{"id":341,"date":"2013-01-20T21:05:32","date_gmt":"2013-01-20T19:05:32","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=341"},"modified":"2013-01-20T21:05:32","modified_gmt":"2013-01-20T19:05:32","slug":"wipptal-august-september-1984-ausgrabungsprotokoll-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=341","title":{"rendered":"Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 26"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der unerwartete und spektakul\u00e4re Erfolg, welchen der Fund des \u201eWippi\u201c nach aussen hin verk\u00f6rperte, verschaffte dieser Ausgrabung weitum, sogar \u00fcber die direkten Grenzen \u00d6sterreichs hinaus, ungeheurere Popularit\u00e4t. Dies zeigte sich ganz besonders im j\u00e4h einsetzenden Besucherstrom, welcher beinahe zu allen erdenklichen Tageszeiten (und Nachtzeiten) die Grabungsstelle besuchen wollte. Dies f\u00fchrte zu erheblichen Problemen f\u00fcr den weiteren grabungstechnischen Verlauf. Zum einen waren weder das Team \u201eWipptal\u201c, noch die bisherige grabungstechnische Infrastruktur darauf ausgelegt, generell mit Besuchern zu rechnen und zum zweiten legten diese interessierten Laien vollst\u00e4ndig andere Anforderungen und Erwartungen in ihre Besuchsabsicht.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Eine eilends einberufene Sitzung des gesamten Teams \u201eWipptal\u201c kam nach R\u00fccksprache mit dem arteologischen Institut der Freien Universit\u00e4t Izmir zum Schluss, dass umgehend entsprechende infrastrukturelle Massnahmen zu setzen seien um einerseits unter keinen Umst\u00e4nden die laufenden wissenschaftlichen Grabungsarbeiten durch unorganisierte Besucherstr\u00f6me zu gef\u00e4hrden oder gar zu verunm\u00f6glichen und andererseits die Gunst der Stunde einer derartigen positiven Resonanz in einer breiten \u00d6ffentlichkeit entsprechend den Zielsetzungen der Expedition zu nutzen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Folgender Dreistufenplan wurde beschlossen und sofort umgesetzt:<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpFirst\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">1.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Das gesamte Grabungsgel\u00e4nde wurde f\u00fcr jeglichen Besucherverkehr bis 30. September 1984 gesperrt und nur f\u00fcr mediale Berichterstattungen nach vorheriger Anmeldung ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpMiddle\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">2.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>In dieser Zeit wurden nach den Pl\u00e4nen von Dr. Arkadasch versicherte Steige \u00fcber den gesamten Grabungshang angelegt, wobei hier &#8211; auch das ein willkommener Zusatznutzen infolge der breitenwirksamen Ver\u00f6ffentlichungen des bisherigen Fundes von \u201eWippi\u201c \u2013 von Seiten der Republik \u00d6sterreich Pionierkr\u00e4fte der Armee in Zugst\u00e4rke unentgeltlich zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. Die technische Gesamtleitung dieser Steigbauten oblag dem erfahrenen Dipl. Ing. Gustav Steiger von der Tiroler Lawinen- und Wildbachverbauung, der \u00fcber einen enormen Erfahrungsschatz im Wegebau im alpinen und hochalpinen Gel\u00e4nde verf\u00fcgt.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpLast\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">3.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Am Versorgungsbereich der direkt an die doppelspurige Verkehrsstrasse angrenzt, wurde ein zus\u00e4tzlicher Parkraum f\u00fcr bis zu drei Omnibusse geschaffen und in containerbauweise ein kleines Besucherzentrum errichtet, welches sowohl einer informativen Agenda \u00fcber die Ausgrabung vor Ort, als auch \u00fcber die Ausgrabung des Jahres 1982 im Inntal entspricht, und weiters \u00fcber eine museale Infrastruktur mit Souveniershop (Ansichtskarten, einige popul\u00e4rwissenschaftliche Schriften \u00fcber Geologie und Geschichte des Wipptals, Miniaturen des \u201eInnti\u201c, udgl. mehr) und Kiosk (Erfrischungen, Snacks) und WC-Anlagen verf\u00fcgt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Finanzierung dieser Baumassnahmen erforderte ein zus\u00e4tzliches Budget, welches, nach langwierigen Verhandlungen vom Ministerium f\u00fcr Tourismus in ankara bewilligt wurde. Die Betriebskosten und Kosten der weiteren Instandhaltung allerdings werden zur G\u00e4nze von der Republik \u00d6sterreich, als rechtlichem Tr\u00e4ger des gesamten Grabungsgel\u00e4ndes bestritten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/wippi_09_82-15.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-342\" alt=\"wipptal 1984, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/wippi_09_82-15-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Dr. Arkadasch beschulte in einem mit der Universit\u00e4t Innsbruck abgesprochenem Seminar sieben Studenten und Studentinnen des arch\u00e4ologischen Instituts der Universit\u00e4t Innsbruck zu arteologischen Fremdenf\u00fchrern, welche seit 1. Oktober 1984 die Besucher in 12 er Gruppen durch das Grabungsgel\u00e4nde f\u00fchren. In speziellen Workshops, welche nach Voranmeldung buchbar sind, demonstrierte Dr. Arkadasch zudem interessierten Besuchern die unterschiedlichen Herangehensweisen und arteologischen Techniken, um so anhand einer nachhaltigen Wissensvermittlung das tiefere Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die arteologischen Zusammenh\u00e4nge zu vermitteln.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Auch wenn insgesamt diese Situation spontanes Handeln und auch Improvisation erforderte, so muss hier dezidiert festgehalten sein, dass die Qualit\u00e4t von Forschungsarbeit Hand in Hand mit dem Bildungsauftrag gegen\u00fcber einer interessierten Allgemeinheit einherzugehen hat, wenn f\u00fcrderhin sowohl der finanzielle Rahmen derartiger Expeditionen gesichert und die Freiheit der Wissenschaft als positives Allgemeingut in den K\u00f6pfen und Herzen der Menschen verankert sein soll. Moderne Arteologie funktioniert nur in diesem Miteinander mit den Menschen vor Ort. Denn nur, wenn diese Menschen sich miteingebunden f\u00fchlen, wird auch die Bereitschaft wachsen, die aus diesen Forschungen gewonnen Erkenntnisse in das generelle Bewusstsein im habituriellen Sinn positiv zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der unerwartete und spektakul\u00e4re Erfolg, welchen der Fund des \u201eWippi\u201c nach aussen hin verk\u00f6rperte, verschaffte&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/341"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=341"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/341\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":343,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/341\/revisions\/343"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}