{"id":220,"date":"2012-10-17T22:34:32","date_gmt":"2012-10-17T20:34:32","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=220"},"modified":"2012-10-22T16:51:46","modified_gmt":"2012-10-22T14:51:46","slug":"wipptal-august-september-1984-ausgrabungsprotokoll-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=220","title":{"rendered":"Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 3"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"> Im Juni 1984 musste Dr. Arkadasch Dag f\u00fcr drei Wochen an die Freie Universit\u00e4t Izmir zur\u00fcck, um seinen Studierenden die ausstehenden Pr\u00fcfungen vor dem Semesterende noch abzunehmen. Hier hat sich besonders die langj\u00e4hrige und intensive Zusammenarbeit und Freundschaft mit Dr. Armin Lengauer bew\u00e4hrt \u2013 der auch schon bei der Ausgrabung \u201eInntal\u201c als \u00e4rztlicher Leiter und medizinischer Betreuer vor Ort fungierte \u2013 welche eine friktions- und reibungsfreie Abwicklung s\u00e4mtlicher Beh\u00f6rdenwege in \u00d6sterreich erm\u00f6glichte. Generell muss hiebei festgehalten werden, dass moderne wissenschaftlich \u2013 arteologische Arbeit einzig im Teamwork erfolgreich sein kein: dies ergibt sich schon zwingend aus der sparten\u00fcbergreifenden Kontextualisierung der Arteologie, welche in sich Elemente der Anthropologie, der vergleichenden Historie, der soziotiven Ethnologie sowie der angewandten Arch\u00e4ologie enth\u00e4lt. Nur die vorbehaltlose Zusammenarbeit \u00fcber die eigenen wissenschaftlichen Parameter hinaus und die intrinsische Neugier aller Teammitglieder schafft jene Grundlage, ohne welche ein zielorientiertes und ein von jeder narzisstischen Eitelkeit freies Miteinander auf Dauer gew\u00e4hrleistet werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Republik \u00d6sterreich und hier wieder insbesondere das Bundesland Tirol leben \u00fcberwiegend seit dem nachkrieglichen Wiederaufbau vom Tourismus, wobei hier speziell Tirol von seinen topografischen und klimatischen Bedingungen her den Vorteil aufweist sowohl eine gute Sommersaison (beginnend mit Mitte Juni bis Mitte September), als auch eine im internationalen Vergleich, hervorragende Wintersaison (beginnend mit Ende November bis hin zum dem christlichen Kalendarium entsprechenden Osterfest [meist gegen Ende M\u00e4rz bis Mitte April datiert; als Grundlage dient hier der erste Vollmond eines Jahres nach julianischem Kalender]) auf zu weisen. Im Allgemeinen beruht der \u2013 oftmals ungleich verteilte \u2013 Wohlstand der Bev\u00f6lkerung auf den aus dem Tourismusgesch\u00e4ft lukrierbaren Einnahmen und aus einem, \u00fcberwiegend der \u00f6ffentlichen Hand unterstellten Dienstleistungssektor. Eine vergleichende Studie von Maureen Theskov <em>(University of Tuxedo, 1975, \u201eThe comparison of the behaviours of native Indians and the local indigenous tribes from Tyrol\u201c, Sciencepress \u2013 Tuxedo)<\/em> hat aufgezeigt, dass sowohl vom Ausverkauf des eigenen Brauchtums als auch der Traditionen, bis hin zum Missbrauch von Alkohol und Drogen, der schleichende Verlust von wahrer Identit\u00e4t umgekehrt zu einem Aufkeimen von nationalistischen, meist primitivst artikulierten Nationalismen, in einer eindeutigen Relation zum usurpatorischen Charakter einer Okkupation steht \u2013 und sei diese auch prim\u00e4r von friedlichen und\/oder touristischen Merkmalen gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies zeigte sich auch in der schwierigen Akquirierung von geeigneten R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr die ab August 1984 angeplanten Ausgrabungen im Wipptal. Durch die extensive touristische Nutzung war es im Grossraum Innsbruck kaum m\u00f6glich ad\u00e4quate Baulichkeiten anzumieten, welche sowohl dem arbeitstechnischen, als auch accommodativen Bed\u00fcrfnissen des Grabungsteams entsprachen. Erst durch Intervention von h\u00f6chster Stelle gelang es leerstehende Geb\u00e4udeeinheiten einer aufgelassenen Polizeikaserne in Innsbruck in Pacht zu nehmen und zumindest dergestalt improvisorisch zu adaptieren, dass termingerecht mit den Vorarbeiten zur Grabung vor Ort begonnen werden konnte. Die guten infrastrukturellen Gegebenheiten glichen dabei den Nachteil einer nicht fussl\u00e4ufigen Erreichbarkeit der Grabungstelle aus. Allerdings \u2013 und dies bei knappen finanziellen Ressourcen \u2013 musste darob generell auf motorisierte Mobilit\u00e4t zur\u00fcck gegriffen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/wippi_09_82-21.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-221\" title=\"wipptal arteologische grabung 1984, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/wippi_09_82-21-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>Trotz dieser Anlaufschwierigkeiten konnte mit 5. August 1984 ein erstes Grabungsfeld erschlossen werden. Dieses liegt am westufrigen Bereich des Fl\u00fcsschens Sill, wenige hundert Meter unterhalb der westlichen Pfeilerfundamente der Europabr\u00fccke und wird am westlichen Rand unmittelbar von einer zweispurigen Fahrstrasse, welche die urspr\u00fcngliche automobiltaugliche Verbindung zum Brennerpass darstellt, begrenzt. Zwei separate Holzbaracken mussten extra am steil abfallenden B\u00f6schungsrand errichtet werden, um sowohl das Grabungswerkzeug als auch B\u00fcro- und Laborraum vor Ort wind- und wettergesch\u00fctzt unterbringen zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig diente die Werkzeugscheune in den ersten Wochen der Ausspeisung der Grabungsmannschaften und deren sanit\u00e4ren Bed\u00fcrfnissen. Auf Grund der Erfahrungen mit der Ausgrabung \u201eInntal\u201c wurde parallel zu den ersten Horizontalsondierungen umgehend mit der Einz\u00e4unung des Areals begonnen. Nicht zuletzt dank des medialen Echos durch die lokalen Berichterstattungen (die noch immer im Banne des \u201eInnti\u201c standen) und der g\u00fcnstigen metrologischen Bedingungen verlief diese Anfangsphase ausgesprochen produktiv und problemlos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juni 1984 musste Dr. Arkadasch Dag f\u00fcr drei Wochen an die Freie Universit\u00e4t Izmir&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/220"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=220"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/220\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":231,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/220\/revisions\/231"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}