{"id":174,"date":"2012-09-23T12:50:05","date_gmt":"2012-09-23T10:50:05","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=174"},"modified":"2012-09-23T13:00:06","modified_gmt":"2012-09-23T11:00:06","slug":"inntal-juni-august-1982-ausgrabungsprotokoll-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=174","title":{"rendered":"Inntal, Juni \u2013 August 1982, Ausgrabungsprotokoll 17"},"content":{"rendered":"<p>Eine erste Sichtung des Materials durch Dr. Arkadasch Dag wurde mit Spannung erwartet. Im Gemeinschaftsraum des Grabungsteams wurden in der Mitte die Tische zusammen ger\u00fcckt, mit Nylonbahnen und dar\u00fcber mit weissen Leinent\u00fcchern abgedeckt, die Reservebaustrahler aus dem Depot geholt und mittels von Stativen zu einer arbeitstechnisch ausreichenden Rundumbeleuchtung installiert. Aus dem Labor brachten zwei Studierende in mehreren flachen Kisten gestapelt und in feinwolligen T\u00fcchern eingeschlagen, s\u00e4mtliche, aller Wahrscheinlichkeit nach, zu diesem Fund geh\u00f6rigen Bruchst\u00fccke. Im Labor verblieben Reste von anhaftenden Erden und Sedimenten, sowie im Mikrobereich angesiedelte Materialabschabungen, um hier bereits mit gezielten Ans\u00e4tzen arteologische Ergebnisse zeitigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Teammitglieder hatten sich im Gemeinschaftsraum eingefunden, mit Atemschutzmasken, weissen Arbeitsm\u00e4nteln, Einweghandschuhen und haubenartigen Kopfbedeckungen versehen, um so eine m\u00f6glichst kontaminierungsfreie erste Zuordnung der Fundst\u00fccke zueinander zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zeichnung-3_1_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-175\" title=\"dr. arkadasch, arteologie tirols, ausgrabung inntal, kultgefaess 1\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/zeichnung-3_1_1-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>Es handelt sich bei diesem Fund um insgesamt 46 Teile \u2013 wobei Dr. Arkadasch bereits nach einem gesamtansichtlichen \u00dcberblick sieben Teile als weder zum Fund geh\u00f6rig, noch als arteologisch relevant auszuscheiden vermochte. Die Gegenanalyse durch das Labor, welche wenige Tage sp\u00e4ter in verschriftlichter Form zur Verf\u00fcgung gestellt wurde, kam zum selben Ergebnis.<\/p>\n<p>Somit verblieben zur ersten Sichtung des Fundes 39 verschiedene Teile. Zwei Teile davon wiesen eine Gr\u00f6sse in etwa einer DIN A5 Seite auf, w\u00e4hrend sich vier weitere Teile in einem etwas kleineren Format pr\u00e4sentierten. Interessant und letztendlich f\u00fcr die arteologisch-spezifische Einordnung von h\u00f6chstem Wert entpuppte sich ein henkel- oder griffartiges Fundst\u00fcck, welches Dr. Arkadasch im Laufe des Abends auf die richtige Spur brachte. Vier weitere, eher kleinformatige Scherbst\u00fccke liessen sich auf Grund ihren Oberfl\u00e4chenstruktur und \u00e4hnlichfarbigen Beschichtungstextur als eindeutig dem Fund zuordenbar definieren. Bei den restlichen Teilen handelte es sich zum \u00fcberwiegenden Ausmass um fragmentale Splitterungen, welche nicht von vornherein zu hundert Prozent im Fundgesamtgef\u00fcge von relevanter Zugeh\u00f6rigkeit gekennzeichnet sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dr. Arkadasch befasste sich zuerst mit den zwei gr\u00f6ssten Fundst\u00fccken. Es handelt sich dabei um scherbige, gerundete Teile, welche in sich einen Aussenradius von 4,825 cm tragen. Beide Teile weissen zudem je ein segmentales Ansatzbruchst\u00fcck auf, welches Dr. Arkadasch eindeutig mit dem griff- oder henkelartigem Fundst\u00fcck in Zusammenhang bringen konnte. Sowohl von der Oberfl\u00e4chentextur her, als auch den Kantungen der Br\u00fcche passen diese drei Teile, \u00fcber die Ansatzbruchst\u00fccke definiert, in einer sich daraus\u00a0 zwingend ergebenden, speziellen Formensprache zueinander. Einer der teile weist eine symbolhafte Anschriftung von alphabetalen und\/oder mathematischen Zeichen auf: Dieses Symbol ist dreigegliedert: in der ersten, obersten Zeile stehen folgende drei Zeichen: <strong>0<\/strong> und <strong>5<\/strong> und <strong>l<\/strong>. Dies ergibt zusammengelesen: 05l. Die zweite Zeilenreihe besteht aus einem Strich, kann aber auch \u2013 und dies wird von vielen Wissenschaftlern so gesehen \u2013 als eine Art von Unterstreichung interpretiert werden. Darunter, in der dritten Zeile stehen wiederum 5 Zeichen, die in sich eine klare alphabetale Struktur aufweisen. Zwei der Zeichen wiederholen sich in dieser F\u00fcnfergruppe. Aneinandergereiht ist folgende alphabetale Darstellung erkennbar, die in ihrer gesamten L\u00e4nge dem dar\u00fcber angebrachten Symbolen der ersten Zeile entspricht, wobei die erste Zeile h\u00f6henm\u00e4ssig das 140 %ige Ausmass der dritten und letzten Zeile aufweist:<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: 40px;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">O5<\/span><span style=\"text-decoration: underline;\">l<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-size: 28px;\">rastal<\/span><\/p>\n<p>Durch diese Zusammenh\u00e4nge gelang es Dr. Arkadasch in weniger als sechs Stunden, die grossen Teile in einen arteologischen Zusammenhang zu bringen und daraus eine erste Schlussfolgerung zu ziehen: Es handelte sich bei diesen Fundst\u00fccken um die Reste eines Kultgef\u00e4sses, einer Kultschale.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine erste Sichtung des Materials durch Dr. Arkadasch Dag wurde mit Spannung erwartet. 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