleiben konnte.<\/p>\n<p>Dieser Vorgang dauerte bis zwei Uhr fr\u00fch des 29. Augusts und wurde erfolgreich mit der Verbringung dieses Bergungsst\u00fccks in die K\u00fchlungslade des Bergungscontainers abgeschlossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bedingt durch die relativ geringe Grabungstiefe der Fundungsstelle, entschloss sich das Team um Dr. Arkadasch&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1137"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1137"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1137\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1220,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1137\/revisions\/1220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1137"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1137"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1137"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}