{"id":1304,"date":"2016-03-11T21:33:58","date_gmt":"2016-03-11T19:33:58","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1304"},"modified":"2016-03-11T21:34:32","modified_gmt":"2016-03-11T19:34:32","slug":"brixental-mai-oktober-2007-ausgrabungsprotokoll-141","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1304","title":{"rendered":"Brixental, Mai &#8211; Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 14\/1"},"content":{"rendered":"<p>Die granitene Verschlussplatte wurde passgenau in einen im Muttergestein mittels Steinmetzarbeiten vorbereiteten Rahmen eingesetzt. Dieser Rahmen weist in seinen lediglich durch die \u00d6ffnung bedingten Bruchst\u00fccken beeintr\u00e4chtigte Formgebung, eine durchgehende gleichm\u00e4ssige Falzbearbeitung auf allen vier Seiten auf, die \u00e4usserst sorgsam in das Muttergestein mittels Meiseltechnik und Nassschabungen getrieben wurden, um eine m\u00f6glichst dauerhafte und \u00fcberwiegend luftdichte Verbindung mit der abdeckenden Granitplatte zu bilden. Die M\u00f6rtelverbindung aus Lehm, Kalk und Potasche weist in sich eine mineralische Elastizit\u00e4t auf, die einerseits die unterschiedlichen Dehnungskoefizienten der Granitplatte mit den Gesteinen der Grauwackenzone sowohl im winterlichen Klima mit starken Fr\u00f6sten, als auch die sommerlich bedingten W\u00e4rmeausdehnungen im Normalfall auszugleichen vermag. Rissbildungen werden dabei durch die mineralische Struktur des Kalkes mittels Kieselbindung nachhaltig und gleichzeitig die Bindung st\u00e4rkend ausgeglichen. Andererseits besitzt dieses spezielle Mischungsverh\u00e4ltnis aus Lehm, Kalk und Potasche hydrophobe Eigenschaften, die sowohl den Nischeninhalt, als auch das m\u00f6rtelartige Befestigungsmaterial der <em>Cult-objecte<\/em> weitestgehend vor Korrosion oder gar dauerhafter N\u00e4sse sch\u00fctzten. Gleichwohl die Nische am steilen Nordabhang eines Ausl\u00e4ufers der <em>Kitzbueheler Alpen<\/em> liegt, dessen klammartiger Taleinschnitt durch die <em>Brixentaler Ache<\/em> geschaffen wurde, zeigte sich das Nischeninnere vollkommen trocken, selbst die wenigen inneren Verbruchbereiche weisen lediglich eine sandige Struktur auf, ohne nennenswerte Einschl\u00fcsse von Sickerw\u00e4ssern zu beinhalten. Der Nischenbereich wurde folglich bewusst ausgew\u00e4hlt und handwerklich dergestalt pr\u00e4pariert, um eine m\u00f6glichst dauerhafte Unbeschadetheit dieser Kultnische zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Die granitene Verschlussplatte misst in ihrer L\u00e4ngsrichtung 43,50 cm, wobei lediglich Abweichungen im Millimeterbereich zwischen 0,5 und 1,70 mm auf die gesamte L\u00e4nge feststellbar sind. Inwieweit diese Unregelm\u00e4ssigkeiten der K\u00f6rnung des Gesteins oder aber den erosiven Witterungs- und Vegetationseinfl\u00fcssen geschuldet werden. L\u00e4sst sich zurzeit nicht mit Sicherheit feststellen. Die H\u00f6he dieser verschlussplatte betr\u00e4gt 19,70 cm und zeigt lediglich auf der linken (von aussen betrachtet) Seite eine Unregelm\u00e4ssigkeit von plus 1,5 mm, die sich mittig und wellenf\u00f6rmig \u00fcber sechseinhalb Zentimeter erstreckt. Die Dicke der Platte betr\u00e4gt im Schnitt 5 cm.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/brixental_kultnische_zeichnung.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1305\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1305\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/brixental_kultnische_zeichnung-150x150.jpg\" alt=\"brixental_kultnische_zeichnung, brixental, 2007, dr. arkadasch, arteologienung\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der Falz der Nische wurde auf eine Tiefe von 6,30 cm ausgef\u00fchrt, um das entsprechende M\u00f6rtelbett f\u00fcr die Verschlussverklebung aufnehmen zu k\u00f6nnen und gleichzeitig jene Dehnungsfuge zu bilden, die f\u00fcr eine derartig dauerhafte Verbindung notwendig ist.<\/p>\n<p>Die Tiefe der Nische betr\u00e4gt im Mittel 21,00 cm und verj\u00fcngt sich bis zur R\u00fcckwand auf eine endg\u00fcltige Nischenbreite von 32,30 cm und bildet somit die Form eines Guckkastens, einer perspektivischen Kleinb\u00fchne, die in ihrer Gesamtoptik optimal den Triptychon aus drei <em>Cult-objecten<\/em> optisch zur Geltung bringt.<\/p>\n<p>Die Wandgestaltung erfolgte entsprechend den nat\u00fcrlichen Vorgaben des Muttergesteins, wobei kleinr\u00e4umige Verwerfungen und Schichtungen geschickt in die Gesamtausf\u00fchrung implementiert wurden.<\/p>\n<p>Der relativ hohe handwerkliche Standard dieser Steinmetzarbeiten findet seine Entsprechung in der Ausgestaltung des Triptychons.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die granitene Verschlussplatte wurde passgenau in einen im Muttergestein mittels Steinmetzarbeiten vorbereiteten Rahmen eingesetzt. 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