{"id":1505,"date":"2016-11-16T22:01:24","date_gmt":"2016-11-16T20:01:24","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1505"},"modified":"2016-11-16T22:01:24","modified_gmt":"2016-11-16T20:01:24","slug":"zillertal-juni-oktober-2012-ausgrabungsprotokoll-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1505","title":{"rendered":"Zillertal, Juni &#8211; Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 22"},"content":{"rendered":"<p>In der zweiten Augusth\u00e4lfte erschwerten die regelm\u00e4ssig im <em>Alpenraum<\/em> auftretenden sommerlichen Schlechtwetterperioden die Grabungsarbeiten ungemein. Der diese Wetterlage begleitende, hohe Pegelstand des <em>Zillers<\/em> bewirkte einhergehend mit den starken Regenf\u00e4llen einen kurzzeitigen Anstieg des Grundwasserstandes, sodass die Grabungsbereiche entlang der beiden Furtstellen in den Uferbereichen unter Wasser standen und auch die Sondierungsgr\u00e4ben entlang des urspr\u00fcnglichen Flussbettes zus\u00e4tzlich abgep\u00f6lzt und immer wieder unter Hilfestellung der \u00f6rtlichen Freiwilligen Feuerwehren ausgepumpt werden mussten.<\/p>\n<p>Diese Sicherungsarbeiten, die auch eine entsprechende Betreuung der Lagerbereiche umfasste \u2013 so wurde etwa der Besucherparkplatz im Lager <em>Imming<\/em> aufgeschottert und musste daf\u00fcr erst entsprechend der Vereinbarung mit dem b\u00e4uerlichen Besitzer zuvor von der Humusschicht befreit werden \u2013 beanspruchten das gesamte Expeditionsteam einschliesslich der eingeborenen Hilfskr\u00e4fte. Neben den t\u00e4glichen Kartographierungs- und Dokumentationst\u00e4tigkeiten, sowie der Betreuung der nach wie vor zahlreichen Besuchergruppen (eine F\u00fchrung durch das Grabungsgel\u00e4nde wurde dabei explizit den Touristen als Schlechtwetterprogramm seitens der Tourismusverb\u00e4nde angeboten) und der Wartung der Trocken- und Sickersiebanlage konnten daher in dieser Zeitspanne keine nennenswerten Grabungsfortschritte erzielt werden.<\/p>\n<p>Im Wesentlichen galten zu diesem Zeitpunkt die Grabungen am <em>ADHP Imming<\/em>, der die gesamte H\u00fcgelkuppe und den \u00f6stlichen Furtbereich umfasste, als abgeschlossen. Es fehlten nur mehr einige Feinarbeiten im Bereich des Vorplatzes der drei Geb\u00e4ude\u00fcberreste und eine detaillierte Untersuchung des Umgebungsraumes der Fundstelle des Triptychons, wobei hier bereits entlang des nat\u00fcrlichen Verlaufes der Sedimentablagerung eindeutig negative Fundergebnisse vorlagen.<\/p>\n<p>Mit einsetzender Wetterbesserung am Monatsende erfolgten dann die Aufnahme der restlichen geplanten Grabungsarbeiten, sowie die ausstehenden Abschlussarbeiten an den bisherigen Fundbereichen. Dazu wurden am n\u00f6rdlichen Abhang der H\u00fcgelkuppe, dem urspr\u00fcnglichen Verlauf des Uferbereiches des <em>Zillers<\/em> folgend, drei Sondierungsgr\u00e4ben im Parallelverschiebungsverfahren angelegt. Der durch die anhaltenden Regenf\u00e4lle stark durchn\u00e4sste Boden erforderte dabei nach wie vor eine durchgehende Abp\u00f6lzung und teilweise h\u00e4ndische Trockenlegung, da einerseits das Sickerwasser st\u00e4ndig zu Kantenabbr\u00fcchen und Einsch\u00fcttungen der Gr\u00e4ben f\u00fchrte und andererseits die Sohle der Gr\u00e4ben sich nach und nach mit Wasser f\u00fcllte, welches mit Eimern und Handpumpen in den <em>Ziller<\/em> verbracht wurde. Mit zunehmender Normalisierung des Wasserstandes des <em>Zillers<\/em> konnten in weiterer Folge diese Grabungen trockenen Fusses durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zilli-1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1506\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1506\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zilli-1-150x150.jpg\" alt=\"humanoider fund, zillertal 2012, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Am 11. September 2012 stiess das Grabungsteam um <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> auf einen unversehrten humanoiden Fund. Es handelt sich dabei um die Grabst\u00e4tte eines Kleinkindes, welches im \u00dcbergangsbereich der H\u00fcgelkuppe zum Uferbereich des urspr\u00fcnglichen Flussbettes angelegt wurde. Die Grabst\u00e4tte selbst besteht aus einer trockengemauerten Einfassung, die in ihrem Inneren zur G\u00e4nze mit feink\u00f6rnigem Basaltsand aufgef\u00fcllt ist und das mumifizierte Kleinkind vollst\u00e4ndig umgibt. Trotz der fehlenden Abdeckung dieser Grabst\u00e4tte, wobei hier die dar\u00fcberliegende Schicht aus Lehmerden einen nat\u00fcrlichen und dauerhaften Schutz vor Feuchtigkeit bildete \u2013 wobei hier noch nicht abschliessend feststellbar ist, inwieweit diese Lehmerdenschicht beabsichtigt angebracht wurde, oder aber im Verlauf der Zeit eine Folge nat\u00fcrlichen Ursprungs ist, da sich auch im direkten Umfeld immer wieder derartige Lehmerdeneinlagerungen befinden \u2013 weist die Mumifizierung lediglich kleinere Beeintr\u00e4chtigungen durch Feuchtigkeit auf. Der Schutz vor eindringender N\u00e4sse aus dem Umfeld oder durch die terrestrische kapillare Sogbildung zum Grundwasser hin, wurde durch den Basaltsand verhindert, der infolge seiner mineralischen Zusammensetzung besondere hydrophobe Eigenschaften besitzt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zilli-5.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1507\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1507\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zilli-5-150x150.jpg\" alt=\"humanoider fund, bild 2, zillertal 2012, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Dieser Basaltsand wurde aus der Gegend des heutigen <em>Neapels <\/em>(<em>Italien<\/em>) eingef\u00fchrt und entstammt dem vulkanischen Massiv des <em>Vesuvs<\/em>. Die Carbondatierung belegt seine Herkunft aus einem Ausbruch im <em>Vorarteologischen Zeitalter<\/em> und entspricht in seiner Anwendung systematisch den voretruskischen Konservierungstechniken der Haltbarmachung von Lebensmitteln in sogenannten \u201eSpeisegruben\u201c, wie sie \u00fcber ganz <em>Europa<\/em> bis ins auslaufende 20. Jahrhundert in l\u00e4ndlichen Gebieten teilweise noch angewandt wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der zweiten Augusth\u00e4lfte erschwerten die regelm\u00e4ssig im Alpenraum auftretenden sommerlichen Schlechtwetterperioden die Grabungsarbeiten ungemein&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1505"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1505"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1505\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1508,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1505\/revisions\/1508"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}