{"id":1378,"date":"2016-05-25T21:20:45","date_gmt":"2016-05-25T19:20:45","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1378"},"modified":"2016-05-25T21:20:45","modified_gmt":"2016-05-25T19:20:45","slug":"brixental-mai-oktober-2007-ausgrabungsprotokoll-266","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1378","title":{"rendered":"Brixental, Mai &#8211; Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 26\/6"},"content":{"rendered":"<p>Bereits mit der ersten Verlautbarung des betreffend Grabungscommuniques an die anwesenden Medienvertreter wurde in Anlehnung an die bisherigen Namensgebungen der im nordtiroler Raum gefundenen humanoiden Funde diese Fundung als \u201e<em>Brixi<\/em>\u201c benannt und auch umgehend in den diversen Berichterstattungen in vergleichbarer Weise dargestellt. Mittlerweile wird selbst in den einschl\u00e4gigen wissenschaftlich-arteologischen Kreisen diese im Grund rein popul\u00e4rwissen\u00adschaftliche Namensgebung f\u00fcr die Funde in <em>Nordtirol<\/em> durchgehend verwendet, da sie sprachlich eine geschlossene Kategorisierung darstellt, die es alleine aufgrund der jeweiligen Namensnennung erm\u00f6glicht, den jeweiligen Fund thematisch zweifelsfrei zuordnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die umfassenden Analysen dieser linken Hand wurden am historisch pathologischen Institut der <em>Technischen Hochschule in Bern<\/em> im Zeitraum November 2007 bis April 2008, unter der Leitung von <em>Prof. Dr. Paola Catania<\/em> durchgef\u00fchrt, und zeigten folgende Ergebnisse:<\/p>\n<ol>\n<li>Es handelt sich bei dieser Hand um eine linke, maskuline Hand einer erwachsenen Menschen, mit einem Lebensalter von +\/- 38 Jahren.<\/li>\n<li>Die mikroskopische Analyse der Abtrennungsstelle an der Handwurzel zeigt typische post mortale Gewebsver\u00e4nderungen der Hautschichten, die eindeutig beweisen, dass der Tod der Person zumindest drei Stunden vor der Abtrennung dieser Gliedmasse erfolgt sein muss. Aufgrund der Mumifizierung und der damit einhergehenden Konservierungstechniken sind weder aus muskul\u00e4rem noch aus knochenartigem Material weitere Schlussfolgerungen \u00fcber eine eventuelle Todesursache ableitbar. Lediglich die Unversehrtheit der Hand als solcher, die keinerlei sonstige Verletzungen oder mechanische Beeintr\u00e4chtigungen vorweist, die auf ein Abwehrverhalten oder gar einen dem Ableben vorangegangenem Kampf hinweisen, best\u00e4rkt die Annahme, dass es sich beim Hinscheiden der betreffenden m\u00e4nnlichen Person um einen nat\u00fcrlichen Tod infolge Krankheit und \/ oder Verunfallung gehandelt haben k\u00f6nnte, der ohne eine aktive k\u00f6rperliche Gegenmassnahme des verstorbenen eingetreten ist.<\/li>\n<li>Die Mumifizierung erfolgte nach den bereits bekannten Vorgangsweisen bei den bisherigen Fundungen in <em>Nordtirol<\/em>, wobei hier aber zum ersten Mal eine zus\u00e4tzliche Umh\u00fcllung durch vorpr\u00e4pariertes Leinen erfolgt ist, und in weiterer Folge ein keramoider Einschluss in einem gebrannten, irdenen Kubus.<\/li>\n<li>Die Untersuchungen an der <em>Technischen Hochschule in Bern<\/em> umfassten sowohl die Materialanalyse dieses Kubus als auch das m\u00f6gliche technische Prozedere beim Brennvorgang, welcher in verschiedenen Experimenten nachvollzogen wurde. Dabei stellte sich heraus, dass der keramische Brand des Kubus maximal eine Temperatur von 1200 Grad Celsius erreichen, und auch hier wiederum lediglich f\u00fcr einen Zeitraum von 45 Minuten dabei den Kernbereich bis zu 900 Grad Celsius erhitzen durfte, da ansonsten weder das organische Grundmaterial der Hand, als auch deren anorganischen Konservierungsmaterialien diese Hitze schadlos \u00fcberstehen konnten. Es handelt sich somit bei diesem Fund um eine Art k\u00fcnstlicher \u201eVersteinerung\u201c, die zwar die Abbildgenauigkeit des Objektes insgesamt wahrt, aber bis auf die unter dem Mikroskop noch feststellbaren zellul\u00e4ren Strukturen am Abtrennungsbereich keinerlei organisch auswertbare und somit realhumane \u00dcberreste konserviert hat. Dass es sich gleichwohl tats\u00e4chlich um eine linke menschliche Hand bei diesem Fund handelt ergaben eindeutig die vergleichenden Analysen mit krematoriologischen Asche\u00fcberresten aus Feuerbestattungen.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/felsenmalerei.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1379\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1379\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/felsenmalerei-150x150.jpg\" alt=\"felsenmalerei, brixental 2007, arteologie, dr. arkadasch\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der keramoide Kubus besteht aus einem Ton-Lehm-Gemisch, dem zwei Prozent <em>Eisenoxid<\/em> und 1,5 Prozent <em>Braunstein<\/em> in Pulverform beigemengt wurden. Dieser <em>Braunstein<\/em> enth\u00e4lt <em>Mangan<\/em>, welches als essentielles Element aller organischen Lebensformen vorzufinden ist, sowie einen wesentlichen Bestandteil verschiedener Enzyme darstellt. In der Natur vorkommende <em>Manganoxide<\/em>, wie der hier verwendete <em>Braunstein<\/em>, sind bereits lange bekannt und in Verwendung, und konnten unter anderem in den etwa 17000 Jahre alten H\u00f6hlenmalereien von <em>Ekain<\/em> und <em>Lascaux<\/em> nachgewiesen werden. Inwieweit sie beim Versteinerungsbrand des \u201e<em>Brix<\/em>i\u201c sowohl chemisch als auch physikalisch ihre Wirkung entfalten ist zurzeit Gegenstand weiterer Untersuchungen und Experimente.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits mit der ersten Verlautbarung des betreffend Grabungscommuniques an die anwesenden Medienvertreter wurde in Anlehnung&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1378"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1378"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1378\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1380,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1378\/revisions\/1380"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1378"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1378"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1378"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}