{"id":163,"date":"2012-09-16T21:46:33","date_gmt":"2012-09-16T19:46:33","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=163"},"modified":"2012-09-16T21:46:33","modified_gmt":"2012-09-16T19:46:33","slug":"inntal-juni-august-1982-ausgrabungsprotokoll-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=163","title":{"rendered":"Inntal, Juni \u2013 August 1982, Ausgrabungsprotokoll 14"},"content":{"rendered":"<p>Mit den ersten relevanten Funden stellte sich auch die Wesentlichkeit der generellen Unterscheidung zu den Wissenschaften der Historie und Arch\u00e4ologie als grundlegendes Differenzierungsmerkmal innert dieser Wissensdisziplinen dar. W\u00e4hrend die obgenannten Bereiche sich einer annomativen chronologischen Reihenfolge bedienen, die sich als basales Muster und Zeitraster \u00fcber s\u00e4mtliche Gegebenheiten und Forschungsergebnisse legt, gilt dieser Rahmen einer linearen Zeitabfolge nur \u00e4u\u00dferst bedingt im arteologischen Sinn. Die Zeit als strenge, gleichbleibende Abfolge von genau festgelegten Zeiteinheiten dient in einem rein historischen Kontext sicherlich hervorragend einer in sich stringenten Zuordenbarkeit; sie ist aber in arteologischer Hinsicht vollkommen nutzlos, ja, sogar unnotwendig und ergebnisreduktiv.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur Historie und Arch\u00e4ologie ist es f\u00fcr den arteologischen Ansatz von grundlegender Bedeutung, die jeweiligen arteologischen Prozesse aus ihrem, dem eigenen Habitat verhafteten und in seinen Einfl\u00fcssen auch im Nachhinein verortbaren Gesamtzusammenhang zu erforschen, zu bewahren und wissenschaftlich-arteologisch zu interpretieren. Dies bedingt eine Entl\u00f6sung aus dem Gef\u00fcge eines historischen Zeitrahmens, da dieser in sich weder eine arteologische Entwicklung noch einen arteologischen Bestand als regionsspezifische Besonderheit zu definieren vermag, da die fundamentalen Parameter im arteologischen Bereich selbst zu finden sind und nicht von aussen oktroyiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/timetable_1_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-164\" title=\"arteologie, dr. arkadasch, inntal, timetable_1_2\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/timetable_1_2-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>Dies zeigt sich schon in der prim\u00e4ren Einteilung der arteologischen Zeittafel (<em>chronological table of Arteology, vgl. \u201eThe Needs of Time\u201c, University of Geneve, Urs Zeiger, Universit\u00e4tsverlag Genf, 1976; ISBN 2-34-456782<\/em>), welche einzig eine vordergr\u00fcndige Struktur einer nachfolgenden Zuordenbarkeit vorgeben kann und soll. Ziel ist immer die Herk\u00fcnftigkeit der bestehenden Siedlungsgemeinschaften kontextual zum arteolgischen Geschehen zu konsualisieren und sowohl in ihrem \u00e4usseren als auch inneren Zusammenhang ihrer Soziet\u00e4t in einen kausal begr\u00fcndbaren Abstammungskataster einzugliedern. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt, stellt sich die Arteologie der Frage \u201ewoher\u201c eine Habitatsgemeinschaft kommt, von welchen Wurzeln diese ableitbar ist und welche und wie viele exitale, insitale und transitale Beeinflussungen nachhaltig zum heutigen Status Quo gef\u00fchrt haben. Dass dabei die Kalenderwissenschaften ohne Bedeutung bleiben m\u00fcssen, ergibt sich von selbst.<\/p>\n<p>Die \u201eArteologische Zeittafel\u201c wird folgendermassen unterteilt:<\/p>\n<p>1. Die prae-arteologische Zeit<\/p>\n<p>Dieser Zeitraum ist gekennzeichnet von wenigen Fundst\u00fccken. Meist handelt es sich dabei um unbehauene Werksteine, Lagerst\u00e4tten (mit Restbefundung) und\/oder Feuerstellen. Die generellen Wanderbewegungen von Gruppen, Clans oder gar Kleinv\u00f6lkerschaften lassen sich hierbei eher als theoretischen Ansatz arteologisch erfassen, denn als exakte Zuordnung von behavitativen, nachhaltigen Beeinflussungen.<\/p>\n<p>2. Die arteologische Zeit<\/p>\n<p>Der Fundreichtum dieses Zeitraumes reicht von Verkn\u00f6cherungen, einzelnen Knochenfunden, vollst\u00e4ndig erhaltenen Skeletten (sowohl im S\u00e4ugetier-, als auch Vogelbereich) bis hin zu humanoiden Werkzeugen und Grabst\u00e4tten.<\/p>\n<p>3. Die hocharteologische Zeit<\/p>\n<p>Generell wird die Verh\u00fcttungsf\u00e4higkeit von gesch\u00fcrften Eisenerzen \u2013 unabh\u00e4ngig von chronologischen Ans\u00e4tzen der Historie \u2013 als Beginn der hocharteologischen Zeit gesehen. Werkzeuge, ja selbst vorindustrielle Mengenfertigungen sind typisch f\u00fcr diese Zeit und bilden zusammen mit Grabst\u00e4tten (Balsamierungen, Mumifizierungen, Erd- und Feuerbestattungen) das Gros der sammelbaren arteologischen Artefakte.<\/p>\n<p>4. Arteologisches Momentum<\/p>\n<p>Die Zeit um\/ab 1900 bis laufend f\u00e4llt unter diese Bezeichnung und weist hier eine thematische Grundabgleichung mit der gegenw\u00e4rtigen Geschichtsschreibung auf \u2013 wobei sich diese \u00dcbereinstimmung mit zunehmender Dauer, arteologisch bedingt, l\u00f6sen muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den ersten relevanten Funden stellte sich auch die Wesentlichkeit der generellen Unterscheidung zu den&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/163"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=163"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/163\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":165,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/163\/revisions\/165"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=163"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=163"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=163"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}