{"id":376,"date":"2013-03-09T16:53:20","date_gmt":"2013-03-09T14:53:20","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=376"},"modified":"2013-03-10T02:17:34","modified_gmt":"2013-03-10T00:17:34","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=376","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 3"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\">Im beigef\u00fcgten Bild kann die genaue Verortung der Fundstelle nach L\u00e4ngen- und Breitengraden nachvollzogen werden:<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Unter Ber\u00fccksichtigung dieser Topografie der Fundorte im S\u00fcden von Innsbruck ergeben sich einige interessante Ans\u00e4tze:<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpFirst\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">1.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Die \u2013 zumindest teilweise \u2013 Besiedelung der Seitent\u00e4ler welche in die von der Natur vorgegebene Nord-S\u00fcdverbindung \u00fcber den Brennerpass einm\u00fcnden, erfolgte im Wesentlichen relativ zeitgleich bzw. zeit\u00e4hnlich der besiedlungstechnischen Inbesitznahme dieser Talschaften.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpMiddle\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">2.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Es kann dabei nicht zu hundert Prozent davon ausgegangen werden, dass es sich bei all diesen Siedlungsmassnahmen um dauerhaft bewohnte Objekte innert einer soziologisch sich zusammengeh\u00f6rig f\u00fchlenden Gruppe gehandelt hat. Besonders die Bewirtschaftung der alpinen Fl\u00e4chen mit dem Schwerpunkt auf einer (\u00fcber lange Zeit wohl ausschliesslich nomadenhaften) viehz\u00fcchterischen Komponente (Fleischbevorratung aber auch [Eigen-] Versorgung mit Milch, Milchprodukten und Wolle) hat bis heute ihre Tradition einer festwohnsitzlosen, sommerlichen Produktionsweise nicht verloren. Ab Ende Juni ziehen noch immer die Hirten und K\u00e4severarbeitungsfachkr\u00e4fte (im einheimischen Jargon \u201eKaser\u201c oder auch \u201eSenner\u201c genannt) mit den, den Erfordernissen der modernen Zeit und der Nachfrage auf dem Nahrungsmittelsektor entsprechenden schwerpunktsetzenden Artent\u00adsprechungen in der Viehhaltung (so werden heute vorwiegend Rinder gez\u00fcchtet, die Schaf- und Ziegenhaltung fristet in Nordtirol nunmehr ein Nischendasein) auf die umliegenden Bergweiden, wobei hier zuerst der im \u00fcberwiegenden Masse fussl\u00e4ufig stattfindende Viehtrieb die in mittleren H\u00f6hen befindlichen Almwiesen zum Abweiden vorsieht und erst mit Juli\/August die tats\u00e4chlichen, teils \u00fcber der Baumgrenze liegenden versteppten Graslandschaften genutzt werden. Bemerkenswert dabei ist die Tatsache, dass hierbei strenge Sitten und Gebr\u00e4uche gelten, welche in ihrer Archaik einen tiefen R\u00fcckschluss auf tradierte, verbale \u00dcberlieferungen memorieren.<\/p>\n<p class=\"MsoListParagraphCxSpLast\" style=\"text-align: justify; text-indent: -18.0pt; mso-list: l0 level1 lfo1;\"><span style=\"mso-fareast-font-family: Arial;\"><span style=\"mso-list: Ignore;\">3.<span style=\"font: 7.0pt 'Times New Roman';\">\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span>Es gilt somit, dass aus arteologischer Sicht von einer permanenten transalen und insistalen Verschr\u00e4nkung der bev\u00f6lkerungstechnischen Besiedelung ausgegangen werden muss, welche einerseits sowohl zu einer genetischen als auch soziologischen Bereicherung der Bev\u00f6lkerung vor Ort f\u00fchrte, andererseits aber im Laufe der Generationen unbedingt zu einer artifiziellen Notwendigkeit einer genealogischen Scheineigenst\u00e4ndigkeit f\u00fchren musste, welche ihren Niederschlag in einem \u00fcberdurchschnittlich hohen Streben nach einem gemeinsamen Gef\u00fchl von Nationalit\u00e4t seinen Ausschlag fand, welcher wiederum vice versa sich in<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>einer innerlichen Abschottung und einer damit verbundenen rigorosen, geistigen Selbstbeschr\u00e4nkung manifestierte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_09_84-21.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-377\" alt=\"stubaital, 1985, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_09_84-21-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die vermeintliche Kompexit\u00e4t der nordtirolerischen humanoiden Entwicklung bedarf somit einer gr\u00fcndlichen Untersuchung s\u00e4mtlicher transaler und insistaler Wanderbewegungen von Kleingruppen, Clans, St\u00e4mmen und V\u00f6lkerschaften, um so tats\u00e4chlich aus jener Mischkulanz, die heute als origin\u00e4r gewachsene Eigenst\u00e4ndigkeit verstanden und auch gelebt wird, den inhomogenen Charakter der Tiroler Bev\u00f6lkerung insgesamt nachvollziehbar zu machen. Dies entspricht auch weitestgehend den heute gelebten Gepflogenheiten im matrimonialen Sinne, wenn auch gleichzeitig angemerkt werden muss, dass diese heutige Vorgangsweise von Fremdeheschliessungen mit nicht zum eigenen Kernbereich der Bev\u00f6lkerung geh\u00f6renden Partnern in erster Linie auf die Einfl\u00fcsse des modernen Fremdenverkehrs zur\u00fcck zu f\u00fchren ist.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Umgekehrt zeigen besonders die Quellen um das auslaufende 19.Jahrhundert deutlich auf, wohin infrastrukturelle Abgeschiedenheit, gepaart mit wirtschaftlicher Armut und Rohstofflosigkeit bev\u00f6lkerungstechnisch hinf\u00fchren: inzesti\u00f6se Verpaarungen mit daraus resultierenden H\u00e4ufungen von Behinderungen, Schwachk\u00f6pfigkeit und \u00fcberdurchschnittlich ausgepr\u00e4gter Kropfbildung begleiteten \u00fcber Generationen die humanoide Arterhaltung in den nordtirolerischen Seitent\u00e4lern (<i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">vgl. Gustav von Seitringer, \u201eInzucht und die intelligenzm\u00e4ssige Minimierung einer Talschaft<\/i>\u201c, Universit\u00e4t Padua, 1932).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im beigef\u00fcgten Bild kann die genaue Verortung der Fundstelle nach L\u00e4ngen- und Breitengraden nachvollzogen werden:&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/376"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=376"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/376\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":383,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/376\/revisions\/383"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=376"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=376"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=376"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}