{"id":286,"date":"2012-12-10T23:40:15","date_gmt":"2012-12-10T21:40:15","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=286"},"modified":"2012-12-10T23:40:15","modified_gmt":"2012-12-10T21:40:15","slug":"wipptal-august-september-1984-ausgrabungsprotokoll-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=286","title":{"rendered":"Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 17"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Diese normative Kategorisierung der beiden metallenen Miniaturen ergibt sich zwingend aus ihrer implizit dargestellten Relation zu im Alltag geh\u00f6renden T\u00e4tigkeiten und Werkzeugen einer generellen Basisversorgung einer jeden humanoiden Gruppe \u2013 egal ob es sich dabei um nomadisierende Clans oder St\u00e4mme handelt, oder aber um ortsbezogene, sesshafte Dauerverweiler. Die Grundbed\u00fcrfnisse nach Nahrung, Kleidung und Schutz vor Wind und Wetter sind in beiden Gruppen \u00e4hnlich definiert und bed\u00fcrfen einer steten Zuf\u00fchrung von nutritiven und protektoralen Rohstoffen sowie Halb- und Fertigprodukten um sowohl den Fortbestand der Gruppe als solcher, als auch die tradierten Lebensumst\u00e4nde generell zu erhalten. Dies bedingt \u2013 nicht zuletzt im Hinblick auf die alpine Landschaft und den transalen Talverlauf zum Brennerpass hin \u2013 dass speziell im Wipptal (aber wohl auch im Inntal, welches die Haupt-Ost-West-Verbindung in diesem territorialem Gef\u00fcge darstellt) ein enges und wohl auch mystifiziertes Naheverh\u00e4ltnis zu allem besteht, was im weitesten Sinne mit Transport von Nahrungsmitteln und\/oder G\u00fctern des t\u00e4glichen Gebrauchs (und sicherlich auch \u2013 wenn auch in bescheidenerem Ausmasse \u2013 Luxusg\u00fctern) zu tun hat: man muss sich hier strikt vor Augen f\u00fchren, dass das Wipptal geradezu pr\u00e4destiniert ist f\u00fcr jede Art von Wegelagerei, der Einhebung von Wegzollen und der gastronomischen Versorgung von Durchreisenden. Als Beispiel aus der Gegenwart sei hier nur auf die sogenannte \u201eBrennermaut\u201c (= Wegzoll f\u00fcr die Ben\u00fctzung der Autobahn ab Innsbruck bis zur H\u00f6he des Brennerpass\u00fcberganges nach Italien) verwiesen: eine administrativ verbr\u00e4mte Form einer im Archaischen verwurzelten Wegben\u00fctzungsgeb\u00fchr.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dass diese lebensbestimmende und in ihrer wirtschaftlichen Auswirkung auch lebenserhaltende \u00d6konomisierung des Durchzugsverkehrs auch zu verschiedenen rituellen und religi\u00f6sen Auswirkungen f\u00fchrte und f\u00fchrt ist manifest (vgl. hiezu Mark Goffrey \u201eVom Wegefluch zur Christopherus-Plakette \u2013 Ein historischer Abriss zum Volksglauben im Themenbereich traficaler Wanderbewegungen).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/DSC03713.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-archive-thumbnail wp-image-287\" title=\"DSC03713\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/DSC03713-220x150.jpg\" alt=\"cult-object 3 rekonstruktion, wipptal, 1982, arteologie, dr. arkadasch\" width=\"220\" height=\"150\" \/><\/a>\u201eCult-object 3\u201c (und auch \u201eCult-object 4\u201c) ist somit den Weihegaben (arteologische Zeit) zu zuordnen, welche entweder von heimischen Priestern und\/oder Priesterinnen den Fuhrwerkern f\u00fcr eine gelungene \u00dcberfahrt mit Segensw\u00fcnschen \u00fcbereignet wurden, oder aber \u2013 und hier steht eine finale Beurteilung noch aus \u2013 diese Miniaturen wurden nach erfolgreicher \u00dcberwindung der Passh\u00f6he an der letzten Schmalstelle des Wipptals (in Richtung Innsbruck) als Dankesgabe den Tempeldienern \u00fcberreicht, bzw. in Opferschreinen (Mulden, Nischen\u2026) wegnahe hinterlegt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die bereits beschriebenen klar erkennbaren Abschnitte der beiden Cult-objecte (3 und 4) weisen Unterschiede in der Transporteinheit auf (Aufbau, Gestaltung, Farbgebung) und in der Oberfl\u00e4chengestaltung der F\u00fchrungsbr\u00fccke\/Leitstelle.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Cult-object 3:<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Ad 1: Die Gesamth\u00f6he der F\u00fchrungsbr\u00fccke weist eine H\u00f6he von 4,65 cm auf und misst in ihrer Breite 2,90 cm. Die Dachkonstruktion ist mit einem weissen, nach vorne abgeschr\u00e4gten, haubenartigem Aufsatz versehen, der eine H\u00f6he von 0,5 cm misst und nach dem ersten Drittel des Daches endet. Das Frontfenster misst eine H\u00f6he von 1,01 cm und verj\u00fcngt sich seitw\u00e4rts zu zwei getrennten Fensterbereichen. Von der Unterkante des Frontfensters misst die F\u00fchrungsbr\u00fccke bis zur Unterkante 2,30 cm. Treibarbeiten schm\u00fccken diesen Seitenteil ab der Fensterh\u00f6he mit geometrisch anmutenden Ornamenten und zwei unterschiedlich scheinenden Piktogrammen, welche wohl einerseits die transportable Charakteristik der Miniatur beschreiben sollen, als auch den Wertbereich der Opfergabe bezeichnen. Rahmenartig eingefasst schliesst eine Radimitation (Durchmesser 1,50 cm, Schwarz mit silbernem Innenring) die F\u00fchrungsbr\u00fccke als Bodenkontakt hin ab.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Ad 2: Die Transporteinheit besteht aus einem in der Grundfarbe Gelb gehaltenem Kubus mit einer L\u00e4nge von 7,82 cm, der keinerlei \u00d6ffnungen, wohl aber einen (wahrscheinlich produktionsbedingten) Hohlraum aufweist. Ornamentale Verzierungen an der Oberseite und den Seitenw\u00e4nden der Transporteinheit zeugen vom hohen handwerklichen Geschick der Erzeuger. Eine 3,80 cm lange und 1,00 cm hohe, piktorale Fl\u00e4che weist schrift\u00e4hnliche Zeichen und Muster auf, welche teilweise wohl mit den Piktogrammen an der F\u00fchrungsbr\u00fccke thematisch in Verbindung stehen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Ad 3: Die unstatische Bewegungsmechnik besteht aus dem unter Punkt eins beschriebenem Rad im Bereich der F\u00fchrungsbr\u00fccke und aus einem Paar gleichartiger, hintereinander angeordneter R\u00e4der im hinteren Drittel des Objekts. Welche Funktion der schwarze Kasten hat (2,19 cm lang), der sich zwischen dem Rad an der F\u00fchrungsbr\u00fccke und dem hinteren Radpaar befindet, bedarf noch einer weitergehenden Beforschung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese normative Kategorisierung der beiden metallenen Miniaturen ergibt sich zwingend aus ihrer implizit dargestellten Relation&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/286"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=286"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/286\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":288,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/286\/revisions\/288"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=286"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=286"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=286"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}