{"id":255,"date":"2012-11-14T19:43:01","date_gmt":"2012-11-14T17:43:01","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=255"},"modified":"2012-11-14T19:43:01","modified_gmt":"2012-11-14T17:43:01","slug":"wipptal-august-september-1984-ausgrabungsprotokoll-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=255","title":{"rendered":"Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 10"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcbungsannahme ging von folgendem Szenario aus: durch ein starkes Unwetter sind s\u00e4mtliche direkten Zufahrten zum Grabungsgel\u00e4nde blockiert und nur fussl\u00e4ufig passierbar. Die Einsatzkr\u00e4fte k\u00f6nnen selbst mit ihren gel\u00e4ndeg\u00e4ngigen Fahrzeugen nicht zum Grabungsgel\u00e4nde, respektive den Geb\u00e4uden am oberen, flachen und stra\u00dfennahen Areal herankommen. Die Kommunikation zwischen den Einsatzkr\u00e4ften und dem Grabungspersonal vor Ort ist vollst\u00e4ndig unterbrochen. Lediglich vom gegen\u00fcberliegenden Steilhang aus (ostseitiges Sillufer) kann mittels Ferngl\u00e4sern, sofern sich sporadisch die Wolken und Nebel lichten, eine durch die Vegetation stark eingeschr\u00e4nkte optische Lageeinsch\u00e4tzung erfolgen. Es wird mit mehreren \u00e4rztlich zu Versorgenden gerechnet und es ist davon auszugehen, dass s\u00e4mtliche Wegpassagen zum Einen erst angelegt und zum Zweiten provisorisch mit Seilen und Notgel\u00e4ndern abgesichert werden m\u00fcssen. Zudem sind zahlreiche wissenschaftlich relevante Artefakte vor ihrer endg\u00fcltigen Zerst\u00f6rung durch Oberfl\u00e4chenw\u00e4sser und wasserl\u00e4ufigem Geschiebe zu bewahren, zu sichern und an einen gesch\u00fctzten und klimatisch entsprechend vorbereiteten Ort zu verbringen. Als letzte Massnahme ist das gesamte Grabungsgel\u00e4nde im Hinblick auf seine weitere arteologische und\/oder arch\u00e4ologische Nutzung, unter Leitung des wissenschaftlich Verantwortlichen vor weiteren Folgesch\u00e4den durch Vermurungen, Windw\u00fcrfe, Einschlemmungen und sonstige errosive Faktoren nachhaltig zu bewahren und zumindest in seinem gegenw\u00e4rtigen Status quo zu erhalten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/wippi-katstrophenschutz-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-256\" title=\"\u00fcbung katastrophenschutz 1984, wipptal, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/wippi-katstrophenschutz-1-220x150.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>Ausgehend von diesen Pr\u00e4missen fand vorab in der Innsbrucker Expeditionszentrale ein zweit\u00e4giges Seminar f\u00fcr s\u00e4mtliche an der \u00dcbung beteiligten F\u00fchrungskr\u00e4fte sowie f\u00fcr die administriell Verantwortlichen der Tiroler Landesregierung ein einschl\u00e4giges Seminar unter der Leitung von Dr. Arkadasch statt. Im theoretischen Teil wurde neben den rechtlichen Grundlagen zum ersten Mal ein genereller Katastrophen\u00adkatasterplan erstellt, der die Zusammenarbeit und Aufgabenteilung innerhalb der unterschiedlichen Einsatzkr\u00e4fte hierarchisch und kompetenzorientiert regelt. Hauptziel ist es dabei unter dem Primat der Erhaltung und des Schutzes der wissenschaftlichen Artefakte dennoch eine optimale Bergung und Erstversorgung etwaiger an Leib und Leben gef\u00e4hrdeter Personen schnellstm\u00f6glich zu gew\u00e4hrleisten und gleichzeitig weitere terrestrische Zerst\u00f6rungen durch technische Massnahmen hintan zu halten. Das hiebei keinerlei schweres Ger\u00e4t zum Einsatz gelangen darf, stellt an alle Beteiligten zus\u00e4tzliche Herausforderungen dar, welche nur durch ein gemeinsames und zielorientiertes Vorgehen bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Im praktischen \u00dcbungsteil wurden den Seminarteilnehmern basale Handlungsab\u00adl\u00e4ufe f\u00fcr eine m\u00f6glichst effiziente und rasche Bergung sowie Sicherung von Artefakten n\u00e4hergebracht. Dabei wurde besonders auf eine kontaminationsfreie Arbeitsweise, eine entsprechende, geschlossene Bergungskette vom Fundort bis zur Notlagerst\u00e4tte und auf die fachgerechte Errichtung von ad\u00e4quaten Zwischenlagern geachtet. Am Hof des Innsbrucker Expeditionszentrums stand daf\u00fcr ein spontan von Dr. Arkadasch und seinem Team \u201eWipptal\u201c aufgebauter Stationsbetrieb zur Verf\u00fcgung. Das Regenwetter, welches am zweiten Seminartag herrschte, sorgte dabei ungeplant f\u00fcr \u00e4usserst authentische Rahmenbedingungen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die am 2. September 1984 daraufhin direkt vor Ort am Grabungsgel\u00e4nde abgehaltene Katastrophen\u00fcbung best\u00e4tigte eindrucksvoll den Wert der Vorbereitungen und wird in Expertenkreisen nach wie vor als Musterbeispiel f\u00fcr derartige Schulungen herangezogen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcbungsannahme ging von folgendem Szenario aus: durch ein starkes Unwetter sind s\u00e4mtliche direkten Zufahrten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/255"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=255"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/255\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":257,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/255\/revisions\/257"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}