{"id":357,"date":"2013-02-11T18:36:11","date_gmt":"2013-02-11T16:36:11","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=357"},"modified":"2013-02-11T18:36:11","modified_gmt":"2013-02-11T16:36:11","slug":"wipptal-august-september-1984-ausgrabungsprotokoll-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=357","title":{"rendered":"Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 28"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Mit der \u00d6ffnung des Grabungsgel\u00e4ndes \u201eWipptal\u201c am 1. Oktober 1984 auch f\u00fcr nichtwissenschaftliche Besucher entwickelte sich gleichzeitig eine generelle Stimmungs\u00e4nderung am insgesamten Storyboard dieser arteologischen Grabung. Lagen die bisherigen Pr\u00e4missen einzig in der arteologischen Ausgerichtetheit s\u00e4mtlicher manipulativer und wissenschaftlich-arteologischer T\u00e4tigkeiten so ver\u00e4nderte die st\u00e4ndige M\u00f6glichkeit einer interessierten Laienpr\u00e4senz durch \u00d6ffentlichkeit die internen Charakteristika des Arbeitsgeschehens als solches genauso wie die kommunikativen Strukturen im Inneren als auch nach aussen. Das Grabungsteam \u201eWipptal\u201c stand &#8211; zumindest wurde es so von einer Mehrheit der Teammitglieder gef\u00fchlt und artikuliert \u2013 mit einem Male im Blickpunkt einer nicht wissenschaftlich vorgebildeten und damit auch vom arteologischen Ansatz her nicht zuordenbaren \u201eZuschauermenge\u201c, welche zwar durch ihr Interesse durchaus dem Selbstverst\u00e4ndnis der Teammitglieder schmeichelte, andererseits aber die Arbeit der arteologischen Grabung beinahe zu einer Art Performance verinterpretierte \u2013 eine Erfahrung, welche bei weitem nicht nur positive Gef\u00fchlsregungen unter der Grabungsmannschaft ausl\u00f6ste \u2013 welche die bisherige Art zu arbeiten nahezu verunm\u00f6glichte und die Arbeiterschaft vor Ort zeitweise in die Rolle von Statisten eines \u201earteologischen Erlebnisparks\u201c dr\u00e4ngte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/wippi_09_82-17.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-358\" alt=\"wipptal 1984, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/wippi_09_82-17-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Andererseits \u2013 und dies darf in Zeiten moderner Medien auf keinen Fall ausser Acht gelassen werden \u2013 stellt eine positive Resonanz in einer breiten \u00d6ffentlichkeit, der gegen\u00fcber auch noch ein Bildungsauftrag wahrgenommen wird, einen nicht hoch genug zu wertenden Faktor im Rahmen der monet\u00e4ren Debatte weiterf\u00fchrender arteologischer Agenden dar. Dass hier gleichwohl, besonders mit dem Eigner der betroffenen Grundst\u00fccke (dem Bundesland Tirol als juristischer Person und Gebietsk\u00f6rperschaft), Kompromisse einzugehen sind, ergibt sich in logischer Folge aus den jeweiligen Verantwortlichkeiten und Interessenslagen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dr. Arkadasch w\u00e4re es am liebsten gewesen (so wie bereits bei der Grabung im Jahre 1982 im Inntal) wenn mit dem geplanten Ende der Grabungst\u00e4tigkeit (sp\u00e4testens mit Ende Oktober 1984 und den ersten starken Bodenfr\u00f6sten) das gesamte Gel\u00e4nde abgeriegelt und f\u00fcrderhin nur mehr f\u00fcr wissenschaftliche Zwecke betretbar erkl\u00e4rt w\u00fcrde. Eine derartige Vorgangsweise dient zum einem dem Schutz der bisherigen terrapermanenten Grabungsobjekte (Mauern, Mauerreste, Fundamentierungen, Trassierungen\u2026) vor unbeabsichtigter Besch\u00e4digung oder gar Vandalismus, zum anderen aber wird so das Grabungsgel\u00e4nde f\u00fcr sp\u00e4tere arteologische Expeditionen im Status quo des wissenschaftlich-arteologischen Grabungsablaufes erhalten und erleichtert auf diese Weise den nahezu nahtlosen Anschluss an bisherige Funde und Erkenntnisse.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Mit dem Beschluss der Tiroler Landesregierung das Grabungsgel\u00e4nde \u201eWipptal\u201c geordnet einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen, stellten sich f\u00fcr Dr. Arkadasch und sein Team vollkommen neue Herausforderungen:<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpFirst\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">1.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Die Sicherung des Grabungsgel\u00e4ndes hat absoluten Vorrang vor jeder effektheischerischen musealen und popul\u00e4rwissenschaftlichen Beabsichtigung.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpMiddle\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">2.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Die Aufarbeitung von Bildungs- und Informationsangeboten muss in arteologisch korrekter Form gew\u00e4hrleistet werden und dem jeweiligen wissenschaftlichen Stand entsprechen.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpMiddle\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">3.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Die Erhaltung und Finanzierung der besucherrelevanten Infrastruktur ist unabh\u00e4ngig von jedem wissenschaftlichen Budget zu finanzieren und zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpLast\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">4.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Die Letztverantwortlichkeit obliegt der arteologischen Leitung, welche weisungsfrei gegen\u00fcber dem Eigent\u00fcmer und Finanzier des Besucherzentrums agiert.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr diesen Zweck wurde ein eigener Verein gegr\u00fcndet, die \u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Tiroler Arteologische Vereinigung\u201c<\/i>, kurz \u201e<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">TAV<\/i>\u201c genannt. Als Vorsitzender fungiert der jeweilige Vorstand der arch\u00e4ologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck (in Ermangelung einer eigenen Arteologischen Fakult\u00e4t an dieser Universit\u00e4t). Die genaue Aufgabenteilung ist in den Statuten nachzulesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der \u00d6ffnung des Grabungsgel\u00e4ndes \u201eWipptal\u201c am 1. 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