{"id":1510,"date":"2016-11-24T20:00:47","date_gmt":"2016-11-24T18:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1510"},"modified":"2016-11-24T20:00:47","modified_gmt":"2016-11-24T18:00:47","slug":"zillertal-juni-oktober-2012-ausgrabungsprotokoll-222","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1510","title":{"rendered":"Zillertal, Juni &#8211; Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 22\/2"},"content":{"rendered":"<p>Die Entdeckung dieses humanoiden Fundes erfolgte am fr\u00fchen Vormittag des 11. September 2012 durch das Leitungsteam um <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em>. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich s\u00e4mtliche eingeborenen Hilfsgrabungskr\u00e4fte beim sogenannten \u201eNeunern\u201c, wie die orts\u00fcbliche Jause am Vormittag in landes\u00fcblicher Manier genannt wird, und hielten sich somit im Innenbereich des <em>Imminger<\/em> Lagers f\u00fcr den Zeitraum von 09:00 bis 09:30 auf. Am Grabungsgel\u00e4nde befanden sich ausschliesslich Expeditionsmitglieder; entweder mit Grabungsarbeiten, Dokumen\u00adtationen, Vermessungen oder organisatorischen Aufgaben besch\u00e4ftigt. An der eigentlichen Fundstelle werkten der Fotograf und Aquarellieur der Expedition, Herr <em>Herwig Angerer<\/em>, der Polyglaciologe <em>Mag. Peter Stolz<\/em>, der Expeditionsarzt <em>Dr. Armin Lengauer<\/em> und <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em>. Es ging dabei um eine systemische Verbesserung der Schichtentnahme von Bodenproben und organischem Material vor Ort, mit der Zielsetzung anhand von normativ beschriebenen Abl\u00e4ufen ein m\u00f6glichst fundschonendes und jederzeit nachvollziehbares Entnahmeprozedere zu entwickeln, welches einerseits in kurzer Zeit selbst von den eingeborenen Hilfskr\u00e4ften erlernbar ist und andererseits ein H\u00f6chstmass an Pr\u00e4zession und Materialreinheit garantiert. Daf\u00fcr sollten am \u2013 sp\u00e4teren &#8211; Fundort unterschiedliche Ablaufmuster praktisch erprobt werden, ohne dabei die eigentlichen Grabungsarbeiten der Hilfskr\u00e4fte einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zilli-8.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1511\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1511\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zilli-8-150x150.jpg\" alt=\"mumifiziertes kleinkind, zillertal 2012, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Bereits nach wenigen freigelegten Schichten wurde rasch klar, dass es sich bei dieser Stelle um eine neue Fundung handelte, wobei die zuerst freigelegte R\u00fcckwand der Nische die Vermutung nahelegte, dass es sich entweder um einen wirtschaftlich bedingten Zubau des nach S\u00fcden nachgelagerten Geb\u00e4udes handeln musste, oder aber, entsprechend ihrer architektonischen Gestaltung um eine weitere kultische Baulichkeit. Sofort wurden die entsprechenden Massnahmen zur Verhinderung von zus\u00e4tzlichen, grabungsbedingten Kontaminationen umgesetzt: alle vier beteiligten Fachkr\u00e4fte r\u00fcsteten sich umgehend mit der obligatorischen sterilen Schutzkleidung (Mundschutz, Handschuhe, Fussschutz, Einwegoverall) aus, ehe sie die weiteren Schichten aus Basaltsand sorgsam entfernten. Mit der Freilegung der ersten Extremit\u00e4tenteile des humanoiden Fundes gebot <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> umgehend Einhalt um sich mit dem Expertenteam gemeinsam \u00fcber die weitere Vorgangsweise zu beraten.<\/p>\n<p>Dabei wurde beschlossen, den Fund vorerst wieder mit Basaltsand einzudecken und das unmittelbare Gel\u00e4nde mit dem Hinweis auf labortechnische Analysen abzusperren. Zur Sicherung sollten <em>Dr. Armin Lengauer<\/em> und Herr <em>Herwig Angerer<\/em> vor Ort bleiben und gleichzeitig die Fundstelle bereits fotografisch dokumentieren.<\/p>\n<p><em>Mag. Peter Stolz<\/em> und <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> informierten daraufhin die restlichen Expeditionsteilnehmerinnen und \u2013teilnehmer \u00fcber die Fundung, mit der Anweisung vorerst weder den eingeborenen Hilfskr\u00e4ften oder gar den Medien Hinweise \u00fcber diesen humanoiden Fund zu geben. Zus\u00e4tzlich sollten die eingeborenen Hilfskr\u00e4fte f\u00fcr diesen Arbeitstag, mit der Begr\u00fcndung einer notwendigen wissenschaftlichen Inventur, ab 15:00 freigestellt werden. Bis dahin konnten so ohne besondere Aufmerksamkeit zu erregen der Bergungscontainer aktiviert und alle erforderlichen Arbeitsabl\u00e4ufe entsprechend dem arteologischen Grabungsprozedere vorbereitet werden.<\/p>\n<p>All diese Massnahmen dienten dazu den zu erwartenden Ansturm von Schaulustigen und Medien auf jenen Zeitpunkt zu verschieben, an dem bereits die notwendigen Sicherungs- und Bergungsarbeiten abgeschlossen waren und somit das durchaus verst\u00e4ndliche Interesse der \u00d6ffentlichkeit zu keinen Behinderungen oder gar nachhaltigen Sch\u00e4digungen der Fundstelle und der darin enthaltenen Fundst\u00fccke f\u00fchren konnte, denn aufgrund der bisherigen Erfahrungen, sowohl mit den politischen als auch wirtschaftlich-touristischen Vertretern der umliegenden Gemeinden, war von Haus aus damit zu rechnen, dass die Fundung eines mumifizierten Kleinkindes zu einem populistisch ausgeschlachtetem Medienereignis ersten Ranges hochstilisiert werden, und dass das daraus resultierende Medieninteresse in weiterer Folge zu erheblichen Beeintr\u00e4chtigungen der t\u00e4glichen arteologischen Arbeit f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das Erfordernis einer zeitlich begrenzten Informationsreduktion war somit zwingend notwendig geworden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entdeckung dieses humanoiden Fundes erfolgte am fr\u00fchen Vormittag des 11. 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