{"id":1351,"date":"2016-04-26T19:08:48","date_gmt":"2016-04-26T17:08:48","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1351"},"modified":"2016-04-26T19:08:48","modified_gmt":"2016-04-26T17:08:48","slug":"brixental-mai-oktober-2007-ausgrabungsprotokoll-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1351","title":{"rendered":"Brixental, Mai &#8211; Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 23"},"content":{"rendered":"<p>Der 15. August gilt in der <em>Republik \u00d6sterreich<\/em> als gesetzlicher Feiertag, obwohl dieser Festtag von seiner Bedeutung her einzig religi\u00f6s besetzt ist und keinerlei s\u00e4kulare Grundlage besitzt. Dieser Feiertag ist der sogenannten <em>Jungfrau Maria<\/em> gewidmet, die als Mutter von <em>Jesus Christus<\/em> angesehen wird, welcher der religi\u00f6sen Anschauung nach als Sohn Gottes auf die Welt gekommen ist. An diesem Tag wird der Aufnahme dieser <em>Jungfrau Maria<\/em> in den Himmel (~ Paradies) gedacht, wo sie an einem speziellen Platz in diesen G\u00f6tterreigen aufgenommen worden sein soll, der in sich aus einem Dreigestirn besteht: n\u00e4mlich aus dem obersten Gott, welcher auch, zumindest der neueren \u00dcberlieferungen nach Gottvater genannt wird, aus seinem Sohn namens <em>Jesus<\/em> und aus einer wohl eher geistig zu verstehenden G\u00f6tterfigur, die als \u201eHeiliger Geist\u201c bezeichnet und in der Darstellung meist als wei\u00dfe Taube verk\u00f6rpert wird.<\/p>\n<p>Alleine schon diese mystische Beschreibung zeigt, wie nahe das Christentum, und hier wieder insbesondere der Katholizismus, in seiner inneren Ausgestaltung sich an wesentlich \u00e4ltere \u00dcberlieferungen und Mythen h\u00e4lt. So sei hier im Bezug auf die Jungfr\u00e4ulichkeit der \u201eMutter Gottes\u201c, also dieser <em>Jungfrau Maria<\/em>, auf das <a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/gilgamesch-epos-uni-heidelberg.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1352\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1352\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/gilgamesch-epos-uni-heidelberg-150x150.jpg\" alt=\"gilgamesch epos, uni heidelberg, dr. arkadasch, arteologie,\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><em>Gilgamesc<\/em>h <em>Epos (Gischgimmasch<\/em>) aus dem 12. Jahrhundert vor Christi Geburt (verschriftlicht im 7. Jahrhundert vor Christus) verwiesen, in welchem bereits von einer jungf\u00e4ulichen Geburt gesprochen wird. Auch andere thematische Erz\u00e4hlbereiche haben \u00fcber den Umweg des j\u00fcdischen <em>Tanach<\/em> ihren Einzug in das sogenannte \u201e<em>Alte Testament<\/em>\u201c des Christentums gehalten, das in seiner Ausf\u00fchrung nahezu ident mit dem <em>Tanach<\/em> ist sowie Teile aus der um 250 vor Christus entstandenen <em>Septuaginta<\/em> enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Wesentliche Teile daraus, aber auch aus dem \u201e<em>Neuen Testament<\/em>\u201c, welches in vier verschiedenen als <em>Evangelien<\/em> bezeichneten B\u00fcchern unter anderem das Leben und Wirken von <em>Jesus Christus<\/em> beschreibt, haben in weiterer Folge ihren Niederschlag im <em>Koran<\/em> gefunden. Mythohistorisch betrachtet besitzen somit alle drei grossen monotheistischen Religionen gemeinsame Wurzeln, deren erster verschriftlichter Ursprung in <em>Altbabylonien<\/em> zu finden ist.<\/p>\n<p>Die Verehrung der \u201eMutter Gottes\u201c, in Person der \u201e<em>Jungfrau Maria<\/em>\u201c ist jedoch in dieser Ausformung einzig dem Christentum vorbehalten, wobei hier besonders die systemimmanenten, theologischen Definitionen im Katholizismus sowie in den als \u201eorthodox\u201c bezeichneten Abspaltungen Osteuropas zu erw\u00e4hnen sind, die sich geschichtlich aus dem Einflussbereich des sp\u00e4ten <em>Ostr\u00f6mischen Reichs<\/em> entwickelt haben.<\/p>\n<p>In den katholischen L\u00e4ndern, zu welchem auch die <em>Republik \u00d6sterreich<\/em> zu z\u00e4hlen ist, zeigt sich der nach wie vor, trotz einer s\u00e4kularen Verfassung, bestehende Einfluss der Kirche im Bezug auf die Marienverehrung in mehreren spezifischen Feiertagen, wie etwa dem 8. Dezember (Fest der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis \u2013 dies soll bedeuten, dass die <em>Jungfrau Maria<\/em> ohne S\u00fcnde empfangen wurde), oder eben dem 15. August, dem Fest der \u201eHimmelfahrt\u201c von Maria, der Mutter von <em>Jesus<\/em>.<\/p>\n<p>Dieser 15. August gilt in <em>Tirol<\/em> als gesetzlicher Feiertag, ist somit arbeitsfrei und der \u00fcberwiegende Teil der Gesch\u00e4fte und Institutionen ist an diesem Tag geschlossen. Der klerikal-zeremonielle Ablauf an diesem Tag wird von einer Prozession bestimmt, einem zuvor festgelegtem Rundgang durch die n\u00e4here Umgebung des jeweils bestimmenden und kultzentralen Kirchenbaus, an welchem neben der Priesterschaft die poltische F\u00fchrung der jeweiligen Siedlung, sowie verschiedene, teils uniformierte Abordnungen unterschiedlicher Vereine sowie Blasmusikkapellen teilnehmen, und in einem nachfolgenden, bzw. zwischengeschobenem Teil die gew\u00f6hnliche Bev\u00f6lkerung mit Gebet und kirchlichen Ges\u00e4ngen mitpilgert. Dieses durchaus pittoresk anmutende Schauspiel lockt mittlerweile auch zahlreiche Zuschauer an die entsprechenden Strassenr\u00e4nder und wird somit auch gerne landesweit touristisch ausgewertet.<\/p>\n<p>Da dieser 15. August 2007 auf einen Mittwoch fiel, beschloss das Expeditionsteam auch die nachfolgenden Tage bis einschliesslich Montag (20. August 2007) den eingeborenen Hilfskr\u00e4ften f\u00fcr ihre religi\u00f6sen Erfordernisse freizugeben, da f\u00fcr katholische Gl\u00e4ubige der sonnt\u00e4gliche Besuch einer religi\u00f6sen Kultveranstaltung verpflichtend und obligatorisch ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 15. August gilt in der Republik \u00d6sterreich als gesetzlicher Feiertag, obwohl dieser Festtag von&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1351"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1351"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1351\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1353,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1351\/revisions\/1353"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}