{"id":412,"date":"2013-04-08T16:39:36","date_gmt":"2013-04-08T14:39:36","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=412"},"modified":"2013-04-08T16:39:36","modified_gmt":"2013-04-08T14:39:36","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=412","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 11"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Unterscheidung zwischen tempoorigin\u00e4rem Bruch innert einer arteologischen Epoche (wobei hier auch den sozialen Umw\u00e4lzungen innerhalb einer bestehenden Gemeinschaft durch Katastrophen, Krieg oder auch durch bewusst gestaltete Renovierungen und\/oder Erneuerungen in der Beurteilung von Bruchsituationen urs\u00e4chlich Rechnung getragen wird) und einer durch sp\u00e4tere Interventionen (klimatische, humanmechanische, erodierende\u2026) erfolgten Zerst\u00f6rung ist von prim\u00e4rer Bedeutung. Auch wenn hiebei oftmals die Grenzen fliessend erscheinen, so ist dennoch die Zuordenbarkeit von Produktions-, Verwendungs- und\/oder Nutzungsparametern, sowie der Zeitpunkt und die eventuelle Kausalit\u00e4t der Zerst\u00f6rung in einem arteologischen Zeitkataster von grundlegender Priorit\u00e4t. Erst dadurch vermag die arteologische Kontextbefundung die gesamten Daten einer spezifischen Grabung in einen wissenschaftlichen Gesamtfundus zu implementieren und so der arteologischen Zielsetzung zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es galt daher an der Fundstelle Stubaital zu aller erst die durch die Strassensanierungsarbeiten entdeckten Funde zu sichern und zu bergen und in einem zweiten, m\u00f6glichst gleichzeitig angesetztem Schritt weitere fundrelevante Bereiche (ADHPs) an dieser Baustelle zu orten und per Parallelgrabungstechnik vorab zu sichten, um so rasch innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters (bis in die zweite H\u00e4lfte des Oktobers) ein umfassendes arteologisches Bild dieser Grabungstelle zu erhalten. In derartig knapp bemessenen zeitlichen Vorgaben muss \u2013 entgegen den \u00fcblichen arteologischen als auch arch\u00e4ologischen Abl\u00e4ufen \u2013 das Primat der Qualit\u00e4t gegen\u00fcber der Quantit\u00e4t zur\u00fcck stehen, denn nur wenn es gelingt innert k\u00fcrzester Zeit ein Maximum an Fundst\u00fccken zu Tage zu bef\u00f6rdern, kann daraus in weiterer Folge argumentativ auf eine Verl\u00e4ngerung der Grabungserlaubnis hingearbeitet werden. Wie sich heraus stellte, war eine derartige Verl\u00e4ngerung an dieser Grabungsstelle nicht notwendig.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/keramoider_fund_stubaital-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-413\" alt=\"keramoider fund, stubaital 1985, parallelsondierung, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/keramoider_fund_stubaital-3-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Entlang der Grabungsschneise, welche an der Trassierung der Strasse durch einen Bagger vorgenommen wurde, wies Dr. Arkadasch nach der Erstbeurteilung des Gel\u00e4ndes unter Ber\u00fccksichtigung der Lage der Erstfunde dem Grabungsteam umgehend einzelne Bereiche f\u00fcr die Parallelsondierungen zu. Dr. Arkadasch selbst widmete sich der ersten Fundstelle und stiess schon nach wenigen Zentimetern unterhalb der ersten keramoiden Fundst\u00fccke auf weitere interessante keramoide Scherben, welche sowohl von ihrer Struktur als auch Oberfl\u00e4chentextur her eindeutig zu den Erstfunden in direktem Bezug standen. Mit der sorgf\u00e4ltigen Bergung dieser Bruchst\u00fccke und der in Richtung Grabungsschneise weitergef\u00fchrten arteologischen Sondierung wurden zahlreiche zus\u00e4tzliche Scherbst\u00fccke gefunden und geborgen und sofort in die Zentrale nach Innsbruck verbracht um dort einer ersten arteologischen Analyse zugef\u00fchrt zu werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Nach der Nummerierung und der sorgsamen Reinigung der Oberfl\u00e4che sowie der Bruchkanten wurden die Fundst\u00fccke formspezifisch zugeordnet um so die urspr\u00fcngliche Morphologie nachzuvollziehen und in weiterer Folge den Gebrauchswert und die vermutete Nutzungsverwendung des gefundenen Gegenstands zu verifizieren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Bei diesem ersten keramoiden Scherbenfund handelt es sich um eine zweiteilige Gef\u00e4sskombination \u2013 wobei es nach wie vor nicht eindeutig belegbar ist, dass beide Teile in einem direkten Verwendungszusammenhang stehen. Die \u00dcbereinstimmung in Form und Massgebung impliziert jedoch aus sich heraus einen Zusammenhang der zumindest in \u00e4sthetischen Ans\u00e4tzen nachvollziehbar ist. Beide Teile weisen dieselbe Art von runder Gestaltung auf, wobei hier bereits durchaus der Gebrauch von einer Art T\u00f6pferscheibe naheliegt. Auch die ineinander passende Formsprache beider Teile belegt nicht zuletzt auf Grund der vorhandenen handwerklichen Pr\u00e4zession diese Vermutung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unterscheidung zwischen tempoorigin\u00e4rem Bruch innert einer arteologischen Epoche (wobei hier auch den sozialen Umw\u00e4lzungen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/412"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=412"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/412\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":414,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/412\/revisions\/414"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}