{"id":1514,"date":"2016-12-11T21:07:20","date_gmt":"2016-12-11T19:07:20","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1514"},"modified":"2016-12-11T21:07:20","modified_gmt":"2016-12-11T19:07:20","slug":"zillertal-juni-oktober-2012-ausgrabungsprotokoll-223","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1514","title":{"rendered":"Zillertal, Juni &#8211; Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 22\/3"},"content":{"rendered":"<p>Bis zum Abend des 11. September gelang es anhand der angef\u00fchrten Massnahmen den humanoiden Fund entsprechend den arteologischen Parametern unversehrt zu bergen und im Bergungscontainer entsprechend zwischenzulagern. Bei diesem Fund handelt es sich um eine bestens erhaltene Mumie eines Kleinkindes, dessen Torso in linnene H\u00fcllen mehrschichtig eingebettet ist, w\u00e4hrend der Kopf und die Extremit\u00e4ten ungesch\u00fctzt, lediglich eingebettet in feink\u00f6rnigen Basaltsand, in diesem mineralischen Bett ruhten. Die Freilegung dieses mumifizierten Kleinkindes erfolgte in einem reibungslos ineinander greifendem Bergungsablauf: Als erstes wurde der gesamte Corpus schichtweise durch Abtragung des Basaltsandes so weit freigelegt, dass lediglich noch die R\u00fcckenpartie im Sandbett ruhte. Sodann wurde das Gel\u00e4nde vor diesem humanoiden Fund auf eine Tiefe von 30 cm abgetragen um \u00fcber diese ausgearbeitete und seitw\u00e4rts mit sterilen Plexiglasplatten abgep\u00f6lzte Stufe, unterhalb der Liegefl\u00e4che ein emailiertes Blech waagrecht einzubringen, mit Hilfe dessen sodann der gesamte Corpus, ohne einer weiteren mechanischen Belastung, angehoben und in den Bergungscontainer vebracht werden konnte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zilli-34.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1516\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1516\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zilli-34-150x150.jpg\" alt=\"mag. peter stolz, zillertal 2012, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Noch vor dem Abtransport ins Hauptlager bei <em>Imming<\/em> unterspritzte <em>Mag. Peter Stolz<\/em> den gesamten Corpus des mumifizierten Kleinkindes mit einem hydrophoben Festigungskleber aus angereicherten Polymeren, der mit seiner Kurzzeitaush\u00e4rtung gleichzeitig eine durchgehende Trennschicht zu allen organischen Materialien des humanoiden Fundes ausbildete. Somit war gew\u00e4hrleistet, dass sowohl f\u00fcr den Transport, als auch f\u00fcr die sp\u00e4tere Lagerung, die urspr\u00fcngliche Fundhaltung des mumifizierten Kleinkindes bis ins letzte Detail erhalten blieb, und somit Transportbesch\u00e4digungen und Materialbr\u00fcche so weit als nur m\u00f6glich ausgeschlossen werden konnten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zilli-7.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1515\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1515\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zilli-7-150x150.jpg\" alt=\"humanoider fund, zillertal 2012, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Bereits die ersten Analysen, die noch w\u00e4hrend der Nachtstunden zum 12. September bis zum Morgengrauen durchgef\u00fchrt wurden, best\u00e4tigten mit hoher Wahrscheinlichkeit die zeitliche Zugeh\u00f6rigkeit dieses humanoiden Fundes innerhalb der Gesamtchronologie dieser arteologischen Ausgrabung und widerspiegeln die Fertigkeiten und assimilativen \u00dcbernahmen von kultischen Gebr\u00e4uchen im Raum <em>Nordtirol<\/em>, die auch hier in aller Deutlichkeit die transitalen Beeinflussungen von Kulturbereichen belegen, die sowohl entwicklungsgeschichtlich als auch intellektuell die Notwendigkeit eines Austausches von spezifischen F\u00e4higkeiten implizieren, ohne die eine dauerhafte soziokulturelle Genese der eingeborenen Bev\u00f6lkerung niemals h\u00e4tte stattfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zudem stellt dieser humanoide Fund einen ersten komplett erhaltenen K\u00f6rper dar, w\u00e4hrend alle bisherigen humanoiden Funde in <em>Nordtirol<\/em> lediglich aus posthum abgetrennten Unterarmen, H\u00e4nden und Fingern bestanden.<\/p>\n<p>Stellt schon die Mumifizierung eines Kleinkindes per se eine bemerkenswerte Tatsache dar, so f\u00e4llt bei der optischen Sichtung als erstes auf, dass es sich bei diesem Kleinkind um ein sehr dunkelh\u00e4utiges Kind gehandelt haben muss; gleichwohl weisen weder die Gesichtsz\u00fcge, noch die Physiognomie als solche typische afrikanische Charakteristika auf. Vielmehr erscheint hier ein transitaler biologischer Austausch zugrunde zu liegen, wie er etwa auch heute noch in Ans\u00e4tzen bei origin\u00e4ren Bev\u00f6lkerungsteilen in den abgelegendsten Teilen des <em>Zillertales<\/em> gentechnisch nachweisbar ist. Die relative Dunkelh\u00e4utigkeit von alteingesessenen Kleingruppen resultiert nur bedingt aus dem alpinen Klima, vielmehr bilden hier transital verbreitete genetische Strukturen jene dermatologische Struktur, die rein optisch den origin\u00e4ren <em>Zillertaler<\/em> in den maghrebinisch-pal\u00e4stinischen Raum einordnen l\u00e4sst. Bis ins beginnende 20. Jahrhundert war das <em>Zillertal<\/em> lediglich ein Durchzugsgebiet von fahrenden H\u00e4ndlern und\/oder wandernden Gruppen unterschiedlicher Stammesherkunft. Die jeweilige Bev\u00f6lkerung vor Ort war einerseits wirtschaftlich auf diese merkantilen M\u00f6glichkeiten lebensnotwendig angewiesen und konnte es sich infolge ihrer beschr\u00e4nkten wirtschaftlichen und auch milit\u00e4rischen Ressourcen nicht erlauben, durchziehenden Gruppen ihre lokalen spezifischen Bedingungen \u00fcber Geb\u00fchr zu oktroyieren. Die daraus resultierende Symbiose aus vordergr\u00fcndiger Gastlichkeit und Hilfsbereitschaft zeigt sich noch heute in einer servilen Unterw\u00fcrfigkeit, die als Ausdruck einer jahrhundertelangen \u00dcberlebensstrategie zu werten ist.<\/p>\n<p>In diesem Konex sind auch zur G\u00e4nze die Bewirtschaftungen und Sicherungen der infrastrukturellen Hotspots zu betrachten, sowohl vom rein administrativen Unterbau aus, als auch von der leitenden und begleitenden kultischen F\u00fchrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis zum Abend des 11. September gelang es anhand der angef\u00fchrten Massnahmen den humanoiden Fund&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1514"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1514"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1514\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1517,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1514\/revisions\/1517"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1514"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1514"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1514"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}