{"id":1532,"date":"2016-12-25T20:55:15","date_gmt":"2016-12-25T18:55:15","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1532"},"modified":"2016-12-25T20:55:15","modified_gmt":"2016-12-25T18:55:15","slug":"zillertal-juni-oktober-2012-ausgrabungsprotokoll-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=1532","title":{"rendered":"Zillertal, Juni &#8211; Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 24"},"content":{"rendered":"<p>Um dem Ansturm an Journalisten und Medienvertretern gerecht zu werden, entschloss sich <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> bei der Verkehrsabteilung der <em>Bezirkshauptmannschaft Schwaz<\/em> um Polizeiunterst\u00fctzung anzusuchen, um einerseits eine reibungslose Zu- und Abfahrt zu gew\u00e4hrleisten und andererseits im gesamten Grabungsgel\u00e4nde f\u00fcr eine institutionalisierte Ordnung zu sorgen. Diesem Ansuchen wurde stattgegeben und ab 08:00 Uhr standen eine Polizistin und ein Polizist mit einem Einsatzfahrzeug am Hauptlager <em>Imming<\/em> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Bis zum Abend des 19. Septembers hatten sich 24 akkreditierte Journalisten sowie Radio- und Fernsehteams per Telefon bzw. Email f\u00fcr die Pressekonferenz angemeldet.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese vorangemeldeten G\u00e4ste wurde ein grosses Zelt mit B\u00fchne und Leinwand errichtet, um eine qualit\u00e4tsvolle Pr\u00e4sentation des gesamten Grabungsablaufes der arteologischen Expedition in <em>Imming<\/em> 2012 zu erm\u00f6glichen. Die B\u00fchne wurde mit einem Beamer sowie drei Mikrophonen und einem mobilen Saalmikrophon ausgestattet um entsprechende Fragestellungen rasch und kompetent abarbeiten zu k\u00f6nnen. Der Expeditionsfotograf und Aquarellieur <em>Herwig Angerer<\/em> hatte zus\u00e4tzlich eine Pressemappe mit informativem Bildmaterial und akkreditierten Textunterlagen von <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> und dem <em>Arteologischen Institut der Freien Universit\u00e4t Izmir<\/em> vorbereitet, wobei zus\u00e4tzlich diese Materialien f\u00fcr die Medienvertreter in digitaler Form mittels eines Datensticks beigelegt wurden.<\/p>\n<p>Ein \u00f6rtliches Entsorgungsunternehmen installierte am s\u00fcd\u00f6stlichen Eck des Lagers vier zus\u00e4tzliche mobile WC-Einheiten und das Catering f\u00fcr eine abschliessende gemeinsame Jause wurde durch eine lokale Filiale einer Supermarktkette durchgef\u00fchrt und betreut.<\/p>\n<p>Trotz vorgesehener personeller und materieller Reserven rechnete jedoch niemand vorab mit einem derartigen Ansturm von Interessierten. Neben den vorangemeldeten Medienvertretern erschienen nicht nur mehr als 50 interessierte Privatpersonen aus der n\u00e4heren und weiteren Umgebung von <em>Imming<\/em>, sondern zus\u00e4tzlich mehrere Delegationen verschiedenster administrativer und politischer Einrichtungen und Verb\u00e4nde. Neben den B\u00fcrgermeistern von <em>Schlitters<\/em>, <em>F\u00fcgen<\/em> und <em>Bruck<\/em> mit Begleitung f\u00fchrte <em>Mag. Benedikt Eberharter<\/em>, der Landesrat f\u00fcr Tourismus und Fremdenverkehr des <em>Landes<\/em> <em>Tirol<\/em> eine siebenk\u00f6pfige Delegation aus Tourismusmanagern an, die gleichfalls an der Pressekonferenz teilnahmen. W\u00e4hrend die offiziellen TV-Crews ihre Kameras, Scheinwerfer und Mikrophone platzierten, wurden eiligst zus\u00e4tzliche Sitzgelegenheiten aufgestellt und so weit als m\u00f6glich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Pressekonferenz mit Namen, Anschrift, Kontaktm\u00f6glichkeit und Funktion, f\u00fcr eventuelle sp\u00e4tere An- und R\u00fcckfragen erfasst. Im Nahbereich des Lagers <em>Imming<\/em> wurden entlang der einspurigen Zufahrtsstrasse am jeweilig linken Fahrbahnrand improvisierte Parkpl\u00e4tze eingerichtet, deren Bewirtschaftung von den beiden Polizeikr\u00e4ften durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Um 10:15 Uhr begann die Pressekonferenz mit der Begr\u00fcssung der anwesenden G\u00e4ste durch <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em>. Nach