{"id":403,"date":"2013-04-02T16:56:59","date_gmt":"2013-04-02T14:56:59","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=403"},"modified":"2013-04-02T16:56:59","modified_gmt":"2013-04-02T14:56:59","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=403","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 9"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es ist nicht selten einer Art von Zufall zu verdanken, dass gerade in scheinbar unbedeutenden arteologischen oder auch arch\u00e4ologischen Gegenden bedeutsame Funde ans Tageslicht treten. Freilich muss hier generell festgehalten sein, dass es auch dazu einer eingehenden und gr\u00fcndlichen Vorarbeit im Sinne eines Studiums s\u00e4mtlicher zur Verf\u00fcgung stehender Quellen bedarf, um aus diesen theoretisch erzielten Kenntnissen und R\u00fcckschl\u00fcssen in der manuellen T\u00e4tigkeit innerhalb der praktischen Umsetzung der erarbeiteten Ergebnisse zu einem positiven Befund zu kommen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Seit Schliemann ist es unbestritten, dass sowohl in der verschriftlichten \u00dcberlieferung, speziell aber auch in der m\u00fcndlich tradierten Weitergabe von uraltem Wissensgut (welches wiederum h\u00e4ufig in den sp\u00e4terhin verschriftlichen M\u00e4rchen und Sagen einer verortbaren Population seinen<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>&#8211; wenn auch oftmals in vercausalierter Form \u2013 Niederschlag findet), historisch und\/oder soziologisch relevante Tatsachen in teils verschl\u00fcsselter und auch bewusst verdrehter Art und Weise als Kernaussagen vorhanden sind.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_09_84-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-405\" alt=\"stubaital, 1985, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_09_84-11-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Das Quellenstudium vorab muss daher zuerst eine m\u00f6glichst breite und oft sogar kontroversielle Katalogisierung von einschl\u00e4gigen Texten und Berichten sammeln, um aus dieser Materialf\u00fclle mit Hilfe einer synlegisierten Summation spezifische Grundstrukturen heraus zu arbeiten und einer arteologischen Bewertung zuzuf\u00fchren. Die sich daraus ergebenden M\u00f6glichkeiten sind unter analytischem Ansatz nach strengen wissenschaftlichen Kriterien nach ihrer Grabungstauglichkeit zu bewerten, um so zum einen den Einsatz von Material und personellen Ressourcen optimal zu gew\u00e4hrleisten und weiters dem generellen Ansatz der \u201eFunderhaltung vor Fundsicherung\u201c zu entsprechen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Unter diesen Pr\u00e4missen wurde selbstverst\u00e4ndlich die erste Expedition nach Nordtirol\/\u00d6sterreich (1982) geplant und umgesetzt, welche in weiterer Folge &#8211; im Zuge der arteologischen Auswertungen \u2013 zur Nachfolgeexpedition im Jahre 1984 f\u00fchrten. Die Ergebnisrelevanz einer jeden Grabung bedingt im g\u00fcnstigen Falle einer positiven Miteinbeziehung der lokalen, eingeborenen Bev\u00f6lkerung sowie der verantwortlichen, lokalen F\u00fchrungsschicht, eine w\u00fcnschenswerte Bereitschaft und Aufmerksamkeit, welche sich bed\u00fcrfnisorientiert in einer weiteren Vertiefung der eigenen arteologischen Geschichtlichkeit manifestiert.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Gerade dieses Interesse f\u00fchrt dann h\u00e4ufig zu Funden abseits der festgelegten Hauptgrabungsgebiete und einer Koexistenz von lokalen Wertigkeiten mit der geplanten arteologischen Zielsetzung. Der Nutzen einer derartigen Zusammenarbeit mit eingeborenen Kr\u00e4ften kann nicht hoch genug gesch\u00e4tzt werden. Es muss aber sichergestellt bleiben, dass<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>s\u00e4mtliche arteologisch wissenschaftlichen Notwendigkeiten dem meist dilettantischen Eifer der eingeborenen Kr\u00e4fte vor Ort umgehend Einhalt gebieten, um zu vermeiden, dass durch falsche Priorit\u00e4tensetzungen Fundmaterial unwiederbringlich zerst\u00f6rt wird oder verloren geht. Zudem besteht leider auch die Gefahr von Fundr\u00e4ubertum, welches nicht nur in vergangenen Zeiten zu problematischen Verlusten von Funden und der Vernichtung von Fundst\u00e4tten f\u00fchrte, sondern auch in der heutigen Zeit, besonders in Gegenden politischer Unsicherheiten, nach wie vor ein weitestgehend ungel\u00f6stes Problem darstellt. In den Fundgebieten von Nordtirol\/\u00d6sterreich erscheint momentan diese Problematik allerdings von untergeordneter Bedeutung. Dies fusst zum einen auf der immanenten Obrigkeitsh\u00f6rigkeit der Eingeborenen welche sich meist in einem vorauseilendem Gehorsam gegen\u00fcber legislativen und administrellen Institutionen zeigt, und zum anderen auf der Bereitschaft der, wenn auch eher kleinen, intellektuell gebildeten Schicht, die arteologisch wissenschaftliche Arbeit vorab zu unterst\u00fctzen. Inwieweit diese Unterst\u00fctzung als dauerhaft anzusehen ist, kann zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt nicht mit Sicherheit angegeben werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist nicht selten einer Art von Zufall zu verdanken, dass gerade in scheinbar unbedeutenden&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/403"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=403"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/403\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":406,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/403\/revisions\/406"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}