{"id":1428,"date":"2016-09-26T20:23:04","date_gmt":"2016-09-26T18:23:04","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1428"},"modified":"2016-10-04T20:53:02","modified_gmt":"2016-10-04T18:53:02","slug":"zillertal-juni-oktober-2012-ausgrabungsprotokoll-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1428","title":{"rendered":"Zillertal, Juni &#8211; Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 10"},"content":{"rendered":"<p>Die Schwierigkeiten von derartigen Erkundungen vor Ort in einem relativ stark besiedelten alpinen Gebiet mit \u00fcberwiegenden Habitatsbereichen unterhalb der Baumgrenze zeigen sich bereits beim Studium der topografischen Karten, ab einem Massstab von 1:40000\u00a0 sehr deutlich. Der Raum <em>Nordtirol<\/em> geh\u00f6rt zur G\u00e4nze zu den <em>Ostalpen<\/em> und weist insgesamt jene geologischen Erscheinungsformen auf, die f\u00fcr diesen Bereich als typisch anzusehen sind. Die <em>Alpen<\/em> sind aus geologischer Sicht ein junges Gebirge, dessen geologische Auffaltung vor etwa 135 Millionen Jahren begann (\u00dcbergang <em>Jura<\/em>&#8211; zur <em>Kreidezeit<\/em>), als ein mehrstufiger Prozess, der bis heute nicht abgeschlossen ist und in abgemilderter Form anh\u00e4lt. Die letzte bedeutende Phase der Auffaltung erfolgte vor etwa 30 bis 35 Millionen Jahren im <em>Terti\u00e4r<\/em>.<\/p>\n<p>Die <em>Alpen<\/em> geh\u00f6ren aus plattentektonischer Sicht zu den jungen <em>Deckengebirgen<\/em> der <em>alpidischen<\/em> <em>Gebirgsbildung<\/em> zu denen neben dem <em>Kaukasus<\/em> auch der <em>Himalaya<\/em> gez\u00e4hlt wird. Gleichzeitig zur immer noch andauernden Gebirgsbildung der <em>Alpen<\/em> \u2013 die im Wesentlichen auf die Kontinentalplattenverschiebung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist (Verschiebung um die 5 cm\/Jahr) &#8211; wirkten mit der Auffaltung zugleich auch die verschiedenen Kr\u00e4fte der Erosion auf diese Gebirgsbildung mit ein. F\u00fcr den <em>Alpenbereich<\/em> in <em>Europa<\/em> sind hier besonders die niederschlagsreichen Bereiche, die dem atlantischen Einfluss unterliegen, zu nennen, da erst ab dem <em>Wiener<\/em> <em>Becken<\/em> <em>kontinentales<\/em> <em>Klima<\/em> herrscht. Einhergehend mit den erosiven Kr\u00e4ften des Niederschlags in Form von Regen und Schnee sind zudem die relativ starken und h\u00e4ufigen Winde als formgebende Gestaltungskraft der Gebirge, sowie die starken, lokal aber unterschiedlich auftretenden Erscheinungen von glazialen Fr\u00f6sten und Tauwetterperioden kontr\u00e4r zur Auffaltung wirkende Kr\u00e4fte zu nennen. Daraus ergibt sich auch der generelle H\u00f6henunterschied zum <em>Himalayagebirge<\/em>, da dieser Gebirgszug wesentlich geringeren erosiven Kr\u00e4ften aufgrund seiner innerkontinentalen Lage ausgesetzt ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr den <em>Nordtiroler<\/em> <em>Raum<\/em> und auch f\u00fcr den Bereich des <em>Zillertales<\/em> sind somit die starken und aus geologischer Sicht h\u00e4ufigen erosiven Gel\u00e4ndever\u00e4nderungen typisch und pr\u00e4gen in ihrer Vielfalt die kleinstrukturierten geologischen Erscheinungsbilder die f\u00fcr den <em>Alpenraum<\/em> typisch sind: schroffe Berge aus sedimentgebildeten Kalksteingebirgen mit starker Schotterhaldenbildung und klimatisch bedingtem Felsbruch, sowie regelm\u00e4ssig auftretende Gel\u00e4ndever\u00e4nderungen entlang der Gebirgswasserl\u00e4ufe infolge der massiven Geschiebequantit\u00e4ten, die immer wieder zu grossfl\u00e4chigen Vermurungen, \u00dcberschwemmungen und Erdrutschen f\u00fchren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/erkundung_zillertal_karte1.jpeg\" rel=\"attachment wp-att-1429\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1429\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/erkundung_zillertal_karte1-150x150.jpeg\" alt=\"erkundung_zillertal_karte1, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Diese Gel\u00e4ndever\u00e4nderungen unterliegen in der vegetativen Zone durch nachfolgende nat\u00fcrliche Bewaldung einer floralen Assimilation die erst durch das Eingreifen des Menschen dem heutigen Erscheinungsbild der jeweiligen Landschaften entsprechen. Gleichwohl bleiben vor allem in den agrikulturell genutzten Bereichen die Grundformen von Bestand, unterliegen aber durch die Nutzung als Weide- und Ackerland, oder aber im Zuge einer forstwirtschaftlichen Verwendung einer zus\u00e4tzlichen artifiziellen Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/erkundung_zillertal_karte2.jpeg\" rel=\"attachment wp-att-1430\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1430\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/erkundung_zillertal_karte2-150x150.jpeg\" alt=\"erkundung_zillertal_karte2, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Wie weit diese an der Oberfl\u00e4che klar ersichtlichen Ver\u00e4nderungen (Wege, Strassen, Rodungen, Holzeinschlag, Verbauungen, Siedlungsgebiete etc.) das Gesamtbild beeinflussen und somit eine arteologische Gel\u00e4ndeanalyse erschweren, wird aus den Erkundungsunterlagen der Expedition von 2011 deutlich und zeigt zugleich wie wichtig derartige Untersuchungen f\u00fcr weitergehende Zielsetzungen und Beforschungen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schwierigkeiten von derartigen Erkundungen vor Ort in einem relativ stark besiedelten alpinen Gebiet mit&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1428"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1428"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1428\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1445,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1428\/revisions\/1445"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}