{"id":324,"date":"2013-01-11T22:02:40","date_gmt":"2013-01-11T20:02:40","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=324"},"modified":"2013-01-11T22:02:40","modified_gmt":"2013-01-11T20:02:40","slug":"wipptal-august-september-1984-ausgrabungsprotokoll-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=324","title":{"rendered":"Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 23"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Selbst wenn im Regelfall einer jeden Fundung klare Vorabrecherchen und Analysen zugrunde liegen, so bedarf es dennoch immer wieder des durchaus spannenden Moments des Zufalls, des Gl\u00fccks, wenn tats\u00e4chlich im Gebiet einer Grabung nicht nur die erwarteten Artefakte ans Licht gebracht werden, sondern wenn zudem wirkliche, wissenschaftliche Sensationen ausgegraben werden. Freilich ist die Redewendung vom \u201eGl\u00fcck\u201c, vom \u201eZufall\u201c, wie sie in derartigen F\u00e4llen selbst von renommiertem wissenschaftlichen Personal gerne im Mund gef\u00fchrt wird, nichtsdestotrotz ein nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit stattfindendes Ereignis, welchem eben mit fundierten Vorarbeiten wesentlich \u201enachgeholfen\u201c werden kann.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der \u201eZufall\u201c als solcher, kann hier bei der Entdeckung des humanoiden Fundes vom 12. September 1984 nicht direkt in Anspruch genommen werden, da nicht nur Dr. Arkadasch, sondern auch die Anthropologin Frau Dr. Sudanavesi bereits w\u00e4hrend der vorbereitenden Studien von einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit von humanoiden Funden ausgingen. Allerdings \u2013 und hier ist sehr wohl von einer arteologischen Sensation zu sprechen \u2013 vermutete wohl niemand, dass auch hier im Wipptal wiederum ein multimolekularer, biomumifizierter Fund vorzufinden w\u00e4re. Eine vollst\u00e4ndige rechte Hand wurde in der Zone III des Ausgrabungsgel\u00e4ndes entdeckt. Dies war und ist umso mehr verwunderlich, als dass diese Ausgrabungszone fast ausschliesslich im ufernahen Bereich des Fl\u00fcsschens Sill liegt, und zwar im Schwemm- und \u00dcberlaufgel\u00e4nde am direkten Boden dieses<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>V-Tales, welches in seiner Ost-West-Ausdehnung hierorts durchaus als schluchtartiges Gel\u00e4ndeeinschnitt bezeichnet werden kann. Es war wohl den vorangegangenen Starkregen w\u00e4hrend der sommerlichen Gewitter und dem damit einhergehenden hochwasserartigen Str\u00f6mungsverhalten des Sillfl\u00fcsschens zu verdanken, dass zahlreiche in der Vergangenheit angeschwemmte und\/oder durch Hangerosionen aufgetragene Bodenschichtungen durch die Wasserf\u00fchrung des Gew\u00e4sserlaufes abgetragen wurden und so die unteren, grabungsrelevanten Schichtungen freigelegt wurden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/DSC03722.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-325\" alt=\"humanoider fund, 12. september 1984, wipptal, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/DSC03722-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Am fr\u00fcheren Vormittag des 12. September 1984 plante ein Grabungsteam im Sektor drei (welcher aufgrund seiner talb\u00f6digen Lage als letzter f\u00fcr Sicherungs- und Drainagierungsmassnahmen vorgesehen war) die letzten Oberfl\u00e4chengerinne zu fixieren und mittels vorhandenem Schwemmgut diesen gegen weitere \u00dcberflutungen flussseitiger Art und vor aquativen Abrutschungen hangseitig zu sch\u00fctzen. Dieses Grabungsteam bestand aus vier Studierenden und f\u00fcnf eingeborenen, m\u00e4nnlichen Hilfskr\u00e4ften, da die grobschottrige und stark von Ger\u00f6ll durchsetzte Uferfl\u00e4che nur mittels kr\u00e4fteraubendem k\u00f6rperlichen Einsatz arteologisch gesichert und urbar gemacht werden konnte. Bereits die ersten Vorbereitungsarbeiten legten im westlichen Bereich der Grabungszone drei, direkt unterhalb eines mannshohen Findling aus Dolomit den humanoiden Fund frei. Diese rechte Hand lag mit leicht gespreizten Fingern, weggestrecktem Daumen und der nach unten gedrehten Handfl\u00e4che in einem Bett aus wachteleiergrossen Kieseln, welche aufgrund ihrer runden Ausformung als typisch f\u00fcr nat\u00fcrlich verlaufende Flussstrukturen zu betrachten sind. Diese Kiesel sind s\u00e4mtliche dem geologischen Material des Flussverlaufes zuordenbar und weisen in ihrer Mineralstruktur keinerlei Bez\u00fcge zu nichtterritorialen Gesteinsvorkommnissen auf. Zudem gibt es in der Anordnung der Kiesel und der dazwischen eingeschichteten, aber in ihrer Menge unrelevanten Sande keinerlei Hinweise auf von Menschen geplante Gel\u00e4ndeeingriffe, respektive gar von \u00dcberresten irgendwelcher Baumassnahmen. Die Fundstelle mitsamt ihrem Fund entspringt daher einem naturhaften Ereignis und ist weder auf besiedlungstechnische Prozesse oder sonstige nichtnaturhafte Massnahmen zur\u00fcck zu f\u00fchren. Dies belegen auch die nachfolgenden systematischen Grabungsarbeiten in Grabungssektor drei, welche keinerlei weiteren Funde \u2013 weder Keramiken noch metallene Miniaturen \u2013 zeitigten. Es ist wohl dem hohen Kalkanteil des umgebenden Gesteins zu verdanken, dass Verwesungsprozesse hintangehalten wurden und es die permanente Hydratierung (das Fl\u00fcsschen Sill ist auch in den Wintermonaten wasserf\u00fchrend, selbst wenn die direkte Oberfl\u00e4che durch starken Frost mit einer mannstragenden Eisschicht abgeschlossen ist) zu einem Ausschluss von Sauerstoff f\u00fchrte, welche nach dem \u201eMuster\u201c von \u201eMoorleichen\u201c zu einem Erhalt des organischen Materials f\u00fchrte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Gleichwohl die Aufregung sofort sehr gross war und s\u00e4mtliche Mitarbeiter und Hilfskr\u00e4fte umgehend an den Sicherungsgel\u00e4ndern und Seilen zum Fundort abstiegen, glaubte beim ersten Anblick kaum jemand, dass es sich hier um die Auffindung eines arteologischen Sensationsfundes handelte, vielmehr \u00fcberwog die Frage, ob diese rechte Hand nicht ein Relikt aus j\u00fcngerer Zeit darstellen k\u00f6nnte, welche einem Verkehrsunfall oder aber ein der Zeit des Zweiten Weltkrieges zuzuordnen sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selbst wenn im Regelfall einer jeden Fundung klare Vorabrecherchen und Analysen zugrunde liegen, so bedarf&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/324"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=324"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/324\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":326,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/324\/revisions\/326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}