{"id":1518,"date":"2016-12-12T21:48:25","date_gmt":"2016-12-12T19:48:25","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1518"},"modified":"2016-12-12T21:49:26","modified_gmt":"2016-12-12T19:49:26","slug":"zillertal-juni-oktober-2012-ausgrabungsprotokoll-223-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1518","title":{"rendered":"Zillertal, Juni &#8211; Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 22\/4"},"content":{"rendered":"<p>Die Anthropologin <em>Dr. Marga Sudanavesi<\/em> wurde schon am Morgen des 12. September fernm\u00fcndlich von <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> \u00fcber diesen humanoiden Fund verst\u00e4ndigt. Sie sagte ihr sofortiges Kommen f\u00fcr den 13. September 2012 per Flugreise zu und wurde vom Expeditionsfotografen <em>Herwig Angerer<\/em> am Flughafen <em>M\u00fcnchen<\/em> abgeholt, und erhielt noch w\u00e4hrend der Anfahrt von Herrn <em>Angerer<\/em> eine Kurzusammenfassung der genaueren Fundumst\u00e4nde sowie der bisherigen, noch unverifizierten Erstanalysen. Am 14. September traf zudem eine dreik\u00f6pfige Forschergruppe um <em>Dr. Norbert Inseni<\/em> des <em>Pathologischen Instituts der Universit\u00e4t<\/em> <em>Innsbruck<\/em> im Lager <em>Imming<\/em> ein, um zusammen mit <em>Dr. Sudanavesi<\/em> und dem Leitungsteam der Ausgrabung eine eingehende und weitgreifende Untersuchung der Kleinkindmumie durchzuf\u00fchren, noch ehe <em>Mag. Peter Stolz<\/em> die Fundung im <em>Polyglacialisierungsverfahren<\/em> ihrer dauerhaften Konservierung zuf\u00fchren sollte. Die daraus abgeleiteten Ergebnisse und Forschungsberichte wurden teilweise im <em>Scientific Journal (Nr. 7, 2012)<\/em> publiziert, bzw. beim <em>Arteologischen Symposion<\/em> in <em>Odessa (<\/em>10. \u2013 12. Dezember 2012) dem interessierten Fachpublikum vorgestellt, wobei hier abermals in aller Deutlichkeit die Vorteile einer Konservierung im <em>Polyglacialisierungsverfahren<\/em> deutlich wurden, da s\u00e4mtliche Anfragen nach Untersuchungsmaterial anhand der dadurch gew\u00e4hrleisteten Schnittpartizipierungen noch w\u00e4hrend des Symposions positiv beantwortet werden konnten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/humanoider_fundprotokollzeichnung_1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1519\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1519\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/humanoider_fundprotokollzeichnung_1-150x150.jpg\" alt=\"humanoide_fundprotokollzeichnung_1, zillertal 2012, dr. arkadasch, arteologie\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die morphologische Untersuchung durch <em>Dr. Marga Sudanavesi<\/em> belegte rasch, dass es sich beim vorgefundenen Kleinkind um die Mumie eines weiblichen S\u00e4uglings handelt, der eines nat\u00fcrlichen Todes ohne Fremdeinwirkung verstorben ist. Die \u201e<em>Zilli<\/em>\u201c, wie <em>Dr. Marga Sudanavesi<\/em> an die mittlerweile \u00fcbliche, popul\u00e4rwissenschaftliche Namensgebung anschloss, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit am <em>SIDS<\/em>, <em>sudden infant death syndrom<\/em> verstorben, da es ansonsten keinerlei medizinische Hinweise auf organisch bedingte Sch\u00e4digungen oder Krankheiten gibt. Dieser Befund wurde auch von <em>Dr. Norbert Inseni<\/em> und seinem Team best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>In ihrer \u00e4u\u00dferen Erscheinung zeigt sich die <em>Zilli<\/em> als wohlgen\u00e4hrter S\u00e4ugling, der keinerlei Symptome einer Unterern\u00e4hrung und\/oder Dehydrierung aufweist, vielmehr altersgem\u00e4ss in seiner Entwicklung ausgepr\u00e4gt ist. Lediglich die krampfartig geballten Finger beider H\u00e4nde, sowie die Haltung der Zehen weisen auf Anomalien in den Abschlussphasen der Lebenszeit hin, sowie die offene Mundstellung, die auf gravierende Dysfunktionen der Atmung schliessen l\u00e4sst. Die vergleichsweise entspannte Haltung des K\u00f6rpers insgesamt d\u00fcrfte post mortem, im Zuge der Mumifizierung vorgenommen worden sein. Die Altersbestimmung des S\u00e4uglings bewegt sich zwischen minimal drei und maximal sieben Monaten.<\/p>\n<p>Die K\u00f6rperl\u00e4nge des mumifizierten M\u00e4dchens betr\u00e4gt 428,60 mm, wobei hier von einer durch das Mumifizierungsverfahren bedingten Einschrumpfung der Gesamtk\u00f6rpergr\u00f6sse von bis zu sechs Prozent auszugehen ist. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Kopfl\u00e4nge (110,30 mm) und K\u00f6rperl\u00e4nge entspricht den altersbedingten Normwerten. Die beidseitig geballte Faust misst rechts im geschlossenen Zustand 29,90 mm und links 31,25 mm. Die Unterarml\u00e4nge betr\u00e4gt, einschliesslich der geballten Faust 72,92 mm und der Oberarm misst bis zur Schulter 78,10 mm.<\/p>\n<p>Der in linnene Streifen gewickelte Torso, wobei hier auch die beiden Oberarme bis zur Mitte mit einbandagiert wurden, misst bis zur Abwicklungsschicht im Schrittbereich 180,00 mm. Die Breite der H\u00fcfte \u2013 gemessen mit der Einbandagierung \u2013 betr\u00e4gt 126,05 mm.<\/p>\n<p>Das linke Bein weist eine leichte Abwicklung auf, w\u00e4hrend das rechte Bein in seiner Haltung einer normalen Ruhestellung entspricht. Gemessen von der Fersensohle betr\u00e4gt die L\u00e4nge der Unterschenkel 73,80 mm und der Oberschenkel vom Knie bis zum H\u00fcftgelenk ca. 71,00 mm. Der unbandagierte Teil der Oberschenkel misst rechts maximal 44,10 mm und links 43,75 mm.<\/p>\n<p>Der rechte Arm ist nahezu im rechten Winkel von der Schulter aus abgespreizt, wobei der Unterarm wiederum in nahezu rechtem Winkel nach unten zeigt. Der linke Arm hingegen weist eine normale Ruheposition aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anthropologin Dr. Marga Sudanavesi wurde schon am Morgen des 12. 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