einer kurzen Darstellung der bisherigen Ergebnisse der <em>Arteologischen Forschung<\/em> im Raum <em>Nordtirol<\/em> stellte das Expeditionsteam, vertreten durch <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em>, <em>Dr. Marga Sudanavesi<\/em>, dem Expeditionsarzt <em>Dr. Armin Lengauer<\/em>, dem <em>Polyglaciologen<\/em> <em>Mag. Peter Stolz<\/em> und dem Expeditionsfotografen und Aquarellieur <em>Herwig Angerer<\/em> im Detail die bisherigen Fundungen im Rahmen der laufenden Expedition in <em>Imming<\/em>\/<em>Zillertal<\/em> vor. Neben der Bedeutung der <em>Imminger Furt<\/em> im Gesamtgef\u00fcge der historisch gewachsenen Handelsstrassen entlang des <em>Inntals<\/em> und der entsprechenden Alpen\u00fcberg\u00e4nge \u2013 hier besonders mit dem Schwerpunkt der Passagen \u00fcber das <em>Tuxer Joch<\/em>, den <em>Reither Kogel<\/em> und den <em>Gerlospass<\/em> \u2013 wurde besonders auf die formale Entwicklung des metallenen Triptychons bei den vorgefundenen <em>Cult-objecten<\/em> detailliert eingegangen und auf deren artifizielle Assimilation durch christliche \u00dcbernahme in weiterer Folge hingewiesen.<\/p>\n<p>Mit der bildnerischen und wissenschaftlichen Pr\u00e4sentation des humanoiden Fundes der \u201e<em>Zilli<\/em>\u201c sollte die Pressekonferenz abgeschlossen werden. Aber bereits bei den ersten Bildern und der dazugeh\u00f6renden Information, dass es sich bei dieser Kleinkindmumie um ein dunkelh\u00e4utiges M\u00e4dchen handelt, welches genetisch gesehen jedoch eindeutig als origin\u00e4r einheimisch zu betrachten ist und somit in die ethnologische Genese der <em>Zillertaler<\/em> Bev\u00f6lkerung als wesentlicher Teil der habitatsbezogenen Werdung mit einzubeziehen ist, kam es zu Unruhe unter den G\u00e4sten. Auf die Frage eines Zuh\u00f6rers, was dies genau bedeutet, antwortete, nach der \u00dcbersetzung der Frage ins Englische, die Anthropologin <em>Dr. Marga Sudanavesi<\/em> :\u201cThis girl, the \u201e<em>Zilli<\/em>\u201c is your forebear!\u201c \u2013 Dieses M\u00e4dchen, die \u201e<em>Zilli<\/em>\u201c, ist ihre Urahnin!<\/p>\n<p>Nach einem kurzen Augenblick des erstaunten Schweigens, erhob sich ein Sturm des Unmuts. \u201eWir stammen von keinen Negern ab!\u201c, \u201eDas ist eine L\u00fcge!\u201c, \u201eWas glauben diese Ausl\u00e4nder!\u201c, \u201eDas ist eine Frechheit, eine Sauerei!\u201c \u2013 Trotz derartiger, lautstark und mit zunehmender Aggression vorgetragener Unmuts\u00e4usserungen, versuchte <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> die anwesenden einheimischen Besucher mittels wissenschaftlicher Argumente zu beruhigen und ihnen darzulegen, dass der gesamte <em>Tiroler<\/em> Raum, alleine schon auf Grund seiner geografischen Lage, seit Anbeginn der ersten Besiedelungen in <em>Europa<\/em> immer schon ein Melting-Pot unterschiedlichster V\u00f6lker und Kulturen war, und dass eben diese Vielfalt im Endeffekt die einzige M\u00f6glichkeit war, in einer derart rauen und klimatisch herausfordernden Umwelt nachhaltig zu bestehen.<\/p>\n<p>Seine Ausf\u00fchrungen wurden jedoch von heranst\u00fcrmenden einheimischen M\u00e4nnern j\u00e4h unterbrochen. Sie sprangen auf die B\u00fchne, warfen die Mikrophone um und begannen, nachdem sich <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> ihnen in den Weg stellen wollte, auf diesen einzutreten und die anderen Wissenschaftler am Podium handgreiflich anzugreifen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/rettungswagen.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1534\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-thumbnail wp-image-1534\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/rettungswagen-150x150.jpg\" alt=\"Rettungsauto\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es ist nur dem beherzten Einschreiten des t\u00fcrkischen und italienischen Filmteams zu verdanken, dass es in diesem Tumult gelang, <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em> und die anderen Wissenschaftler durch den Seiteneingang des Zeltes zu evakuieren und im Bergecontainer solange sicher unterzubringen, bis die herbeigerufenen Einsatzkr\u00e4fte des Tumults Herr werden und f\u00fcr Ruhe sorgen konnten.