{"id":171,"date":"2012-09-20T20:53:41","date_gmt":"2012-09-20T18:53:41","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=171"},"modified":"2012-09-23T12:53:31","modified_gmt":"2012-09-23T10:53:31","slug":"inntal-juni-august-1982-ausgrabungsprotokoll-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=171","title":{"rendered":"Inntal, Juni \u2013 August 1982, Ausgrabungsprotokoll 16"},"content":{"rendered":"<p>Nahezu im Tagesabstand wurden von den Grabungstrupps nunmehr Kleinfunde an das Tageslicht gebracht. Es entwickelte sich innert der gesamten Mannschaft eine Art von euphorischem Jagdfieber, welches sich in einer um circa 13 % h\u00f6heren Materialverschichtung niederschlug. Sowohl die direkten Grabungskr\u00e4fte mit Schaufeln und Harken, als auch die Feingrabungskr\u00e4fte mit Pinseln, Handbesen, Kellen und Spateln versorgten sowohl die Nasssiebstellen, als auch die Trockensiebanlage mit derartig viel Material, dass eine arteologische Haldenbewirtschaftung sich als Notwendigkeit herausstellte.<\/p>\n<p>Derartige Phasen einer intrinsischen Motivation gilt es effizient zu nutzen. Zum ersten Mal bedurfte es keiner direkten Anspornung mehr durch das wissenschaftliche Personal des Teams \u201eInntal\u201c, vielmehr hatten s\u00e4mtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit einer nahezu elterlichen Strenge darauf zu achten, dass sich bei diesem Grabungstempo keinerlei Unachtsamkeiten oder gar Schlampereien beim einheimischen Personal einschleichen konnten. Wie oft schon wurden wertvolle Fundst\u00fccke durch den \u00dcbereifer von ergebnisgeblendeten Dilettanten hoffnungslos zerst\u00f6rt!<\/p>\n<p>Es war zeitweise \u2013 nicht nur auf Grund der sprachlichen Barrieren \u2013 sehr schwierig, hier jene Sch\u00fcrfparameter aufrecht zu erhalten, welche unabdingbar f\u00fcr ein exaktes wissenschaftliches Vorgehen sind. Die eingeborenen Hilfskr\u00e4fte betrachteten ihre T\u00e4tigkeit mehr und mehr von einer \u201esportlichen\u201c Seite, wetteiferten untereinander nach gegrabener Kubatur und vernachl\u00e4ssigten so jene Sorgfalt zunehmend, ohne die jede Pr\u00e4zession und funderhaltende Funktionalit\u00e4t verlorengehen muss.<\/p>\n<p>Hier n\u00fctzten weder Ermahnungen noch gutgemeinte Ratschl\u00e4ge \u2013 mit diesem unprofessionellen Grabungsszenario w\u00fcrde innerhalb k\u00fcrzester Zeit jeder wissenschaftlich-arteologische Ansatz ad absurdum gef\u00fchrt. Die Diskussion dar\u00fcber, wie man am schnellsten und besten diese Situation dauerhaft bereinigen konnte, f\u00fchrte zu durchaus angeregten Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Teams \u201eInntal\u201c. Die Vorschl\u00e4ge reichten von Verk\u00fcrzungen des Sal\u00e4rs bis hin zu Strafp\u00f6nalen und Entlassungen, um so den Fortgang der Grabungen nicht weiter zu gef\u00e4hrden. Dr. Arkadasch telefonierte diesbez\u00fcglich auch mit dem administrativ Verantwortlichen am Arteologischen Institut der Freien Universit\u00e4t Izmir.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/inntal_bierkrug_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-172\" title=\"arteologie, arkadasch, grabung inntal, kultgef\u00e4ss 1\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/inntal_bierkrug_1-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>Man mag im wissenschaftlichen Zusammenhang den Ausdruck \u201eGl\u00fcck\u201c nicht gerne verwenden, doch in diesem Fall scheint er dennoch passend: den am n\u00e4chsten Tag wurde bei der Aufarbeitung des angehaldeten Materials in der Trockensiebanlage der n\u00e4chste bedeutende Fund get\u00e4tigt. Wie ein Lauffeuer sprach sich auch dieses Mal dieser Sucherfolg herum. Die Hilfskr\u00e4fte liessen wiederum ihr Werkzeug liegen und stehen und eilten zur Trockensiebanlage. Da bei diesen Anlagen von Haus aus mit zumeist eher kleincorpuralen Fundst\u00fccken zu rechnen ist, welche vorsorglich gegen Verlegen und Diebstahl abzusichern sind, werden s\u00e4mtliche R\u00fcttler und Fangbecken dieser maschinellen Anlage mit st\u00e4hlernen Schutzgittern versehen, welche nur durch beauftragtes Personal ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen. Doch es war kein Kleinfund, nein, es handelte sich um keramoide Bruchst\u00fccke von Splittergr\u00f6sse bis hin zum Ausmass einer DIN A5 Seite. Die irdenen Bruchstellen weisen eine sehr helle Farbe aus (nahezu ins Weiss gehend), was generell auf eine relativ hohe Technik der Brennkunst schliessen l\u00e4sst. Zudem sind die Bruchst\u00fccke glasiert (in einer Art von Tauchemaillierung) und es ist auch eine Verzierung mit Schriftzeichen vorzufinden.<\/p>\n<p>Bis in die sp\u00e4ten Abendstunden wurde gesiebt, entstaubt, skeptoterrestisches Material gegenbegutachtet und anschliessend zu einer ersten Analyse ins Labor verbracht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nahezu im Tagesabstand wurden von den Grabungstrupps nunmehr Kleinfunde an das Tageslicht gebracht. 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