{"id":1316,"date":"2016-03-25T21:45:15","date_gmt":"2016-03-25T19:45:15","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1316"},"modified":"2016-03-25T21:45:15","modified_gmt":"2016-03-25T19:45:15","slug":"brixental-mai-oktober-2007-ausgrabungsprotokoll-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1316","title":{"rendered":"Brixental, Mai &#8211; Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 15"},"content":{"rendered":"<p>Alle drei <em>Cult-objecte<\/em> dieses Triptychons weisen eine idente Gestaltung auf, die sich nur in kleinen und kleinsten, handwerklich bedingten Ausformungen in wenigen Details unterscheiden. W\u00e4hrend diese manufakturellen Ungleichheiten im Hinblick auf die Untersuchung und Analyse der handwerklichen und kunsthandwerklichen F\u00e4higkeiten der ausf\u00fchrenden Personen durchaus von relevanter Bedeutung sind, k\u00f6nnen sie im Hinblick auf die artefakturelle Thematik in diesem Punkt ausser Ansatz bleiben.<\/p>\n<p>Das mittlere und zentral angeordnete <em>Cult-object<\/em> dieses Triptychons bildet die Spitze dieser gleichschenklig angeordneten Formation und wurde, um einerseits optisch die zentrale Position dieses <em>Cult-objectes<\/em> zu verst\u00e4rken und andererseits ein, wohl kultisch bedingtes, Streben nach oben zu betonen, um 1,45 cm h\u00f6her angebracht, als die beiden anderen, links und rechts vorne platzierten <em>Cult-objecte<\/em>.<\/p>\n<p>Alle drei, gestalterisch ident ausgef\u00fchrten <em>Cult-objecte<\/em> stellen jeweils ein kreuzartiges Muster dar, das aus einem l\u00e4ngeren, senkrechten Balken besteht, welcher bis zu seinen seitw\u00e4rtigen Verstrebungen aus einem einzigen Flacheisenst\u00fcck herausgearbeitet wurde. Die beiden gleichlangen, links und rechts, im insgesamten L\u00e4ngsbereich im <em>Goldenen Schnitt<\/em> angebrachten Querbalken bestehen aus Rundeisen mit einem Durchmesser von 7,70 mm. Das senkrecht nach oben strebende St\u00fcck, welches im Schnittpunkt der zwei Querbalken mit dem Griffst\u00fcck angebracht wurde, wurde gleichfalls aus einem Rundeisen mit einem Durchmesser von 7,70 mm gebildet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/brixental_cultobject_vorderansicht.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1317\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1317\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/brixental_cultobject_vorderansicht-150x150.jpg\" alt=\"brixental_cultobject_vorderansicht, 2007, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die metallurgische Verbindung dieser vier Teilst\u00fccke zum kreuzartigen <em>Cult-object<\/em> erfolgte in der gleichen Weise wie bei den bereits bisher vorgefundenen <em>Cult-objecten<\/em> an anderen Fundstellen in <em>Nordtirol<\/em> mithilfe der Feuer- oder Hammerverschweissung in zwei Schritten. Zuerst wurden die beiden Querbalken mittels eines Trenneisens unter Hammerschl\u00e4gen im gl\u00fchenden Zustand aus einem Rundstab abgetrennt und anschliessend am Griffst\u00fcck hammerverschweisst. Nach erfolgter Schockk\u00fchlung (Wasserbad oder Schnee) wurde in gleicher Art und Weise der senkrechte Balken angebracht.<\/p>\n<p>Zuvor wurde das Griffst\u00fcck aus einem einzigen, metallenen Flacheisen herausgearbeitet. Formal besteht es aus einem halbkreisf\u00f6rmig abgerundeten Endteil mit einem Durchmesser von 15,80 mm und besitzt, 6,98 mm vom Endpunkt an gemessen eine runde Bohrung von 5 mm. Nach Oben hin verj\u00fcngt sich das Griffst\u00fcck bis auf eine Breite von 11,00 mm und verstrebt sich von da an in zwei deutlich sichtbare Verastungen, die letztendlich eine Spreizung von 36,29 mm aufweisen und dazu bestimmt sind, die beiden Querbalken samt metallurgischer Verbindung aufzunehmen. Zwischen den beiden Verastungen befindet sich eine V-f\u00f6rmige Einbuchtung, die gleichfalls in Hammerschlagtechnik aus diesem Flacheisenst\u00fcck herausgearbeitet wurden, wesentlich zur Stabilisierung beitragen und gleichzeitig dem gesamten <em>Cult-object<\/em> eine optische Leichtigkeit vermitteln. Der tats\u00e4chliche Griffbereich misst eine L\u00e4nge von 51,13 mm und ist an seinen R\u00e4ndern nach hinten durchgehend abgefalzt. S\u00e4mtliche Kanten wurden entgratet und gegl\u00e4ttet. Die fleckenartige Oberfl\u00e4chenbeeintr\u00e4chtigung direkt rechts oberhalb der 5 mm breiten Bohrung am mittleren <em>Cult-object<\/em> l\u00e4sst sich zurzeit nicht zuordnen.<\/p>\n<p>Alle drei Griffst\u00fccke weisen die bereits von den letzten Ausgrabungen her bekannten schriftartigen Symbole auf, die mittels Einritzungen am Griffst\u00fcck angebracht wurden. Diese schriftartigen Symbole sind sowohl von ihrer Anordnung als auch Gr\u00f6sse vollkommen ident mit den bisherigen Ritzungen s\u00e4mtlicher einschl\u00e4giger <em>Cult-object<\/em> Fundungen im Raum <em>Nordtirol<\/em>. Es ist somit von einer durch kultische Normen und Traditionen gepr\u00e4gten Formensprache auszugehen, die einerseits identit\u00e4tsstifftende Merkmale und prolongierende Wiedererkennungssymbole dauerhaft manifestiert und anderseits der intrinsischen Weiterentwicklung in der Gesamtgestaltung eine entsprechende Artefakturierung erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Der senkrechte Balken aus Rundeisen \u00fcberragt die Querbalken um 35,17 mm, w\u00e4hrend der Abstand von der oberen Rundungskante der Querbalken zum Endpunkt des Griffst\u00fccks 76,09 mm misst. Im Bereich des Kreuzungspunktes aller vier Einzelteile zeigen s\u00e4mtliche Hammerverschweissungen stark abstrahierte, kreisartige und durch kleingestaltige Aufw\u00f6lbungen betonte, tropfenartig wirkende und teilweise ineinander verrinnende Formen, die sowohl produktionstechnisch bedingt, als auch durch ausschm\u00fcckende Absicht erzeugt sein k\u00f6nnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle drei Cult-objecte dieses Triptychons weisen eine idente Gestaltung auf, die sich nur in kleinen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1316"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1316"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1316\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1318,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1316\/revisions\/1318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}