{"id":1274,"date":"2016-02-20T18:37:25","date_gmt":"2016-02-20T16:37:25","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1274"},"modified":"2016-02-20T18:37:25","modified_gmt":"2016-02-20T16:37:25","slug":"brixental-mai-oktober-2007-ausgrabungsprotokoll-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1274","title":{"rendered":"Brixental, Mai &#8211; Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 9"},"content":{"rendered":"<p>Um den jeweilig bestehenden gesellschaftlich manifesten, sozikulturellen Status einer Gemeinschaft zu erkunden ist es unabdingbar nicht nur das nach aussen projizierte Selbstbildnis einer Gesellschaft zu beobachten und zu analysieren, sondern in gleichwertiger Weise auch jene Strukturen und Mechanismen zu erforschen, die aus sich heraus jenes sich selbst zu erf\u00fcllen scheinende Konglomerat aus Traditionen, ungeschriebenen Normen und ritualisierten geboten beschreiben. Dies bedingt ein vorurteilsloses Eintauchen in die jeweilige Allt\u00e4glichkeit abseits jeder inszenierten Selbstdarstellung und verlangt nach einer passiven Teilhabe an der Lebenswelt der spezifischen Beobachtungsgruppe als solcher. Dennoch muss bewusst bleiben, dass der Beobachtende immer ausserhalb des eigentlichen Geschehens verortet bleibt, um so jene weitestgehende Objektivit\u00e4t zu gew\u00e4hren, ohne die eine wissenschaftliche Analyse lediglich den Charakter einer literarischen Ann\u00e4herung erreichen kann.<\/p>\n<p>Teilhabe verlangt somit ein Wahrnehmen des allt\u00e4glich Abseitigen, des vermeintlich Normalen und findet somit seinen Schwerpunkt in der Erfassung des Gesamtbildes einer in sich lebendigen und normativ geordneten Gemeinschaft. Es sind daher nicht die offiziellen Darstellungen und jeweiligen wirtschaftlichen Vorgaben, die den soziokulturellen Status einer Gemeinschaft abbilden, sondern die spezifischen Interaktionen innerhalb der Gemeinschaft, sowohl im Hinblick auf Kleingruppen, als auch auf die herrschende Mehrheit und die, in jeder Gesellschaft vorzufindenden Randgruppen.<\/p>\n<p>Derartige Feldforschung schliesst aus arteologischer Sicht die faktuelle Kausalit\u00e4t zwischen urspr\u00fcnglicher, artefaktorieller Gestehung im Allgemeinen und der sich daraus entwickelten gesamtgesellschaftlichen Ausrichtung, und zwar sowohl im Hinblick auf deren historischen Werdegang als auch im letztendlichen soziokulturellen Status der Gegenwart. Die entsprechende Interpretation der jeweiligen arteologischen Kodes verweist somit in eindeutiger Weise auf die entwicklungsspezifische Genese des eigenen Werdens.<\/p>\n<p>Die fussl\u00e4ufige Erkundung des <em>Brixentales<\/em> im Jahr 2004 erfolgte unter diesen Zielsetzungen. Ausgehend von der Marktgemeinde W\u00f6rgl im Inntal wurde gr\u00f6sstenteils abseits des \u00fcblichen Wegenetzes das Gel\u00e4nde dieser Talschaft unter arteologischen Gesichtspunkten einer Vorabanalyse unterzogen. So wurde der erste Streckenabschnitt entlang eines alten Saumpfades begangen: und zwar zuerst, abweichend von der Hauptstrecke entlang der <em>Brixentaler Ache<\/em>, in Richtung Osten nach <em>S\u00f6ll<\/em>, um nach wenigen Kilometern wieder nach S\u00fcden \u00fcber die Gemeinden <em>Itterd\u00f6rfl<\/em> und Itt<em>e<\/em>r im Raum <em>Hacha<\/em> auf die Hauptverkehrsrichtung und die <em>Brixentaler<\/em> <em>Ache<\/em> zu stossen. Von da f\u00fchrte der Saumpfad teilweise durch eine mittlerweile nicht mehr als Fusspfad erkenntliche Waldstrecke nach S\u00fcdwesten in den \u00dcbergangsbereich zur <em>Widsch\u00f6nau<\/em>\/<em>Niederau<\/em> um von dort weiter, nach einer scharfen Kehre gegen Norden aus Richtung <em>H\u00f6rbrunn<\/em> zur Siedlung <em>Hopfgarten<\/em> <em>Markt<\/em> zu gelangen. <a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/hopfgarten.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1275\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/hopfgarten-150x150.jpg\" alt=\"hopfgarten markt, arteologie, dr. arkadasch\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Dieser Streckenabschnitt wurde im Laufe der ersten Woche erkundet und erbrachte neben einer entsprechenden und von den Medien begleiteten Kontaktaufnahme zur eingeborenen Bev\u00f6lkerung eine durchaus ergiebige Bestandsaufnahme von lokalen, meist oral \u00fcberlieferten Sagen und Mythen, die sich thematisch nahezu ausschliesslich um die heutige Ruine <em>Engelsberg<\/em> drehen (sh. Ausgrabungsprotokoll 3; Frau <em>Prof. Dr. Hannelore Volnacek<\/em> <em>\u201eDie Sagen und Mythen des Brixentals \u2013 von ihren narrativen Urspr\u00fcngen bis zur Gegenwart\u201c im Verlag der Universit\u00e4tsbibliothek Innsbruck)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um den jeweilig bestehenden gesellschaftlich manifesten, sozikulturellen Status einer Gemeinschaft zu erkunden ist es unabdingbar&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1274"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1274"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1274\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1276,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1274\/revisions\/1276"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}