{"id":1310,"date":"2016-03-22T21:46:06","date_gmt":"2016-03-22T19:46:06","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1310"},"modified":"2016-03-22T21:46:06","modified_gmt":"2016-03-22T19:46:06","slug":"brixental-mai-oktober-2007-ausgrabungsprotokoll-142","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1310","title":{"rendered":"Brixental, Mai &#8211; Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 14\/2"},"content":{"rendered":"<p>Durch die heutige Gestaltung des Trassenverlaufes der <em>Brixental Strasse<\/em> und die damit verbundenen starken und nachhaltigen Eingriffe in die gesamte Umgebung dieses unmittelbaren Klammbereiches im Zusammenfluss von <em>Brixentaler Ache<\/em> und <em>Windauer Ache<\/em>, sowie die mittels einer betonenen Br\u00fccke diese Verkehrsader kreuzende Bahnlinie der <em>\u00d6BB<\/em> (<em>\u00d6sterreichische Bundesbahnen<\/em>) kann lediglich aufgrund alter Stiche auf die urspr\u00fcngliche Gel\u00e4ndegestaltung insofern ein R\u00fcckschluss gezogen werden, als diese Bilder, unter Ber\u00fccksichtigung terrestrischer Ver\u00e4nderungen durch die Wasserl\u00e4ufe als auch durch Unwetter und die permanenten Kr\u00e4fte der Erosion, lediglich einen theoretischen Ausgangspunkt f\u00fcr entsprechende Bewertungen darstellen k\u00f6nnen. Aufgrund der bisherigen Forschungsergebnisse und der Auswertungen aller arteologischen Funde in <em>Nordtirol<\/em> ist davon auszugehen, dass sich diese Kultnische urspr\u00fcnglich entweder an einem durch eine Altarform oder aber durch Stufen erh\u00f6hten Pr\u00e4sentationspunkt befunden hat, welcher zwar f\u00fcr die Allgemeinheit optisch zug\u00e4nglich, jedoch in den rituellen Abl\u00e4ufen der Handhabung einzig der Priesterschaft vorbehalten war. Dies deckt sich auch mit den entsprechenden Untersuchungsergebnissen der Kultnische welche bei der Furt der Ausgrabung im <em>Lechtal<\/em> freigelegt wurden. Beiden Fundstellen ist die verkehrstechnische Bedeutung immanent und unterscheidet sich lediglich durch ihren nat\u00fcrlichen Hinderungsgrad im Bezug auf den Transport von Personen, Materialien und Waren. Ist am Grabungsort <em>Lechtal<\/em> von spezifischen Schutzritualen f\u00fcr eine gesunde \u00dcberquerung des Flusses <em>Lech<\/em> an dieser Furt auszugehen, so stellt die Kultnische hier im Eingangsbereich der Klamm bei <em>Hopfgarten<\/em> das entsprechende Pedant f\u00fcr eine zur damaligen Zeit sicherlich schwierige oder gar gef\u00e4hrliche Durchquerung dieses Wegabschnitts dar.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/triptychon_brixental.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1311\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1311\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/triptychon_brixental-150x150.jpg\" alt=\"triptychon_brixental, 2007, dr. arkadsch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Eine Analyse der Sichtachsen aus beiden Wegrichtungen hat ergeben, dass unter Annahme einer bachbettnahen Wegf\u00fchrung die freigelegte Kultnische sowohl von Zu- als auch Abwanderern dieses Klammabschnitts perfekt eingesehen werden konnte. Die Ausrichtung der Nische selbst folgt zwar an ihrem \u00e4usseren Rand den nat\u00fcrlich vorgegebenen Felsformationen, weist an ihrer R\u00fcckwand jedoch eine exakte Nord-S\u00fcd-Ausrichtung vor. Die gesamte Nische wurde an allen drei W\u00e4nden und an Decke und Boden gegl\u00e4ttet. Die vorgefundenen Bearbeitungsspuren weisen auf den Gebrauch von zumindest zwei metallischen St\u00f6sseln hin, wobei eine St\u00f6sselform f\u00fcr Boden und Decke zur Anwendung kam und der zweite (eventuell auch ein dritter) f\u00fcr die Bearbeitung aller drei Nischenw\u00e4nde.<\/p>\n<p>Der Triptychon aus drei metallenen <em>Cult-objecten<\/em> stellt formal ein gleichschenkeliges Dreieck mit einer Seitenl\u00e4nge von 14,56 cm dar, gemessen jeweils von der am weitesten nach aussen ragenden Spitze der Querbalken der beiden links und rechts vom mittig stehen <em>Cult-object<\/em> platzierten <em>Cult-objecte<\/em>. Diese Querbalken treffen sich in ihrer gedachten Verl\u00e4ngerung im Schnittpunkt der L\u00e4ngs- und Querachse des mittig, am Scheitelpunkt des Dreiecks, angeordneten <em>Cult-objects<\/em>.<\/p>\n<p>Die gesamte Breite des Tritychons betr\u00e4gt an der Vorderkante, wiederum an den Aussenpunkten der Querbalken gemessen, 24,40 cm und nimmt in die Tiefe die vorderen zwei Drittel des Nischenraumes ein.<\/p>\n<p>Die senkrechte Befestigung der <em>Cult-objecte<\/em> im behauenen Felsboden der Nische erfolgte mittels einer Einbettung in ein M\u00f6rtelbett, welches in seiner Zusammensetzung ident ist mit dem Material welches f\u00fcr die Anbringung der granitenen Verschlussplatte verwendet wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die heutige Gestaltung des Trassenverlaufes der Brixental Strasse und die damit verbundenen starken und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1310"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1310"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1310\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1312,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1310\/revisions\/1312"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1310"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1310"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1310"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}