{"id":352,"date":"2013-02-04T22:18:13","date_gmt":"2013-02-04T20:18:13","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=352"},"modified":"2013-02-04T22:18:13","modified_gmt":"2013-02-04T20:18:13","slug":"wipptal-august-september-1984-ausgrabungsprotokoll-273","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=352","title":{"rendered":"Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 27\/3"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die schriftsymbolischen Gravuren auf der Vorderseite des Griffst\u00fcckes sind auf einer, dem eigentlichen Griffst\u00fcck identen L\u00e4nge von 3,10 cm angebracht. Es ist umstritten ob es sich bei diesen Zeichen tats\u00e4chlich um alphabetale, buchstabenartige Zeichen handelt, oder ob wir es hier vielmehr mit einer piktoralen Symbolik zu tun haben, welche in direktem Bezug zum Kultobjekt selbst und\/oder seiner zeremonialen Verwendung steht. Die arteologische Wissenschaft tendiert hier zur letzteren Meinung, umso mehr, als diese piktorale Symbolik bisher nirgendwo in vergleichbarer Weise vorgefunden wurde \u2013 abgesehen von den ornamentalen und piktoralen Schm\u00fcckungen, welche sich auf den bei der Grabung \u201eInntal2 vorgefundenem Kultgef\u00e4ss wiederfindet. Jedoch st\u00e4rkt wiederum genau diese Zuordenbarkeit die Theorie einer insgesamten kultischen Vernetztheit, welche \u00fcber Ritualisierungen und tradierte Handlungsabl\u00e4ufe zu innerhalb einer Gesellschaft eigenst\u00e4ndigen Handlungsmustern f\u00fchrt, welche ausschliesslich nichts\u00e4kularen Obliegenheiten vorbehalten bleibt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/cult_object1_schriftzugwipptal.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-353\" alt=\"kultobjekt 1, detail. schriftzug, wipptal 1984, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/cult_object1_schriftzugwipptal-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die am Ende der schriftsymbolischen Gravur befindliche Bohrung mit einem Durchmesser von 56 mm weist keinerlei Gebrauchsspuren auf. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass diese Bohrung (welche bei beiden Fundst\u00fccken sowohl von der Platzierung als auch vom Durchmesser her ident ist) einer alltagspraktischen Verwendlichkeit zuordenbar ist und der Aufbewahrung in einer h\u00e4ngenden Form diente. Es wird daher diese Bohrung nicht in die L\u00e4ngenmessung des eigentlichen Griffst\u00fcckes mit eingerechnet, da sie in ihrer Funktionalit\u00e4t einer g\u00e4nzlich anderen Handhabungsabsicht entspricht.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die schriftsymbolische Gravur wird in dieser Analyse in unserer gewohnten Lesrichtung von rechts nach links besprochen. Es gilt aber der immanente Hinweis, dass die eigentliche Bedeutung durchaus auch einer umgekehrten Lesrichtung entsprechen k\u00f6nnte. Gleichwohl ist dem theoretischen Ansatz von Symbolistikern durchaus ein interessanter Zugang zu zugestehen, welche aufgrund der zahlreichen nach rechts hin nicht abgeschlossenen waagrechten Strichmengen, von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer von links nach rechts ausgef\u00fchrten Symbolreihe ausgehen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die schriftsymbolische Gravur selbst besteht aus zehn Zeichen, wobei sich zwei Zeichen einmal wiederholen, wenn auch nicht in einer identen Reihenfolge.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das zweite Symbol \u2013 es k\u00f6nnte einen Berg, eine Spitze darstellen \u2013 wiederholt sich in vollkommen identer Form an der drittvorletzten Stelle und die beiden darauffolgenden Symbole stellen die n\u00e4chste, die zweite Wiederholung dar, welche zugleich den Abschluss (oder auch Anfang) dieser Symbolreihe bilden. Inwieweit diese Wiederholung einer inhaltlichen Verst\u00e4rkung einer dargestellten Information dient, l\u00e4sst sich zum derzeitigen Stand der arteologischen Forschungen nicht mit Sicherheit sagen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Alle zehn Symbole sind in ihrer gestalterischen Form gleichartig dargestellt, und zwar in einer grundrissartigen Gestaltung ohne zus\u00e4tzliche innenliegende Bearbeitung. Die \u00fcberwiegende Darstellung der Symbole bedient sich einer Verwinkelung von 90\u00b0, welche \u2013 im Bezug auf die Grund- und Oberlinie der Gravur betrachtet &#8211; auch beim halbrunden Symbol und den spitzwinkeligen sowie mischgeformten Symbolen vorzufinden ist.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die enge Abstandsf\u00fchrung der Symbole zueinander weist auf eine beabsichtigte Schaffung eines lokalen gegenseitigen Bezugs hin, wie er sp\u00e4terhin in klarer Weise f\u00fcr die Nutzung von Buchstabenschriften sinngebend genutzt wird.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Gravur selbst wurde in \u00e4usserst feiner Art und Weise ausgef\u00fchrt und beweist die hohe Fertigkeit der kunsthandwerklichen Tradition jener Zeit. Sie ist nirgendwo tiefer als 0,3 mm und weist eine Breite von 0,1 bis 0,2 mm auf. Zudem wurde die Gravur entspant und entgratet. Inwieweit noch farbliche F\u00fcllungen zur Verwendung kamen, konnte selbst bei der metallurgischen Untersuchung nicht einwandfrei nachgewiesen werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die schriftsymbolischen Gravuren auf der Vorderseite des Griffst\u00fcckes sind auf einer, dem eigentlichen Griffst\u00fcck identen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/352"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=352"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/352\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":354,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/352\/revisions\/354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=352"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=352"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=352"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}