{"id":1313,"date":"2016-03-23T18:41:22","date_gmt":"2016-03-23T16:41:22","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1313"},"modified":"2016-03-23T18:41:22","modified_gmt":"2016-03-23T16:41:22","slug":"brixental-mai-oktober-2007-ausgrabungsprotokoll-143","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1313","title":{"rendered":"Brixental, Mai &#8211; Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 14\/3"},"content":{"rendered":"<p>Die Beschaffenheit und Ausgestaltung der drei <em>Cult-objecte<\/em> korrespondiert mit der hohen Qualit\u00e4t der handwerklichen Steinmetzarbeiten, die in der Errichtung und Formung der Kultnische zur Anwendung gelangten. Die drei <em>Cult-objecte<\/em> weisen eine Gesamth\u00f6he von 110,93 mm, 111,04 mm und 111,18 mm auf. Diese Unterschiede in der L\u00e4nge sind einer metallurgischen Verbindung zuzuschreiben, da formtechnisch sich diese <em>Cult-objecte<\/em> zwar eindeutig in den arteologisch, chronologischen Gesamtkontext einf\u00fcgen, jedoch in ihrer Gestaltung eine logische Weiterentwicklung der bisher gefundenen <em>Cult-objecte<\/em> in <em>Nordtirol<\/em> darstellt. Formal stellt diese Fundung die zur Zeit j\u00fcngste Formensprache dieser Art von Kultgegenst\u00e4nden dar und beweist, dass sich sowohl im theoretisch-ideologischen Bereich des kultisch Religi\u00f6sen, als auch durch Praxis der Aus\u00fcbung mittels eines tradierten und normativen Regelwerks jenes gesellschaftspolitische Verhalten im Laufe von Generationen manifestiert, aus dem heraus jene sozialen Grundvoraussetzungen generiert werden, die in weiterer Folge zur Herausbildung einer gemeinschaftlichen Soziet\u00e4t f\u00fchren k\u00f6nnen. Sowohl die Bearbeitung der Nische als auch der <em>Cult-objecte<\/em> belegt dabei einerseits die insistalen Beeinflussungen und assimilativen \u00dcbernahmen basaler Kulturtechniken ganz allgemein und andererseits die durchaus weit \u00fcber den eigenen territorialen Einfluss hinaus reichenden Beziehungen zu anderen Gemeinschaften sowie V\u00f6lkern und Kulturen.<\/p>\n<p>Generell ist fest zu halten, dass s\u00e4mtliche bisherige arteologische Fundungen im Raum <em>Nordtirol<\/em> ein hohes Ausmass an plagiativer Geschicklichkeit widerspiegeln, jedoch der eigene, origin\u00e4re Ansatz eines kreativen, oder gar k\u00fcnstlerischen Ansatzes weitestgehend fehlt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/cult_objecte-1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1314\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1314\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/cult_objecte-1-150x150.jpg\" alt=\"cult_objecte , triptychon, brixental, 2007, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Alle drei <em>Cult-objecte<\/em> weisen ein identes, aus einem flachen, im Mittel 2,56 mm dicken Metallst\u00fcck herausgearbeitetes Griffst\u00fcck auf, welches am unteren Ende halbkreisf\u00f6rmig abgerundet ist. Der nach r\u00fcckw\u00e4rts ausgebildete und sorgsam entgratete Falz dient dabei der insgesamten Stabilisierung dieses Griffst\u00fccks. Im Vergleich zu den \u00e4ltesten Fundungen von derartigen <em>Cult-objecten<\/em> im Raum <em>Nordtirol<\/em> (Ausgrabungen im <em>Inntal<\/em> und im <em>Wipptal<\/em>) ist festzuhalten, dass die urspr\u00fcnglich tats\u00e4chlich gegebene Verwendbarkeit als (kultisches?) Werkzeug nicht mehr nachweisbar ist. So sind keinerlei handwerkliche Gebrauchsspuren oder sonstige mechanisch bedingte Abnutzungen, weder am Griffst\u00fcck selbst noch in den durch eine metallurgische Verbindung angef\u00fcgten Rundst\u00e4ben, feststellbar. Es handelt sich somit eindeutig um Objekte die jenseits einer alltagstauglichen Verwendbarkeit einzig und allein einer fiktionalen Funktionalit\u00e4t zugeordnet werden k\u00f6nnen, die losgel\u00f6st aus einer nutzenorientierten Verf\u00fcgbarkeit ihre Bedeutung im kultisch rituellen \u00dcberbau des Gemeinwesens erlangen.<\/p>\n<p>Die kompositorische Gestaltung des Triptychons ist in ihrem Grundriss durch hohe Exaktheit gekennzeichnet. Die drei Felsbohrungen, die der Aufnahme der <em>Cult-objecte<\/em> dienten bilden vom jeweiligen Mittelpunkt aus gemessen ein gleichschenkeliges Dreieck mit exakt gleichen Schenkell\u00e4ngen. Die Datierung dieses Fundes wurde von <em>DDr. Achmed Acif<\/em> am <em>Physikalischen Institut<\/em> der <em>Freien Universit\u00e4t Izmir <\/em>durchgef\u00fchrt und belegt, dass sowohl die Nische selbst, als auch der Triptychon der Bl\u00fctezeit der <em>Hocharteologischen Epoche<\/em> zuzuordnen sind. Es handelt sich somit um den bisher j\u00fcngsten Fund einer dergestaltigen Einheit aus Kultnische und metallenen <em>Cult-objecten<\/em> im Raum <em>Nordtirol<\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Beschaffenheit und Ausgestaltung der drei Cult-objecte korrespondiert mit der hohen Qualit\u00e4t der handwerklichen Steinmetzarbeiten,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1313"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1313"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1313\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1315,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1313\/revisions\/1315"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}