{"id":1386,"date":"2016-06-04T21:25:26","date_gmt":"2016-06-04T19:25:26","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1386"},"modified":"2016-06-04T21:25:26","modified_gmt":"2016-06-04T19:25:26","slug":"brixental-mai-oktober-2007-ausgrabungsprotokoll-268","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1386","title":{"rendered":"Brixental, Mai &#8211; Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 26\/8"},"content":{"rendered":"<p>Dieser humanoide Fund im <em>Brixental<\/em> unterscheidet sich vor allem durch seine k\u00fcnstlich herbeigef\u00fchrte <em>Petromumifizierung<\/em>, die in dieser Form bisher im gesamten Alpenbereich absolut einmalig ist. Die digitalen und r\u00f6ntgenologischen Untersuchungen dieser linken, maskulinen Hand belegen mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass die technischen Abl\u00e4ufe der posthumen Pr\u00e4parierung des organischen Materials weitestgehend ident mit dem jeweilig entsprechenden Prozedere der bisherigen im Raum <em>Nordtirol<\/em> vorgefundenen humanoiden Mumifizierungen sind. So ist einerseits von einer mehrt\u00e4gigen Dehydrierung auszugehen, wie auch von einer Infiltration mit Harzen und mineralischen Gemengen, die in weiterer Folge durch den pyrotechnischen Einsatz sich zu einem in homogenen Kunststein verschmolzen, ohne dabei jedoch die gestalterische Form, selbst in den strukturell organisch vorgegebenen Einzelheiten zu verlieren.<\/p>\n<p>Frau <em>Prof. Dr. Paola Catania <\/em>verweist hier auf die humanoiden Funde von <em>Heculaneum<\/em> und <em>Pompeii<\/em>, welche allerdings durch pyroklastische Verhitzungen und dem unmittelbar nachfolgenden Ascheregen ihre Mumifizierung erfahren haben, w\u00e4hrend beim \u201e<em>Brixi<\/em>\u201c die Versteinerung entweder durch den bewussten Einsatz von Feuer, oder aber per Zufall, infolge eines lokalen Brandgeschehens erfolgt sein muss. Die Untersuchung des unmittelbaren Fundgel\u00e4ndes im direkten Umfeld des Ton-Lehm-Quaders ergab jedoch keinerlei Hinweise auf einen entsprechenden Einsatz von Feuer, wobei festzuhalten ist, dass es sich hierbei um eine technisch durchaus ausgereifte Konstruktion gehandelt haben m\u00fcsste, um eine entsprechende und auch dauerhafte, sowie laufend zu regulierende Hitzeeinwirkung zu gew\u00e4hrleisten. Weder mineralische noch florale Spuren waren diesbez\u00fcglich vor Ort feststellbar. Es gilt somit die Annahme, dass der Brand dieses Ton-Lehm-Quaders in einem speziellen Brandofen erfolgte, wie er etwa bei T\u00f6pfern zu dieser Zeitepoche in Verwendung stand. Die Datierung s\u00e4mtlicher Funde im <em>Brixental<\/em> umfasst einen Zeitraum der sp\u00e4ten <em>Arteologischen Zeit<\/em> bis hin zum H\u00f6hepunkt der <em>Hocharteologischen Zeit<\/em>. Die Mumifizierung in ihrer Ausarbeitung als Kunststeingemenge stellt dabei den bisherigen H\u00f6hepunkt der dauerhaften Pr\u00e4parierung von humanoiden Funden dar.<\/p>\n<p>Mit dieser Technik wurde die Oberfl\u00e4che der linken, maskulinen Hand nahezu perfekt erhalten: so sind nicht nur s\u00e4mtliche Fingern\u00e4gel deutlich erkennbar, sondern auch Reste und Ans\u00e4tze einer Behaarung an den unteren Fingergliedern, sowie entlang der linken Handseite von der Wurzel des kleinen Fingers an bis zur Abtrennungsstelle an der Handwurzel. Durch die <em>Petromumifizierung<\/em> verblieb jedoch keinerlei organisches Material, welches f\u00fcr eine gentechnische Untersuchung h\u00e4tte verwendet werden k\u00f6nnen. Somit beschr\u00e4nkt sich derzeit die Analyse dieser Hand fast ausnahmslos auf eine rein anatomische Diagnostik und auf chemische Untersuchungen der einzelnen Materialen und der entsprechenden Verschmelzungsprodukte im besagten Fundobjekt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/hand-aussen-2.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1387\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1387\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/hand-aussen-2-150x150.jpg\" alt=\"humanoider fund, fundprotokollzeichnung, brixental 2007, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Hand zeigt eine leichte Spreizung der Finger, eine offene Geste, wie sie etwa beim Empfang von Gegenst\u00e4nden typisch ist. An der Handwurzel betr\u00e4gt der Durchmesser 4,62 cm und die L\u00e4nge von der oberen Handwurzel bis zur Fingerspitze des Kleinen Fingers betr\u00e4gt 11, 24 cm. Der Zeigefinger misst 8,28 cm und der leicht abgespreizte Daumen 6,64 cm. Die Dicke der vier anderen Finger betr\u00e4gt im Schnitt ungef\u00e4hr 1,50 cm im Durchmesser, jeweils gemessen am mittleren Fingergliedgelenk. Vom rechten Rand des Fingernagels des Zeigefingers bis zum linken Rand des Fingernagels des Kleinen Fingers ergibt sich eine leichte Spreizung von 8,07 cm, allerdings nicht entlang der Fingerkuppen gemessen, sondern entlang einer waagrechten Messlinie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser humanoide Fund im Brixental unterscheidet sich vor allem durch seine k\u00fcnstlich herbeigef\u00fchrte Petromumifizierung, die&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1386"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1386"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1386\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1388,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1386\/revisions\/1388"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}