{"id":416,"date":"2013-04-14T21:37:03","date_gmt":"2013-04-14T19:37:03","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=416"},"modified":"2013-04-14T21:37:03","modified_gmt":"2013-04-14T19:37:03","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=416","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 12"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Texturale Analyse der Oberfl\u00e4che des keramoiden Funds Nummer 1, Juli 1985, Fundort. Grabungsstelle Stubaital:<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_aschenbecher_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-417\" alt=\"keramoider fund 1, stubaital, 1985, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_aschenbecher_1-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Gesamtform des Fundobjekts Nummer 1 besteht aus einer hohlschaligen Gestaltungsrundung mit einem Aussendurchmesser an seiner breitesten Stelle von<span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0 <\/span>125,5 mm. Die Aussenrundung weist dabei eine ellipsoide Halbrundung (nach aussen gebogen) auf und gibt der Form insgesamt eine absolute H\u00f6he von 66 mm. An der Oberansicht (?) wird die Gesamtoberfl\u00e4che von einer kreisrunden \u00d6ffnung mit einem Innendurchmesser von 89 mm aufgebrochen und gibt den Blick in das Innere dieser Gef\u00e4ssform frei.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">In der Innenseite birgt diese Gef\u00e4ssform einen kegelf\u00f6rmigen H\u00f6cker, der, aufragend von der Bodengestaltung des Gef\u00e4sses in seiner Basis zwar kreisrund gestaltet ist, sich nach oben hin jedoch zu einem 33 mm hohen regelm\u00e4ssigem Kegel formt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das keramoide Material aus welchem \u2013 wohl unter Zuhilfenahme einer Art von T\u00f6pferscheibe \u2013 diese Gef\u00e4ssform in einer regelm\u00e4ssigen Rundheit geformt wurde, weist eine durchschnittliche Wandst\u00e4rke von 3,5 bis 4,5 mm auf, wobei die Sichtkanten generell einer St\u00e4rke von 4 mm entsprechen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Im r\u00f6ntgenologischen Sichtverfahren wurden keinerlei Einschl\u00fcsse von weiteren Materialien festgestellt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es fehlen auch Hinweise auf den Ort der Herstellung. So wurden weder symbolhafte Signaturen noch lokalspezifische Ritzungen oder im Nasstonverfahren eingef\u00fcgte Keilzeichen bzw. Herkunftsstampiglien entdeckt. Selbst im digitalisierten Bildgebungsverfahren wurden unter der doppelten Glasurschicht keinerlei derartig spezifische Hinweise vorgefunden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/keramoider_fund_stubaital-10.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-418\" alt=\"keramoider fund stubaital, 1985, rekonstruktion, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/keramoider_fund_stubaital-10-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Materialanalyse hat eindeutig ergeben, dass es sich bei den verwendeten Tonerden um typische Materialien aus der Gegend von Ravenna handelt, wobei hier die \u00f6rtliche Zuordnung zu speziellen Lehm- oder Tongruben lediglich eine topografische Genauigkeit von 50 km \u00b2 ergab. Durch die verwendeten Glasurmaterialien (eine dreifach Glasur im Brandverfahren; wobei die erste Glasur lediglich der Oberfl\u00e4chenfestigung diente und erst die beiden darauffolgenden Glasurbr\u00e4nde der Farbgebung dienten), welche im Nassverfahren aufgetragen wurden, erfolgte eine Kontaminierung des verwendeten Tonmaterials, die zu einer chemischen Verschmelzungsreaktion bei den nachfolgenden Glasurbr\u00e4nden f\u00fchrte, welche zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt eine eindeutige Herkunftszuordenbarkeit ausschliessen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Farbgebung des letzten Glasurbrandes erfolgte mit einer Mischung aus Ocker- und Rott\u00f6nen, die durch den Brandprozess zu einem emailhaften Orangeton verschmolzen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Mit grosser Wahrscheinlichkeit erfolgte dieser Glasurauftrag nicht im Tauchverfahren, da am inneren Gef\u00e4ssrand (4 mm) das urspr\u00fcngliche Weiss des ersten Festigungsbrandes (wahrscheinlich bewusst) sichtbar erhalten wurde. Es ist anzunehmen, dass es sich dabei um ein \u00e4sthetisch gew\u00e4hltes Gestaltungselement der Kunsthandwerker handelte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Form insgesamt war wasserdicht.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Unteransicht (?) tr\u00e4gt die Negativform der Oberansicht: in einer regelm\u00e4ssig runden \u201eKraterform\u201c, welche eine Tiefe von 39 mm aufweist, spiegelt sich der h\u00f6ckerf\u00f6rmige Kegel der Oberansicht (?) wider.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Auch hier wurde der obere Rand (oder auch Stellrand) in der Gestaltung des Festigungsbrandes (weiss) wiederholt. Die nach unten sich verj\u00fcngende \u201eInnenwand\u201c weist einen Glasurfehler <span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0<\/span>des letzten Glasurauftrages auf, was wiederum wesentlich die Annahme unterst\u00fctzt, dass es sich bei dieser Ansicht tats\u00e4chlich um die Unteransicht des Gef\u00e4sses handelt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die insgesamte H\u00f6he dieses keramoiden Gef\u00e4sses (keramoider Fund 1, Team \u201eStubaital\u201c) betr\u00e4gt in rekonstruierter Form 66 mm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Texturale Analyse der Oberfl\u00e4che des keramoiden Funds Nummer 1, Juli 1985, Fundort. 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