{"id":443,"date":"2013-05-26T13:00:28","date_gmt":"2013-05-26T11:00:28","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=443"},"modified":"2013-05-26T13:00:28","modified_gmt":"2013-05-26T11:00:28","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=443","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 15"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die weiteren Ausgrabungen an der Fundstelle im Stubaital zeitigten noch einige interessante Ergebnisse, welche belegen, dass es sich bei dieser Fundstelle mit grosser Sicherheit um eine \u00fcber Jahrzehnte in Gebrauch stehende Lager- bzw. Rastst\u00e4tte f\u00fcr Handelskarawanen und sonstige Reisende gehandelt haben muss. Zwar erscheint in einer ersten verkehrstechnischen Analyse dieser Ort ein wenig abgelegen von der Hauptdurchzugsstrecke des Wipptals, es muss dabei aber ber\u00fccksichtigt bleiben, dass gerade um den heutigen Ort Sch\u00f6nberg (Wipptal) die F\u00fchrung von Strassen und Wegen bis zur verkehrstechnischen L\u00f6sung durch den Bau einer das Tal in grosser H\u00f6he \u00fcberspannenden Br\u00fccke (\u201eEuropabr\u00fccke\u201c der \u201eBrennerautobahn\u201c) von einer starken Steigung in felsigem Gel\u00e4nde gekennzeichnet war, die zudem eine schluchtartige Oberfl\u00e4chenstruktur vorweist, welche durch den wasserbedingten Taleinschnitt des Fl\u00fcsschens Sill \u00fcber die Jahrtausende hinweg geformt wurde. Diesen markanten und gef\u00e4hrlichen Wegbereich bew\u00e4ltigt zu haben, bzw. von S\u00fcden kommend (nach der kr\u00e4ftezehrenden \u00dcberwindung des Brennerpasses) verlangte von s\u00e4mtlichen Reisenden eine Rast- und Ruhepause, umso mehr, als eine derartige Strapaze den Last- und ev. auch Reittieren, ehe an eine sinnvolle Fortsetzung der Reise gedacht werden konnte, nicht weiter zumutbar oder gar sinnvoll war. Generell gilt es bei arteologischen wie auch arch\u00e4ologischen Forschungen vor Ort, best\u00e4ndig auch das Gesamtumfeld in Hinblick auf oekonomische als auch strategische Gesichtspunkte im Auge zu behalten, um solcherart speziell jene Zusammenh\u00e4nge zu erkennen und in der prim\u00e4ren Grabungsarbeit umzusetzen, welche ihre Wirkstetigkeit sowohl in einem heterogenen Gesellschaftsgef\u00fcge als auch in einem homogenen und tradierten Besiedelungsbereich erfassbar und beforschbar machen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Innert dieser Vorgaben wird sehr schnell offensichtlich mit welcher Voraussicht und Klugheit eben diese \u00d6rtlichkeit im Stubaital f\u00fcr die Errichtung einer Rastst\u00e4tte und\/oder Karawanserei gew\u00e4hlt wurde: in fussl\u00e4ufiger, nahezu ebenerdig erreichbarer N\u00e4he zum Hauptverkehrsweg, an einer leicht erh\u00f6hten Stelle oberhalb eines sich hierorts in die Breite m\u00e4andernden Gew\u00e4ssers gelegen, mit Weideland f\u00fcr Zug- und Lasttiere, sowie relativ gesch\u00fctzt von den oftmals st\u00fcrmisch auftretenden S\u00fcdwinden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi-kultwerkzeug_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-444\" alt=\"stubaital, 1985, kultwerkzeug, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi-kultwerkzeug_2-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Neben den keramoiden Funden und der Auffindung des \u201eUrkarabiners\u201c wurden auch hierorts wiederum Kultgegenst\u00e4nde vorgefunden, die in ihrer gestalterischen \u00c4hnlichkeit einen direkten Bezug zu den Funden im Inntal und im Wipptal belegen. Allerdings weist ein Fundst\u00fcck dabei eine einseitige \u00c4nderung in seiner Formgebung auf, welche weder materialbedingt noch unbeabsichtigt erscheint. Es l\u00e4sst sich leider auf Grund der vorangegangenen Strassentrassierungen in den letzten 40 Jahren nicht mehr das komplette origin\u00e4re Umfeld dieser Fundst\u00fccke nachvollziehen, jedoch geben vereinzelte steinere Strukturen in seiner direkten Umgebung Hinweise, dass hier in penatenhafter Form entweder eine \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Kultnische bestanden haben muss, oder aber wir es mit einer Gebetsstelle f\u00fcr Reisende zu tun haben, die (wobei hier lediglich Vermutungen m\u00f6glich sind) priesterlich betreut s\u00e4mtlichen Reisenden (und wohl auch der ans\u00e4ssigen, nomadischen bis halbnomadischen Bev\u00f6lkerung f\u00fcr pers\u00f6nliche Problemstellungen) f\u00fcr <a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi-kultwerkzeug_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-445\" alt=\"stubaital 1985, kultwerkzeuge, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi-kultwerkzeug_1-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Bitten um g\u00f6ttlichen Beistand zugunsten eines positiven Reiseverlaufs zur Verf\u00fcgung standen. Trotz mehrfacher Urgenzen bei den administrativen Stellen der Tiroler Landesregierung war es nicht m\u00f6glich eine Verl\u00e4ngerung der Grabungslizenz zu erhalten. Die infrastrukturelle L\u00f6sung der strassentechnischen Erreichbarkeit der Gemeinde Telfes noch vor Einbruch der n\u00e4chsten Winterperiode verunm\u00f6glichte weitreichendere Grabungen an dieser Fundstelle \u2013 wobei generell das gute Klima der Zusammenarbeit mit allen verantwortlichen auf politischer Ebene betont werden muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die weiteren Ausgrabungen an der Fundstelle im Stubaital zeitigten noch einige interessante Ergebnisse, welche belegen,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/443"}],"collection":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=443"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/443\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":446,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/443\/revisions\/446"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=443"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=443"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=443"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}