{"id":186,"date":"2012-09-29T14:19:58","date_gmt":"2012-09-29T12:19:58","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=186"},"modified":"2012-10-02T14:20:43","modified_gmt":"2012-10-02T12:20:43","slug":"inntal-juni-august-1982-ausgrabungsprotokoll-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=186","title":{"rendered":"Inntal, Juni \u2013 August 1982, Ausgrabungsprotokoll 18"},"content":{"rendered":"<p>Die zahlreichen keramoiden und werkzeughaften sowie werkzeug\u00e4hnlichen Fund\u00adst\u00fccke stellten jede fehlende Sinnhaftigkeit mittlerweile ausser Frage. Auch die finanzielle Situation wurde durch diese Erfolge abgesichert und allen Diskussionen um die Fortf\u00fchrung dieser doch aufw\u00e4ndigen wissenschaftlich \u2013 arteologischen Grabungen beendigt. Das Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Forschung in Ankara begl\u00fcck\u00adw\u00fcnschte Dr. Arkadasch und sein Team zu den nunmehrigen durchaus sensationellen Ergebnissen innert dieses Grabungszeitraums. Die Wichtigkeit einer positiven, nachhaltigen \u00d6ffentlichkeitsarbeit und einer breit angelegten Kommunika\u00adtions\u00adschiene, sowohl im internen als auch externen Bereich muss mittlerweile wohl unwidersprochen als \u201estate oft he art\u201c betrachtet werden, denn nur so ist eine dauerhafte Fortsetzung von oftmals langwierigen und auch ergebnis\u00adoffenen wissenschaftlichen Prozessen m\u00f6glich. Und \u2013 auch dies ist in einem derartigen Zusammenhang in redlicher Weise fest zu halten \u2013 ohne das notwendige allgemeine Verst\u00e4ndnis einer steuerzahlenden \u00d6ffentlichkeit und\/oder der popul\u00e4r\u00adwissenschaft\u00adlichen Miteinbeziehung der Interessen von privaten Sponsoren lassen sich derart personalintensive, zeit- und materialraubende sowie kostenintensive Expeditionen kaum durchf\u00fchren. Ein besonderer Dank sei daher an dieser Stelle dem bundesdeutschen Gutenberginstitut f\u00fcr die jahrelange Partnerschaft und die finanzielle Unterst\u00fctzung ausgesprochen.<\/p>\n<p>Das letzte Drittel des Monats August im Jahre 1982 war von einer konstanten Sch\u00f6nwetterperiode gekennzeichnet, die zum einen die einheimischen Grabungshelfer die anstrengenden und motivationsraubenden Zeitspannen der zahlreichen und heftigen Gewitter vergessen liess und zum anderen, angespornt durch die spektakul\u00e4ren Funde bisher, trotz der sp\u00e4tsommerlichen Insektenplage, zu wirklichen H\u00f6chstleistungen in ihren T\u00e4tigkeiten antrieb. Mittlerweile hielten sich auch die internen Reibungsverluste innert der Grabungsgruppen in vern\u00fcnftigen Grenzen, da sich in den Gruppen, angeleitet durch Mitglieder unseres Teams, eine nat\u00fcrliche Hierarchie herausgebildet hatte: die eingeborenen Arbeitskr\u00e4fte sind es offensichtlich nicht gewohnt eigenverantwortlich und demokratisch als Gruppe an eine Aufgabenstellung heran zu gehen, vielmehr entspricht es ihrer Sozialisierung, dass sie von sich aus zum Gef\u00fchrtwerden tendieren und so aus der Letztverantwortlichkeit entlassen sind. Wir haben daher jede Grabungsgruppe einem Mitglied unseres Teams unterstellt (wobei wir rasch feststellen mussten, dass es die Eingeborenen vorziehen von M\u00e4nnern befehlsartig geleitet zu werden; mit Frauen in F\u00fchrungspo\u00adsitionen scheinen sich die einheimischen Arbeitskr\u00e4fte schwer zu tun) und darunter in absteigender Form eine Mannschaftsstruktur erstellt \u2013 beginnend mit einem Vorarbeiter bis hin zu reinen Zuarbeitskr\u00e4ften und Schubkarrenfahrern \u2013 die es erm\u00f6glicht hat die Effizienz der Grabung permanent auf relativ hohem Niveau zu