<\/p>\n<p>Bis dahin jedoch wurden zahlreiche Einrichtungen des Expeditionsteams vom w\u00fctenden Mob zerst\u00f6rt, ebenso beinahe die gesamte Umz\u00e4unung sowie mehrerer Fahrzeuge der TV-Teams demoliert. Weder den anwesenden Vertretern der administrativen und politischen Vertretungen, noch den zwei abkommandierten Polizeikr\u00e4ften gelang es diesem zerst\u00f6rerischen Werk Einhalt zu gebieten. Erst mit dem Eintreffen weiterer Polizeikr\u00e4fte und der Verhaftung von vier m\u00e4nnlichen Einheimischen konnte die Lage befriedet werden.<\/p>\n<p>Das gesamte Vorkommnis wurde von mehreren Fernsehstationen dokumentiert. Zahlreiche Protestnoten aus Wissenschaft und Politik verurteilten diesen Gewaltausbruch aufs sch\u00e4rfste. Die Berichterstattung dar\u00fcber beherrschte \u00fcber mehrere Tage die internationalen Medien.<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/haematom-dr.-arkadasch.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1533\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1533\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/haematom-dr.-arkadasch-150x150.jpg\" alt=\"haematom-dr-arkadasch, zillertal, 2012\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Dr. Arkadasch Dag<\/em> erlitt mehrere Rippenbr\u00fcche, sein linker Unterarm war gebrochen und sein K\u00f6rper und das Gesicht wiesen zahlreiche H\u00e4matome auf. Es ist der medizinischen Erstversorgung durch den Expeditionsarzt <em>Dr. Armin Lengauer<\/em> zu verdanken, dass keine bleibenden Sch\u00e4den zur\u00fcck blieben. Die restlichen Expeditionsmitglieder wiesen bis auf ein paar Kratzer und Beulen keine Verletzungen auf. Die von der <em>Staatsanwaltschaft Innsbruck<\/em> eingeleiteten Untersuchungen f\u00fchrten in weiterer Folge zur Verurteilung von vier jungen einheimischen M\u00e4nnern, die selbst noch nach erfolgter Verurteilung im Interview voller Stolz erkl\u00e4rten, dass sie sich ihre Heimat und ihr Volk nicht von dahergelaufenen und selbsternannten Wissenschaftlern in den Dreck ziehen lassen.<\/p>\n<p><em>Mag. Benedikt Eberharter<\/em>, der Landesrat f\u00fcr Tourismus und Fremdenverkehr des Landes <em>Tirol<\/em>, zeigte in einer ersten Stellungnahme Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Unmut der einheimischen M\u00e4nner, die ohne Frage das Recht h\u00e4tten, eine anscheinend wissenschaftliche Hypothese in Frage zu stellen. Gleichzeitig verurteilte er den k\u00f6rperlichen \u00dcbergriff auf die Wissenschaftler und sprach in diesem Zusammenhang von einer \u201etraditionellen Wirtshausrauferei\u201c, die leider auch durch das Verhalten, insbesondere von <em>Dr. Arkadasch Dag<\/em>, teilweise entglitten sei.<\/p>\n<p>Unter Polizeischutz wurde bis zum 29. September 2012 die verbliebene Expeditionsausr\u00fcstung geborgen, verpackt und abtransportiert. Von offizieller Seite der administrativen und politischen Eliten im <em>Zillertal<\/em> und auch vom Rest <em>Tirols<\/em> erging bis dahin keinerlei Entschuldigung \u2013 vielmehr wurde im Juni 2013 im \u201e<em>Touristischen Medienbericht 2012\/2013<\/em>\u201c lapidar vermerkt, dass sich insgesamt die Berichterstattung zur Arteologischen Expedition in <em>Imming<\/em> positiv auf die N\u00e4chtigungszahlen niedergeschlagen habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um dem Ansturm an Journalisten und Medienvertretern gerecht zu werden, entschloss sich Dr. Arkadasch Dag&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1532"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1532"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1532\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1535,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1532\/revisions\/1535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1532"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1532"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1532"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}