{"id":1323,"date":"2016-04-06T20:10:38","date_gmt":"2016-04-06T18:10:38","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1323"},"modified":"2016-04-06T20:10:38","modified_gmt":"2016-04-06T18:10:38","slug":"brixental-mai-oktober-2007-ausgrabungsprotokoll-152","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1323","title":{"rendered":"Brixental, Mai &#8211; Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 15\/2"},"content":{"rendered":"<p>Die R\u00fcckseiten aller drei <em>Cult-objecte<\/em> dieses Triptychons sind in ihrer gestalterischen Ausformung und ihrer artefakturiellen Ausfertigung\u00a0 als gleichartig zu bezeichnen, da jedes der drei <em>Cult-objecte<\/em> sich in Details von den jeweils zwei anderen <em>Cult-objecten<\/em> klar und deutlich unterscheidet. Diese Verschiedenheit bezieht sich jedoch lediglich auf die Bereiche der Assemblierung der einzelnen Teile, aus denen sich die <em>Cult-objecte<\/em> zusammensetzen, nicht jedoch auf die die Konstruktion und Ausformung der Einzelteile selbst. So sind die am deutlichsten feststellbaren Unterscheidungen zwischen den einzelnen <em>Cult-objecten<\/em> an den jeweiligen Hammerverschweissungen auszumachen, die \u00fcberwiegend aus abgerundeten, tropfenf\u00f6rmigen, schmelz\u00admetallischen und im Material erhoben wirkenden Schweissstellen bestehen, die in sich aber einer logisch aufgebauten, bildkompositorischen Anordnung zu folgen scheinen, deren innerer Sinn und deren Aussage zur Zeit lediglich spekulativ interpretiert werden k\u00f6nnten, da es bis dato keinerlei \u00e4hnliche arteologische Fundungen im gesamten Alpenraum gibt, welche komparatistische Schlussfolgerungen im Bezug auf Inhalt und \/ oder kultisch-mythologischer Deutung zuliessen. Rein formal betrachtet stellt dieser \u201e<em>Brixner Triptychon<\/em>\u201c eine eindeutige Weiterentwicklung der bisher im Raum <em>Nordtirol<\/em> gefundenen <em>Cult-objecte<\/em> dar.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/brixental_cultobject_rueckansicht.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1324\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1324\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/brixental_cultobject_rueckansicht-150x150.jpg\" alt=\"brixental_cultobject_rueckansicht, brixental 2007, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>W\u00e4hrend das verwendete Griffst\u00fcck sowohl in seiner metallurgischen Zusammensetzung als auch ins einer handwerklichen und kunsthandwerklichen Ausfertigung eindeutig den bisherigen Fundungen entspricht \u2013 es ist dabei von einer bereits primitiven Vorform einer seriellen Fertigung mit arbeitsteiliger Partialit\u00e4t auszugehen, wie sie in Ans\u00e4tzen auch an anderen Fundorten Nordtirols mehr als wahrscheinlich vorzufinden war \u2013 sind die dreiteiligen Applikationen aus Rundmetallst\u00e4ben jeweils spezielle Einzelanfertigungen die mit hoher Sicherheit von jeweils einem einzigen Handwerker ausgef\u00fchrt wurden. Die \u00fcbereinstimmenden Masse und die idente Formensprache innerhalb des Gestehens weisen dabei auf durchaus traditionell bedingte, handwerkliche Abl\u00e4ufe hin, welche in Form eines stereotypen Abarbeitens von einzelnen Arbeitsschritten zum gew\u00fcnschten Ergebnis f\u00fchrten, zeigen andererseits jedoch keinerlei Ans\u00e4tze eines eigenst\u00e4ndigen kunsthandwerklichen oder gar k\u00fcnstlerischen Bestrebens der jeweiligen Bearbeiter. <em>Joschua Berndorfer<\/em> gesteht in seinen <em>Untersuchungen \u00fcber die metallverarbeitenden Techniken im Alpenraum von der Bronzezeit bis zur Antike<\/em> (<em>Joschua Berndorfer [Hrsg], Montanistische Universoit\u00e4t Leoben, 2001)<\/em> zwar vereinzelte individuelle Ans\u00e4tze, insbesondere in den hammerverschweissten Verbindungen der beiden im <em>Pitztal<\/em> im Jahre 1999 gefundenen <em>Cult-objecte<\/em>, den ausf\u00fchrenden Handwerkern zu, verneint jedoch insgesamt eine bewusste k\u00fcnstlerisch bedingte Auseinandersetzung im Rahmen einer restriktiven, traditionell bestimmten Normensprache innerhalb kultisch vorgegebener Parameter.<\/p>\n<p>Das \u00fcberwiegend plagiative Element ist somit auch in der Ausf\u00fchrung des \u201e<em>Brixner Triptychons<\/em>\u201c vorherrschend und beweist die strukturelle Abh\u00e4ngigkeit der eingeborenen Bev\u00f6lkerung in ihren handwerklichen und technischen F\u00e4higkeiten von transitalen Einfl\u00fcssen, wie sie bereits an allen anderen Fundorten im Raum <em>Nordtirol<\/em> belegt werden konnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die R\u00fcckseiten aller drei Cult-objecte dieses Triptychons sind in ihrer gestalterischen Ausformung und ihrer artefakturiellen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1323"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1323"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1325,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1323\/revisions\/1325"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}