{"id":252,"date":"2012-11-12T18:55:39","date_gmt":"2012-11-12T16:55:39","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=252"},"modified":"2012-11-12T18:55:39","modified_gmt":"2012-11-12T16:55:39","slug":"wipptal-august-september-1984-ausgrabungsprotokoll-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=252","title":{"rendered":"Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 9"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Alleine die Vorbereitungsarbeiten f\u00fcr die grossangelegte Katastrophenschutz\u00fcbung am 2. September nahmen mehrere Tage in Anspruch. Wer immer die administrativen Auflagen und Abl\u00e4ufe in Nordtirol kennt, der weiss, dass normalerweise derartige Planungen mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Der \u00f6ffentliche Sektor der Schutz- und Hilfsorganisationen ist n\u00e4mlich weder zentral noch vollst\u00e4ndig hoheitsverwaltlich organisiert, sondern splittet sich in zahlreiche unterschiedliche und auch dezentrale und f\u00f6deralistische Zust\u00e4ndigkeiten auf, welche ausserdem in l\u00e4ndlichen Gegenden durch nahezu privat gef\u00fchrte Vereinsstrukturen aufrecht erhalten werden. Es gen\u00fcgt also nicht an einer zentralen Stelle (ev. Dem Ministerium f\u00fcr Innere Angelegenheiten) sein Anliegen vorzutragen um dann umgehend mit den entsprechenden Fachleuten und Stabstellen der jeweils verantwortlichen Organisationen in Kontakt gebracht zu werden, sondern man muss sich vielmehr durch einen \u201eDschungel\u201c von Zust\u00e4ndigkeiten und \u2013 leider auch &#8211; \u00f6rtlichen Eitelkeiten durchk\u00e4mpfen, um letztendlich jene Herren und Damen an einen Tisch zu bringen, welche f\u00fcr das jeweilige Schutzprogramm als zust\u00e4ndig (und hoffentlich auch kompetent) erscheinen. Dass eine derartige Vorgangsweise nat\u00fcrlich die Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen und Beh\u00f6rden erschwert ergibt sich von selbst. Interessant erscheint allerdings, dass es mittlerweile selbst den einheimischen Verantwortlichen klar zu werden scheint, dass eine effiziente und vor allem wirksame Katastrophenhilfe unter derartigen Voraussetzungen nicht umsetzbar scheint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als erstes band Dr. Arkadasch daher die T\u00fcrkische diplomatische Vertretung in Wien ein, um m\u00f6glichst schnell einen qualifizierten Zugang zu jenen Stellen zu erlangen, welche unter die bundespolitische Kompetenz in Wien (Hauptstadt der Republik \u00d6sterreich) fallen. Des weiteren sprach er direkt mit dem t\u00fcrkischen Handelsattache\u00b4, Herrn Dr. Abdul Mechmet, in Innsbruck, um so die Unterst\u00fctzung jener Beh\u00f6rden zu sichern, welche auf f\u00f6deralistischer Ebene (sprich Bundesland und in weiterer, absteigender Folge \u201epolitischer Bezirk\u201c und dann \u201eGemeinde\u201c) in der administrativen Verantwortung stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/landesregkatastrophenberichtwippi.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-253\" title=\"\u00fcbungsbericht, katastrophenschutz\u00fcbung ausgrabung wipptal, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/landesregkatastrophenberichtwippi-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>Besondere Eigenst\u00e4ndigkeiten weisen in Tirol und wohl auch im gesamten \u00f6sterreichischen Staatsgebiet die sogenannten \u201eFreiwilligen Feuerwehren\u201c auf: gleichwohl diese \u201eFreiwilligen Feuerwehren\u201c auf Vereinsbasis organisiert sind, unterliegen sie einer dachverbandsartigen Struktur, die einerseits bundesl\u00e4nderweise, als auch gesamtstaatlich organisiert erscheint. Dennoch muss hier vor allem lokalpolitischen Interessen gr\u00f6sste R\u00fccksicht entgegengebracht werden, da hier sehr oft pers\u00f6nliche Eitelkeiten und Machtpositionen ungewollt zur Disposition zu stehen scheinen. Rivalit\u00e4ten treten nicht nur zwischen professionellen Organisationen wie zum Beispiel der Gendarmerie (eine Art von Polizei) und der Katastrophenabteilung des Heeres auf, sondern auch zwischen Freiwilligen und Professionalisten, wobei hier sehr oft kleinkr\u00e4merische Eifers\u00fcchteleien jede Form einer Zusammenarbeit erschweren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4tte Dr. Arkadasch nicht auf internationalem diplomatischen Weg derartigen Druck vorab auf alle Entscheidungstr\u00e4ger ausge\u00fcbt, w\u00e4re wohl eine derartige \u00dcbung weder in so kurzer Zeit noch in einem derartigem Ausmass einer Einbindung aller wesentlichen Kr\u00e4fte vor Ort m\u00f6glich gewesen. Anekdotisch sei hier noch festgehalten, dass durch die Kommunikationsschienen mit Wien und der T\u00fcrkischen Botschaft von allen Seiten mit einer nahezu dienerhaften Mentalit\u00e4t \u2013 welche aber wieder \u00fcberwiegend den charakterlichen Eigenheiten des Tirolers entspricht \u2013 auf die Anforderungen der \u00dcbungsplanung eingegangen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gelang somit Dr. Arkadasch Dag und seinem Team \u201eWipptal\u201c zum ersten Mal eine lebensnahe Katastrophen\u00fcbung unter arteologischen und arch\u00e4ologischen Pr\u00e4missen abzuhalten, wobei hiebei zus\u00e4tzlich das Hauptaugenmerk auf einer entsprechenden Wahrung und Sicherung etwaiger Funde nicht nur theoretisch sondern auch in der praktischen Umsetzung gelegt wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alleine die Vorbereitungsarbeiten f\u00fcr die grossangelegte Katastrophenschutz\u00fcbung am 2. 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