{"id":391,"date":"2013-03-18T17:59:57","date_gmt":"2013-03-18T15:59:57","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=391"},"modified":"2013-03-21T18:24:21","modified_gmt":"2013-03-21T16:24:21","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=391","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 6"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Sowohl aus arteologischer als auch arch\u00e4ologischer Sicht ist jede Entscheidung f\u00fcr eine Grabung\/f\u00fcr eine bestimmtes Grabungsgebiet auch gleichzeitig eine Entscheidung gegen ein oder mehrere andere Grabungsgebiete. Da weder den universit\u00e4ren noch den staatlichen oder gar privaten Forschungseinrichtungen unbegrenzte Mittel (an Geld, Personal und Anlagenressourcen) zur Verf\u00fcgung stehen, ist besonders jede definitive Entscheidung f\u00fcr eine bestimmte Ausgrabung mit gr\u00f6sster wissenschaftlicher Sorgfalt zu treffen. Dennoch ist und bleibt jede Forschungsarbeit die sich mit verifizierbaren Beweismaterialien auf Grund von Ausgrabungen mit der Deutung, Beurteilung und dem \u00fcbergeordneten Verst\u00e4ndnis von Funden in einem themenspezifischen Kontext befasst, ein genereller Wettlauf gegen die Zeit.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dies zeigte sich auch deutlich bei unserer Ausgrabungsst\u00e4tte im Stubaital: als positive Pr\u00e4misse muss hierbei angef\u00fchrt werden, dass es einzig der aktiven Mitarbeit der eingeborenen Bev\u00f6lkerung zu verdanken ist, dass \u00fcberhaupt diese Fundst\u00e4tte als solche identifiziert und einer arteologisch-wissenschaftlichen Bearbeitung zugef\u00fchrt werden konnte. Das Hauptaugenmerk der Forschungsgruppe um Dr. Arkadasch lag bis dahin eindeutig auf den geografisch bedingten Hauptverkehrswegen, welche auf Grund ihrer geologischen Gestaltung (T\u00e4ler, Flussl\u00e4ufe, Pass\u00fcberg\u00e4nge\u2026) mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine artelogische Funddichte aufweisen w\u00fcrden. Diese sich zum gr\u00f6ssten Teil auf das nordtiroler Inntal und auf das Wipptal beschr\u00e4nkende Ausrichtung der prim\u00e4ren Vorbereitungs- und Analysearbeiten vorab jeder manuellen Grabung, bedingt sich aus den strukturellen Gegebenheiten eines Sich-Entscheiden-M\u00fcssens, bildet aber gleichzeitig jene solide Ausgangsbasis, auf der in weiterer Folge neue Entdeckungen und M\u00f6glichkeiten kontextuell in Planung und Umsetzung mit einbezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es ist dieser Offenheit der arteologischen Forschungsgruppe um Dr. Arkadasch zu verdanken, dass somit umgehend auf die Hinweise aus der eingeborenen Bev\u00f6lkerung positiv reagiert werden konnte und somit dem bisherigen Erkenntnisbild der Arteologie Nordtirols ein neues und spannendes Kapitel hinzugef\u00fcgt wurde.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle sei auch dem Konsulat der Republik T\u00fcrkei bedankt und den staatlichen Stellen in Ankara, welche in k\u00fcrzester Zeit jene monet\u00e4ren Mittel zur Verf\u00fcgung stellten ohne die eine derartige zus\u00e4tzliche Erweiterung der Forschungsagenda nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_09_84-16.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-392\" alt=\"stubaital, 1985, sicherung der fundstelle, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_09_84-16-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Grabungsabl\u00e4ufe welche im Stubaital zum ersten Mal zum Einsatz kamen, wichen in wesentlichen Teilen von allen bisherigen, und wissenschaftlich-arteologischen Gepflogenheiten ab, da den besonderen situativen Rahmenbedingungen welche vor Ort herrschten sofortige und teilweise spontane Rechnung getragen werden musste.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dies ergab sich aus der schon beschriebenen Situation, dass es sich bei diesem Grabungsgebiet um eine Interessenskollision mit einem von den lokalen Beh\u00f6rden bewilligtem und mit einem weitestgehend rechtsstaatlich abgef\u00fchrten Baubescheid autorisierten Strassenbauvorhaben handelte, welches von sich aus unter vollkommen anderen Pr\u00e4missen und zeitlichen Vorgaben abzuwickeln war. Hierbei geb\u00fchrt neben dem Erstentdecker der arteologischen Funde auch den beteiligten politischen Verantwortungstr\u00e4gern vor Ort, den involvierten Baufirmen und den \u00c4mtern und Beh\u00f6rden der Tiroler Landesregierung Dank und Anerkennung f\u00fcr ihre unb\u00fcrokratische Entscheidung diesen bestimmten Bauabschnitt f\u00fcr eine komplette restliche Bausaison (klimatische Bedingungen!) ruhend zu stellen und so die arteologische Sichtung und wissenschaftliche Bearbeitung dieses Fundplatzes zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">In einem ersten Schritt galt es zum ersten die Fundstelle insgesamt abzusichern und jene fundrelevanten Schichten, in welchen auf Grund der Strassenbauarbeiten keramoide Fundvorkommen wahrscheinlich waren, vor Witterungseinfl\u00fcssen und sonstigen Sch\u00e4digungen zu sichern. Im weiteren musste dann auf die zeitlichen und r\u00e4umlichen Vorgaben R\u00fccksicht genommen werden, welche sich aus einem Kompromiss mit den ausf\u00fchrenden Baufirmen vor Ort entwickelten \u2013 der gesperrte Strassenabschnitt befand sich schliesslich auf einer wirtschaftlich bedeutenden Zubringerstrecke f\u00fcr die Gemeinde Telfes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sowohl aus arteologischer als auch arch\u00e4ologischer Sicht ist jede Entscheidung f\u00fcr eine Grabung\/f\u00fcr eine bestimmtes&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/391"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=391"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/391\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":398,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/391\/revisions\/398"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=391"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=391"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=391"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}