{"id":384,"date":"2013-03-10T20:27:38","date_gmt":"2013-03-10T18:27:38","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=384"},"modified":"2013-03-10T20:27:38","modified_gmt":"2013-03-10T18:27:38","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=384","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 4"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Auf Grund der klimatischen und topografischen Bedingungen muss davon ausgegangen werden, dass ein autarkes Leben ohne jegliche Zuf\u00fchrung von technischen Hilfsmitteln und Produkten des t\u00e4glichen Bedarfs von ausserhalb, speziell in den abgelegenen Seitent\u00e4lern nur auf einem \u00e4usserst rudiment\u00e4ren Niveau m\u00f6glich war und ist. Der gesamte nordtiroler Raum fusst in seinen tiefsten lagen bei 495 m \u00fc.M. (Messpunkt Kufstein, \u00f6stliche Grenzstadt im Inntal zur Bundesrepublik Deutschland), wobei insgesamt selbst im gesamten Verlauf des nordtirolerischen Inntals eine durchschnittliche Talbreite (die in etwa dem heutigen agronomen Bebauungsgebiet und Besiedelungsgebiet weitestgehend entspricht) von 2 km nicht \u00fcberschritten wird, und erreicht in Landeck (der westlichsten Stadt im nordtirolerischen Inntal, Einwohnerzahl um die 7000) eine Seeh\u00f6he von bereits 816 m \u00fc. M.. Bis Landeck verl\u00e4uft das Inntal in ungef\u00e4hrer West-Ost-Richtung, von dort aber zweigt das Inntal in s\u00fcdlicher Richtung ab, bis zum Reschenpass (1507 m \u00fc. M.). S\u00e4mtliche Seitent\u00e4ler des Inntals sind gr\u00f6sstenteils enge, ansteigende V-T\u00e4ler, welche ihrer Formung nach dem glazialen Geschiebe der letzten Eiszeit mit zuordenbar sind. Es ist wohl diesem Umstand Rechnung zu tragen, dass aus den n\u00f6rdlich des Inntals gelegenen Kalkgebirgen der Talboden im Wesentlichen aus Schotterablagerungen (mit lehmigen und mergeligen Einschichtungen) besteht, welche wiederum erst eine Besiedelung in dieser Flusslandschaft erm\u00f6glichten, da ohne diese hydrophobe Geomorphologie das Inntal von starker Versumpfung und Moorbildungen (wie wir sie zum Beispiel auch im n\u00f6rdlichen Alpenvorland finden) gepr\u00e4gt w\u00e4re. Dies beweisen auch die mittlerweile nur mehr vereinzelt vorhandenen Best\u00e4nde an F\u00f6hren (Pinus), einer immergr\u00fcnen Lichtbaumart, welche meist in Gruppen auftritt und durch ihre Pfahlwurzeln pr\u00e4destiniert auf schottrigen Untergr\u00fcnden w\u00e4chst. Die heutigen, im gesamten nordtirolerischen Inntal anzutreffenden Schotterabbaue nutzen diese vorhandenen geomorphologischen Voraussetzungen extensiv.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_09_84-23.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-385\" alt=\"ausgrabung stubaital, 1985, dr. lengauer, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_09_84-23-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Verkehrstechnisch wurden und werden derartige geomorphologische Strukturen schon immer eingebunden, denn sie bieten auf Grund ihrer Beschaffenheit eine relativ leicht zu be- und verarbeitende Basis f\u00fcr Trassierungen und Routenf\u00fchrungen. Dies zeigt sich in aller Deutlichkeit einmal mehr in den bereits angef\u00fchrten transalen und insistalen Wanderbewegungen, welche auf der Nord-S\u00fcdverbindung Brenner-Kufstein (und in vermindertem Ausmass wohl auch \u00fcber den Reschenpass und den im Ausserfern befindlichen Fernpass) selbst in vorarteologischer Zeit nachweisbar sind (vgl. <i style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">Jane Bradlink, \u201eThe Flow Of Migration in the Stone Age<\/i>\u201c, Manchester, 1967).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Im qualitativen Bereich von Migrationsbewegungen stellt insbesondere f\u00fcr das Wipptal und den Bereich des Unterinntales (von Innsbruck in Richtung Osten bis Kufstein) die personelle Mischkutanz mit Wanderbewegungen aus dem italienischen Raum insgesamt das Gros der Vermischungen in der hocharteologischen Zeit dar, wobei aber die Beeinflussung durch andere Populationsgruppen in lokal abgrenzbaren Bereichen zu einer weiteren, den Typus der tirolerischen Bev\u00f6lkerung nachhaltig pr\u00e4genden, assimilativen als auch okupalen Vermengung f\u00fchrte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dies zeigte sich bereits deutlich in den verschiedenen Artefakten, welche bei den Ausgrabungen im Inntal und im Wipptal vorgefunden wurden. Ohne diese st\u00e4ndige Beeinflussung, ohne diesen Austausch an Wissen, Material, Traditionen und auch genetischen Ressourcen w\u00e4re wohl der gesamte Alpenbereich, im besonderen aber der nordtiroler Raum ein reines Durchzugsgebiet geblieben, da aus den vorgenannten Begr\u00fcndungen eine dauerhafte Besiedelung als unm\u00f6glich zu betrachten ist. Dass zudem im Alpenraum keinerlei Hinweise auf eine eigenst\u00e4ndige, einer Hochkultur entsprechenden Entwicklungen nachweisbar sind, unterstreicht diese Tatsachen sehr deutlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Grund der klimatischen und topografischen Bedingungen muss davon ausgegangen werden, dass ein autarkes Leben&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/384"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=384"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/384\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":386,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/384\/revisions\/386"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}