{"id":440,"date":"2013-05-22T11:11:59","date_gmt":"2013-05-22T09:11:59","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=440"},"modified":"2013-05-22T11:11:59","modified_gmt":"2013-05-22T09:11:59","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-142","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=440","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 14\/2"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der am 17. Juli 1985 gefundene metallene Gegenstand, im weiteren aufgrund seiner klar ersichtlichen Verwendungsweise \u201eUrkarabiner\u201c genannt, besteht im wesentlichen aus zwei mechanisch miteinander verbundenen, runden bis leicht ovalen Teilen, die sich in ihrer Funktion erg\u00e4nzen bzw. anwendungstechnisch erweitern. Bei der Untersuchung im Labor ergaben sich eindeutige metallurgische Zuordnungen zu verh\u00fctteten Erzen, welche einen hohen Anteil von Eisen aufweisen, welche in dieser relativ reinen Form nicht im tirolerischen Alpengebiet vorkommen. Daraus folgt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit das Verh\u00fctten von Erzen zu dieser Zeit hier in Tirol noch nicht angewandt, bzw. als umsetzbares Verfahren vom technischen Know-how her noch nicht beherrschbar war, so dass dergestaltige Materialrohlinge lediglich im Zuge eines Warenaustausches bzw. einer k\u00e4uflichen Transaktion importiert werden konnten. Die mineralogischen Analysen verweisen auf Erzvorkommen in der Gegend von Ko\u0161ice (Tschechoslowakei) und belegen somit die Bedeutung des Brennerpasses, als auch des Inntales und des Wipptales, f\u00fcr die innereurop\u00e4ischen Wander- als auch Handelsrouten bereits in der Prae-Arteologischen-Zeitepoche, als auch in der Arteologischen-Zeitepoche (fr\u00fcheste Datierung der mineralogischen Expertise: Sp\u00e4tphase der Prae-Arteologischen-Zeitepoche; allerdings lediglich in Bezug auf die Sch\u00fcrfung und Verh\u00fcttung des Erzes in Ko\u0161ice, nicht aber auf die erfolgte mechanische Bearbeitung im Stubaital\/Nordtirol).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die genaue zeitliche arteologische Zuordnung der handwerklichen Bearbeitung bedarf noch zus\u00e4tzlicher Analysen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/carabiner_stubaital.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-441\" alt=\"urcarabiner, stubaital 1985, arteologie, dr. arkadasch\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/carabiner_stubaital-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der gesamte Urkarabiner weist eine basale L\u00e4nge von 111 mm auf (gemessen jeweils von den Aussenkanten der Rundungen) und verj\u00fcngt sich sowohl rechts als auch links in einer (geschmiedeten?) Rundung verj\u00fcngend nach innen, wobei die rechte Rundung (sh. Fundprotokollzeichnung Blatt 4, Werkzeug-Fund 1, Team \u201eStubaital\u201c) nach ihrer Einbiegung mit einem inneren Radius von 35,8 mm ihren Scheitelpunkt in einem Abstand von 68,9 mm von der Grundl\u00e4nge aus erzielt. In der Biegung weist das gerundete Metallst\u00fcck zahlreiche feinziselierte Gebrauchsspuren auf, welche sich als klar erkennbare Kratzer von der Innenseite des Materials aus nach aussen ziehend darstellen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die linke Rundung wurde wesentlich k\u00fcrzer gehalten und biegt sich in einer L\u00e4nge von 22 mm nach innen und verbindet sich in einer gedachten, schr\u00e4gen Gerade (welche mechanisch durch den mittels Splintverbindung beweglich angebrachten Teil 2 \u00fcberbr\u00fcckt wird) mit der Rundung an der rechten Seite des Werkzeugs. Dieses, weitgehend oval gestaltete Grundelement mit einem durchschnittlichen Materialdurchmesser von 11,4 mm bis 11,5 mm (kantenlos, glatt, gerundet) verj\u00fcngt sich an beiden Enden zu einem Flachst\u00fcck, welche der mechanischen Aufnahme des Anfangs- als auch Endteiles von Element zwei dienen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der innovative Teil dieser Konstruktion beruht in der Funktionalit\u00e4t von Element zwei, einem 59,5 mm langem, pr\u00e4zise gestaltetem Metallst\u00fcck, welches an beiden Enden U-f\u00f6rmig ausgenommen ist und jeweils eine Bohrung von ca. 2 mm aufweist. Die beiden verj\u00fcngten Enden von Werkzeugelement 1 passen genau in die U-f\u00f6rmigen Aussparungen und k\u00f6nnen so b\u00fcndig ineinander eingef\u00fcgt werden, wobei beide Aussparungen gen\u00fcgend Raum f\u00fcr eine gewollte Beweglichkeit von Element 2 vorweisen. Zudem wird durch den Splint an der rechten Seite von Werkzeugelement 2 (sh. Fundprotokollzeichnung Blatt 4, Werkzeug-Fund 1, Team \u201eStubaital\u201c) in einer in Element 1 vorgefertigten Einkebung am Flachst\u00fcck verhindert, dass die geplante Einrastung von Werkzeugelement 2 in Werkzeugelemt 1 ins Leere geht und so der Zweckdienlichkeit der Verwendung zuwiderl\u00e4uft.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Am linken Ende von Element zwei verbindet der in die Bohrung eingebrachte Splint beide Teile des Urkarabiners derart miteinander, dass zwar eine Bewegung nach unten und somit eine Aufnahme von anderen Hilfs- und\/oder Werkzeugen m\u00f6glich ist (z.B. Seile und Taue), jedoch durch die am anderen Ende erfolgte Arretierung eine best\u00e4ndige Fixierung erreicht wird.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Absicherung dieser Mechanik wird durch eine bewegliche, mit Gewindetechnik versehene, drehbare Metallh\u00fclse gew\u00e4hrleistet, welche eine L\u00e4nge von 13 mm aufweist und an der Oberfl\u00e4che durch Aufrauhung in ihrer ergonomischen Funktion unterst\u00fctzt wird. Mittels Drehung kann diese H\u00fclse \u00fcber den rechten, U-f\u00f6rmig ausgesparten Teil bewegt werden und sperrt so den in Werkzeugteil 1 eingerasteten Splint von Werkzeugteil 2 und verhindert dergestalt eine unbeabsichtigte \u00d6ffnung des Urkarabiners und damit ein ungewolltes Freisetzen eines eingef\u00fcgten Teils (meist Seile und\/oder Taue).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Insgesamt weist dieser Urkarabiner eine komplexe handwerkliche Funktionalit\u00e4t auf, welcher unter Ber\u00fccksichtigung der vorhandenen Kapazit\u00e4ten an Ressourcen und Wissen eindeutig die Wertigkeit der transistalen Immissionen im sozikulturellen als auch \u00f6konomischen Bereich eines gegenseitigen Austausches in arteologischer Hinsicht belegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der am 17. 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