{"id":243,"date":"2012-11-05T20:54:18","date_gmt":"2012-11-05T18:54:18","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=243"},"modified":"2012-11-05T20:54:18","modified_gmt":"2012-11-05T18:54:18","slug":"wipptal-august-september-1984-ausgrabungsprotokoll-72","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=243","title":{"rendered":"Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 7\/2"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Kurzmeldung: durch ein \u00e4usserst starkes Unwetter am Abend des 23. August 1982, wurden s\u00e4mtliche Vorbereitungsarbeiten zur arteologischen Grabung ein gutes St\u00fcck zur\u00fcck geworfen und in Teilgebieten sogar zunichte gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Oberfl\u00e4chenw\u00e4sser der zweispurigen \u201eBrennerbundestrasse\u201c konnten vom trassierten Entw\u00e4sserungssystem im geplanten Strassenverlauf schon nach wenigen Minuten nicht mehr bew\u00e4ltigt werden, so dass es zu bachartigen Sturzrinnungen in die Talseite des Fl\u00fcsschens Sill in zunehmend verst\u00e4rktem Ausmasse kam, welche innert k\u00fcrzester Zeit weder durch Regenrinnen oder gar hangseitigen Gerinnungsgr\u00e4ben in geordneten Bahnen abf\u00fchrbar waren. Die im Gewittersturm \u00fcber 42 Minuten anhaltenden \u2013 die eingeborene Bev\u00f6lkerung spricht dabei von \u201esintflutartigen\u201c \u2013 Regenf\u00e4lle stoppten zu aller erst jede Form des motorisierten Verkehrs und verunm\u00f6glichten in weiterer Folge auch jegliche Art von manuellen Schadensvorkehrungen durch Drainagierungsarbeiten oder die Anlage von improvisatorischen Wasserl\u00e4ufen durch Sands\u00e4ckle oder dergleichen Hilfsmittel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die telefonische Anforderung von einheimischen Feuerwehrkr\u00e4ften wurde negativ beschieden, da s\u00e4mtlich verf\u00fcgbare Einsatzkr\u00e4fte f\u00fcr den Schutz und Erhalt von Wohnh\u00e4usern, tierischen Stallungen und gewerblich genutzten St\u00e4tten aufgeboten wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Team \u201eWipptal\u201c zog sich mitsamt dem anwesenden eingeborenen Grabungspersonal schon nach wenigen Minuten in die Werksattbaracke zur\u00fcck um dort das Ende dieses Unwetter nach M\u00f6glichkeit unbeschadet zu \u00fcberstehen. An gezieltes Arbeiten im freien war dabei unter keinen Umst\u00e4nden zu denken und Dr. Arkadasch verbot dies auch allen in klaren und unmissverst\u00e4ndlichen Worten. Der Schutz von Mensch und Tier hat in derartigen Situationen absolute Priorit\u00e4t, denn es obliegt der Letztverantwortlichkeit eines jeden Expeditionsleiters nach M\u00f6glichkeit die Gesundheit und Unversehrtheit des ihm anvertrauten Personals zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/hochwasser-wipptal1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-246\" title=\"hochwasser, wipptal, arteologische grabung, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/hochwasser-wipptal1.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"110\" \/><\/a>Aufgrund des totalen Stromausfalls in Folge des Gewittersturms, der bis 22:45 Uhr Ortszeit nicht behoben werden konnte, war es nicht m\u00f6glich sich im Lichte von Scheinwerferanlagen einen ersten Eindruck \u00fcber eventuelle Sch\u00e4den am Grabungsgel\u00e4nde zu verschaffen. So musste bis in die sp\u00e4teren Vormittagsstunden des n\u00e4chsten Tages gewartet werden, da es im durchweichten Boden, den durch die Rodungsarbeiten stark aufgelockertem Untergrund und dem durch die N\u00e4sse \u00e4usserst rutschigen Mutterfelsgestein nicht m\u00f6glich war ohne professionelle Seilsicherung die einzelnen tiefer gelegenen Terrassen des Grabungsgebietes zu besichtigen. Somit konnte erst gegen 13:00 Uhr ein vorl\u00e4ufiges Begehungsergebnis bekannt gegeben werden, bei dem folgende Sch\u00e4den zu verzeichnen waren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Die nordseitigen Einz\u00e4unungen und Einfriedungen wurden gr\u00f6sstenteils untersp\u00fclt, bzw. aus ihren Verankerungen gerissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Die Gerinne der Drainagierungen \u00fcber das gesamte Grabungsgebiet vermochten zwar das allergr\u00f6bste zu vermeiden, dennoch waren, vor allem in den wenigen Flachbereichen mur\u00e4nenartige Anschwemmungen von losem Oberfl\u00e4chenmaterial in relativ grosser Kubatur zu verzeichnen, welche zuerst h\u00e4ndisch verbracht werden m\u00fcssen, ehe mit einer Nachbesserung an den Gerinnen begonnen werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Im Bereich der Talsohle, also dem Bachbett des Fl\u00fcsschens Sill hat das Unwetter am meisten Ver\u00e4nderungen und Sch\u00e4den mit sich gebracht. Zum einen zeigt sich der Verlauf des Bachbettes in vollkommen neuer Form und zum anderen wurden bereits kartierte und vorsondierte Gel\u00e4ndeabschnitte teilweise weggesp\u00fclt bzw. derart untersp\u00fclt, dass an eine sinnvolle weitere arteologische Arbeit vorerst nicht zu denken ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4. Die Kanalisation (welche bisher als Provisorium zu bezeichnen war) der Werkst\u00e4tten und teambeb\u00e4ude vor Ort reicht nicht aus, um derartigen Vorkommnissen gewachsen zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5. Der finanzielle Gesamtschaden, respektive Mehraufwand l\u00e4sst sich zum momentanen Zeitpunkt noch nicht genau beziffern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: erst nach Behebung der gr\u00f6bsten Sch\u00e4den und der Instandsetzung der n\u00f6tigen, grabungstechnischen Infrastruktur ist an eine sinnvolle weitere arteologische Arbeit zu denken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurzmeldung: durch ein \u00e4usserst starkes Unwetter am Abend des 23. 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