{"id":236,"date":"2012-10-28T16:32:12","date_gmt":"2012-10-28T14:32:12","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=236"},"modified":"2012-10-28T16:32:12","modified_gmt":"2012-10-28T14:32:12","slug":"wipptal-august-september-1984-ausgrabungsprotokoll-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=236","title":{"rendered":"Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 6"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das gesamte Grabungsgebiet mit seinen 5 verschiedenen Niveaustufen verlangte nach einer ausserordentlich genauen r\u00e4umlichen so wie zeitlichen Planung, um arbeitstechnische \u00dcberschneidungen und gegenseitige Erschwerungen hintan zu halten. Neben den forstwirtschaftlichen Auflagen (s\u00e4mtliche Rodungsarbeiten durften lediglich mit Einsatz von strassenseitig fixierten Seilwinden durchgef\u00fchrt werden und jeder einzelne Wurzelstock musste im Nachhinein auf seine fixative Eigenschaft als Hangbefestigung gepr\u00fcft und kartographiert werden), welche sich im Laufe der Grabungsarbeiten als sinnvoll und nachhaltig erwiesen, musste besonders eine dynamische und auf Bedarf erweiterbare Entw\u00e4sserung eingeplant und baulich ausgef\u00fchrt werden, da zum einen die Oberfl\u00e4chenw\u00e4sser der zweispurigen und asphaltierten Strasse in diese Hangbereiche durch Drainagierungen und Verrohrungen eingeleitet wurden und weiters in diesem inneralpinen Bereich in den Sommermonaten mit Starkregenf\u00e4llen und heftigen Gewittern laufend zu rechnen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/holzfaellen.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-237\" title=\"wipptal, vorbereitungsarbeiten zur arteologischen grabung, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/holzfaellen-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>Hierbei stellten besonders die Hangneigung von durchschnittlich 35 \u00b0 und die H\u00f6hendifferenz von 200 Metern an die hydrogeologischen Planungen extreme Herausforderungen dar. Es galt dabei nicht nur den gesicherten Ablauf der Oberfl\u00e4chenw\u00e4sser zu gew\u00e4hrleisten, sondern weit mehr musste darauf Bedacht genommen werden, dass es zu keinerlei Aussp\u00fclungen der gerodeten und damit errosiv anf\u00e4lligen Gesamtbodenstruktur des Grabungsgel\u00e4ndes kam, welche in weiterer Folge zu veritablen Hangabrutschungen und vermurungshaften Szenarien f\u00fchren konnten. Es galt somit die Entw\u00e4sserungsl\u00e4ufe nach topografischer M\u00f6glichkeit kaskadenhaft zu applizieren, dadurch die Fliessgeschwindigkeit selbst grosser und spontan auftretender Wassermassen zu minimieren, und somit das Fliessgeschiebe von Steinen, Erde und Sanden m\u00f6glichst in einem unschadhaften Rahmen zu halten. Dies wurde teils durch Trockenmauerungen, aber auch betonierten Gerinnen, sowie der bewussten Nutzung des freiliegenden Mutterfelsens als Fliessgrundlage erreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine unbedingte Notwendigkeit parallel zu diesen Arbeiten war die arteologische Sondierung all jener Gel\u00e4ndeabschnitte, welche durch diese oberfl\u00e4chensichernden Massnahmen jedem weiteren arteologischem Zugriff verwehrt bleiben mussten. Mehr als einmal bedingte der arteologische Befund, dass geplante Entw\u00e4sserungsl\u00e4ufe verlegt werden mussten. Eine zus\u00e4tzliche Erschwernis bestand darin, dass auf Grund dieser extremen Hanglage im Verein mit den klimatologischen und hydrogeologischen Bedingungen nur in ganz wenigen F\u00e4llen das jeweilige Aushubmaterial direkt an den Grabungsstellen gelagert werden konnte. Es stellte sich im Laufe der Arbeiten als unabdingbar notwendig heraus, dass nahezu 85 % des Aushubmaterials per Schubkarren und Eimern zu den beiden Beladestellen der Lastenseilbahnen (diese befanden sich auf Ebene zwei bzw. drei) verbracht werden musste, um von dort elektrifiziert zum Versorgungsbereich hochtransportiert zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Vermischungen zu vermeiden wurde von Dr. Sven Gunnarson (einem schwedischen Arteologen) ein ausgekl\u00fcgeltes Trenn- und Kennzeichnungssystem eingef\u00fchrt, mit dem jeder einzelne Materialantransport von seiner direkten Ausgrabungsstelle weg, \u00fcber den Seilbahntransport bis zu seiner endg\u00fcltigen Verbringung in das Forschungsgel\u00e4nde in Innsbruck jederzeit, auch im Nachhinein l\u00fcckenlos nachvollzogen werden konnte. Somit blieb gew\u00e4hrleistet, dass jeder einzelne Stein, jede einzelne Schaufel Grabungsmaterial selbst an der Haldenlagerung im Innsbrucker Forschungsgel\u00e4nde 1:1 locativ und chronologisch als zuordenbar weiterbeforscht werden konnte. Der Materialtransport von der Grabungsstelle nach Innsbruck erfolgte mittels Baucontainern, wobei auch hier mit einem Farbleitsystem gearbeitet wurde, um den eingeborenen Fahrern sowohl die F\u00fchrung des zwingend vorgeschriebenen Fahrtenbuches (welches auch der internen finanziellen Gebarung diente), als auch das haldenspezifische Ablagern im Innsbrucker Forschungsgel\u00e4nde zu erleichtern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gesamte Grabungsgebiet mit seinen 5 verschiedenen Niveaustufen verlangte nach einer ausserordentlich genauen r\u00e4umlichen so&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/236"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=236"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/236\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":238,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/236\/revisions\/238"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}