halten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/fund_innti-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-187\" title=\"humanoider fund, arteologie, &quot;innti&quot;, grabung inntal, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/fund_innti-1-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>Am 24. August 1982, circa eine dreiviertel Stunde nach Grabungsbeginn bei Sonnenaufgang vermeldete die Grabungsgruppe drei eine neuerliche Fundung. Die Aufregung der ersten Funde hatte sich mittlerweile gelegt, sodass niemand mehr seine Arbeit stehen liess um einmal mehr ein \u201epaar Keramikscherben\u201c zu bewundern. Erst als Dr. Arkadasch, der sofort zur Fundstelle geeilt war, in die Grabungsstelle einstieg und die \u00fcblichen, verfahrenstechnischen Vorkehrungen und Absicherungen umgesetzt hatte, unwillk\u00fcrlich innehielt und, entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten, ein beinahe ehrf\u00fcrchtiges \u201eSensationell!\u201c verlauten liess, str\u00f6mten umgehend s\u00e4mtliche Arbeitskr\u00e4fte und Teammitglieder heran um neugierig und staunbereit \u00fcber die Sicherheitsabsperrung in die Grube zu sp\u00e4hen: EIN HUMANOIDER REST! Ein Fingerglied, ein ganzer Finger, mehrere Finger, eine GANZE HAND! Hervorragend erhalten, nicht nur als skelettales Fragment, sondern als im lehmigen Mergel mumifiziertes menschliches relikt! Gespanntes Schweigen breitete sich aus. <a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/fund_innti-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-188\" title=\"humanoider fund, grabung inntal, arteologie, &quot;Innti&quot;, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/fund_innti-4-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>Dr. Arkadasch beorderte sterile T\u00fccher, sterile Pinsel und Spateln, sowie eine gepolsterte Transportfl\u00e4che um schnellstm\u00f6glich diesen Fund ins Labor verbringen zu k\u00f6nnen und so vor nat\u00fcrlicher Oxidation und solarer UV-Infiltrierung diesen Fund dauerhaft sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Fieberhaft arbeitet Dr. Arkadasch mit der Anthropologin Frau Dr. Marga Sudanavesi an der restlichen Freilegung dieses Unterarms um ihn ohne jede weitere Verz\u00f6gerung in die Obhut der konservatorischen Experten des Teams zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/fund_innti-10.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-189\" title=\"humanoider fund, grabung inntal, &quot;Innti&quot;, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/fund_innti-10-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a><strong>\u201eDER INNTI!\u201c<\/strong>, wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese spontane Namensgebung des Fundes innert der einheimischen Grabungshelfer. Voller Scheu und mit beinahe religi\u00f6ser Demut wichen alle Arbeiter und Arbeiterinnen zur\u00fcck, bildeten eine spalierartige Gasse, als es Dr. Arkadasch und Frau Dr. Marga Sudanavesi endg\u00fcltig gelungen war, den Fund frei zu legen, auf die gepolsterte Transportfl\u00e4che zu legen, aus dem Graben zu hieven und \u2013 gefolgt von einer sich zu einer Prozession formenden Arbeiterschaft \u2013 ins Laboratorium des Camps zu verbringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zahlreichen keramoiden und werkzeughaften sowie werkzeug\u00e4hnlichen Fund\u00adst\u00fccke stellten jede fehlende Sinnhaftigkeit mittlerweile ausser Frage&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/186"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=186"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":193,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/186\/revisions\/193"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}