{"id":1458,"date":"2016-10-08T17:20:17","date_gmt":"2016-10-08T15:20:17","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1458"},"modified":"2016-10-08T17:20:17","modified_gmt":"2016-10-08T15:20:17","slug":"zillertal-juni-oktober-2012-ausgrabungsprotokoll-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1458","title":{"rendered":"Zillertal, Juni &#8211; Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 17"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Br\u00fcckenschlag durch das <em>\u00d6sterreichische Bundesheer<\/em> vereinfachte sich die Koordination der zwei Grabungsstellen an den jeweiligen Ufern des <em>Ziller<\/em> wesentlich. Das Grabungsteam \u201eOst\u201c stand dabei unter der wissenschaftlichen Leitung des Hydrogeologen <em>Dr. Lars Larson<\/em> vom <em>Hydrogeologischen Institut der Universit\u00e4t Kapstadt<\/em>. In seinem Werk <em>\u201eHydrographische Untersuchungen zur thermoterrestrischen Symbiose zwischen klimatologischer Inh\u00e4renz und den infrastrukturellen Disturbtionen in der zweiten H\u00e4lfte des 20.Jahrhunderts am Beispiel des Alpenhauptkammes\u201c <\/em>hat sich <em>Dr. Larson<\/em> eingehend mit den Str\u00f6mungsverl\u00e4ufen im Entw\u00e4sserungsgebiet des <em>Inns<\/em> und seiner Nebenfl\u00fcsse befasst. Durch sein umfangreiches Wissen um das Fliessverhalten der inneralpinen Fl\u00fcsse und B\u00e4che vor deren weitestgehender Verbauung wurde vorerst auf punktbezogene Grabungen entlang der vermuteten Furtstelle am Ostufer des Zillers verzichtet und stattdessen in einer s\u00fcd\u00f6stlich verlaufenden Linien stichprobenartig die geologische Struktur vom <em>Zillerufer<\/em> bis <em>Imming<\/em> ermittelt. <a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/maeanderung-ziller-planzeichnung.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1459\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1459\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/maeanderung-ziller-planzeichnung-150x150.jpg\" alt=\"maeanderung-ziller-planzeichnung, zillertal 2012, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Dabei stellte sich heraus, dass ab einer Tiefe von ca. 60 cm sich vom heutigen Ufer des <em>Zillers<\/em>, an der Stelle, wo die <em>Imming<\/em> <em>Strasse<\/em> sich in einer beinahe rechtwinkeligen Kurve zum Geh\u00f6ft <em>Imming<\/em> erstreckt, eine sich stetig verbreiternde und dem nat\u00fcrlichen Anstieg des Gel\u00e4ndes folgende Felszunge erstreckt, die als Ausl\u00e4ufer des <em>Reitherkogels<\/em> in diesem Talbereich lange Zeit eine nat\u00fcrliche Sperre des Wasserlaufes bildete. Am heute noch bestehenden kleinen H\u00fcgel an der Schnittstelle der <em>Imming<\/em> <em>Strasse<\/em> zum <em>Ziller<\/em> tritt diese Felszunge kleinblockartig an die Oberfl\u00e4che und musste im Zuge der Verbauung und Begradigung des <em>Zillers<\/em> mechanisch unterbrochen werden. Bei Untersuchungen am ostseitigen Ufer konnte der weitere Verlauf dieser Felszunge weiterf\u00fchrend in nordwestlicher Richtung bis zum <em>Leitnerbach<\/em> hydrogeologisch kartiert werden. Diese Felszunge stellte somit im urspr\u00fcnglichen Flussverlauf ein nat\u00fcrliches Hindernis dar, welches einerseits zu Anstauungen am Talboden und andererseits zu einem Durchbruch an der petrodynamisch schw\u00e4chsten Stelle f\u00fchrte. Diesen Punkt lokalisierte das Team um <em>Dr. Larson<\/em> an jener Stelle, wo ein kleiner Bachlauf, ohne kartographierten Namen, die <em>Imming<\/em> Strasse kurz vor dem Weiler schneidet. Augenscheinlich dabei ist selbst der f\u00fcr Laien erkennbare Unterschied an der Oberfl\u00e4che: es handelt sich hierbei ausschliesslich um Gr\u00fcnland, welches f\u00fcr die Rinderzucht bewirtschaftet wird, ohne dabei aber die orts\u00fcbliche Beweidung, zumindest f\u00fcr die kurze Zeit nach der letzten Mahd bis zum Winterbeginn, zu nutzen. Auf Anfrage bei den betroffenen Bauern wurde die Auskunft erteilt, dass sich diese agrarischen Fl\u00e4chen aufgrund ihrer stark versumpften Bodenstruktur nicht f\u00fcr die \u00c4sung der Rinder eignen, da diese auf Dauer durch ihr Gewicht die Bodensode nachhaltig zerst\u00f6ren w\u00fcrden. Erst ab der Gel\u00e4ndestufung n\u00f6rdlich des namenlosen Bachlaufes, im steten Anstieg zur Geh\u00f6ftgruppe I<em>mming<\/em>, wird das Gr\u00fcnland auch f\u00fcr die Beweidewirtschaft genutzt. Die florale Analyse zeigt dabei deutlich den \u00fcberwiegend vormorastigen Charakter der nat\u00fcrlichen Grassorten in jenen Bereichen, die dem urspr\u00fcnglichen Schwemmbereich des <em>Zillers<\/em> zuzuordnen sind, und k\u00f6nnen durch ihre an eine Heidelandschaft erinnerndes Farbspiel selbst von Nichtexperten eingegrenzt werden.<\/p>\n<p>Ab dem Durchbruchspunkt des seinerzeitigen Flussverlaufes ist der heutige Bachverlauf des namenlosen Baches, der wenige Dutzend Meter n\u00f6rdlich in den <em>Ziller<\/em> m\u00fcndet, mit dem urspr\u00fcnglichen Flussbett weitestgehend ident.<\/p>\n<p>Wie <em>Dr. Larson<\/em> und sein Team bei den Untersuchungen des westlichen Uferbereichs feststellten, entspricht die heutige Trassierung der Hochspannungsleitung vom dortigen <em>Zillerufer<\/em> aus bis hin zum <em>Leitnerbach<\/em> dem Verlauf der vom <em>Reitherkogel<\/em> her sich erstreckenden Felsenzunge. Ausgehend von dieser nat\u00fcrlichen Trasse wurden bereits am 21 Juli 2012 am urspr\u00fcnglichen Flussknie, in H\u00f6he des verbliebenen blockartigen Uferh\u00fcgels, beidseitig des <em>Zillers<\/em> Parallelsondierungen durchgef\u00fchrt, um anhand der sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen die weiteren Grabungen zu fixieren.<\/p>\n<p>Frau <em>Mag. Heike Wutke<\/em> und ihr Grabungsteam stiessen dabei am Westufer, in einer Entfernung von sieben Metern vom heutigen Flussufer, in einer Tiefe von 40 cm, mit steil zum Ufer abfallender Tendenz, auf den gewachsenen Felsen (Granitgneis) und legten eindeutig erkennbare, wenn auch stark erodierte Rinnspuren mit einem konstanten Abstand von 1,47 m frei. Zwischen diesen Rinnspuren sind treppenartige Stufen angelegt, die sich nach innen neigen und rechts und links jeweils schmale Abflussnuten vorweisen, um so den Gehbereich m\u00f6glichst wasserfrei zu halten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Br\u00fcckenschlag durch das \u00d6sterreichische Bundesheer vereinfachte sich die Koordination der zwei Grabungsstellen an&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1458"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1458"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1458\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1460,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1458\/revisions\/1460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}