{"id":447,"date":"2013-05-29T11:14:08","date_gmt":"2013-05-29T09:14:08","guid":{"rendered":"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=447"},"modified":"2013-05-29T11:14:08","modified_gmt":"2013-05-29T09:14:08","slug":"stubaital-juli-oktober-1985-ausgrabungsprotokoll-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/?p=447","title":{"rendered":"Stubaital, Juli \u2013 Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 16"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die am 5. August 1985 in direkter N\u00e4he der basalen Strassenbefestigung entdeckten metallenen Objekte sind eindeutig den gleichgearteten Cult-objekten aus den beiden bisherigen Grabungen im Inntal und im Wipptal sowohl zeitlich als auch verwendungstechnisch zuordenbar. Die Verbreitung dieser Gegenst\u00e4nde \u00fcber ein unmittelbar h\u00e4usliches oder kleind\u00f6rfliches Umfeld hinaus belegt eine allgemeine Wertigkeit dieser Artefakte, die schon auf Grund ihrer Gestaltung keinerlei Eignung f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse einer t\u00e4glichen Lebensf\u00fchrung aufweisen (vgl. hiezu den Werkzeugfund \u201eUrkarabiner\u201c mit seinen vielgestaltigen Verwendungsm\u00f6glichkeiten der Arbeitserleichterung bis hin zu Sicherungen von Tieren und Personen im alpinen Lebensraum; Ausgrabungsprotokoll 14 und 14\/2, Stubaital). Zwar wurde weder an der Fundstelle \u201eWipptal\u201c noch hier an der Fundstelle \u201eStubaital\u201c das artefaktionelle Gegenst\u00fcck \u201eCult-object 2 \u2013 Objekt 4\u201c (sh. Inntal, Ausgrabungsprotokoll 11, Fund vom 12. August 1982) vorgefunden, jedoch erscheint die gemeinsame Kategorisierung dennoch zwingend, wie die an den gleichen Stellen der Cult-objekte auftretenden Gebrauchsspuren zwingend nahelegen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Insgesamt wurden an dieser Fundstelle drei gleichartige Artefakte vorgefunden, von denen zwei gestalterische Identi\u00e4t mit den sowohl an der Grabungsstelle \u201eInntal\u201c, als auch an der Grabungsstelle \u201eWipptal\u201c freigelegten Objekten vorweisen. Das dritte Objekt jedoch zeigt eine bewusst mechanisch ver\u00e4nderte Formencharakteristik, die eine gewollte Weiterf\u00fchrung der innewohnenden kultischen Symbolik impliziert.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_cultobjekt_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-448\" alt=\"stubaital, 1985, cult-object, vorne, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_cultobjekt_1-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Dieses dritte Objekt besteht (wie der \u00fcberwiegende Teil der bisher gefundenen diesbez\u00fcglichen Artefakte) zur G\u00e4nze aus Metall und wurde aus einem einzigen, flachen Metallst\u00fcck heraus gearbeitet. Die insgesamte L\u00e4nge betr\u00e4gt 84,5 mm, wobei der als Griffst\u00fcck (?) gedachte Teil eine L\u00e4nge von ca. 50 mm aufweist. Die Breite an der abgerundeten Endung des Griffteils betr\u00e4gt 14 mm und wird am Ende mittig durch eine kreisrunde, im Durchmesser 5mm betragende Aussparung (Haltevorrichtung zur h\u00e4ngenden Lagerung [?]) perforiert. Die Gesamth\u00f6he dieses flach ausgef\u00fchrten Gegenstands misst durchwegs 5 mm und kann generell als ungebogen bezeichnet werden. S\u00e4mtliche Kanten wurden entspant und abgegr\u00e4tet. Zudem wurde dieses Griffst\u00fcck gleichfalls mit schriftzeichenartigen Symbolen verziert (vgl. dazu Wipptal, August \u2013 September 1984, Ausgrabungsprotokoll 27\/2), weisen jedoch in ihrer Formensprache auf eine gewollte artfizielle Gestaltung hin. Die Verzierung erfolgte mittels Ritzung und nachfolgender Vertiefung durch die Verwendung eines S\u00e4urebades (Laboranalyse vom 16. August 1985, Artelogische Zentralstelle Innsbruck) mit Essigs\u00e4ure. Insgesamt handelt es sich um eine 27,9 mm lange Zeichenreihe, bestehend aus 9 Symbolen, wobei sich Symbol Nummer drei von links an der sechsten Stelle wiederholt und die beiden Schlusssymbole gleichfalls identischer Gestaltung sind. Die \u201eLeserichtung\u201c von links nach rechts erscheint auf Grund der kapit\u00e4lchenhaften Form des \u00e4usserst linken Symbols als schl\u00fcssig, wobei symbol zwei als auch vier in ihrer H\u00f6he das gleiche Mass (6,5 mm) wie Symbol eins aufweisen. Die schriftartigen Symbole zeigen eine kantig wirkende, balkenartige <a href=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_-cultobjekt_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-449\" alt=\"stubaital, 1985, cult-object, r\u00fcckansicht, dr. arkadasch, arteologie\" src=\"http:\/\/arteologie.xn--gni-noggler-thb.com\/wp-content\/uploads\/stubi_-cultobjekt_2-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Formensprache, welche nur andeutungsweise bei Symbol Nummer zwei durch eine nach rechts biegende Rundung unterbrochen wird. Der Griffteil erf\u00e4hrt vor dem Beginn der schriftartigen Zeichen seine kontinuierlich vom rechten Rand her gef\u00fchrte Verj\u00fcngung auf 12 mm und spreizt sich dann zweigeteilt schr\u00e4g nach aussen und bildet zwei zueinander gewinkelte Griffarme, die im Gegensatz zu den bisherigen, gleichartigen Artefakten nicht mehr eine geschlossene, dreieckf\u00f6rmige Aussparung umfassen. Gleichwohl wird auch hier der Bereich in den sich zu den schriftartigen Symbolen hin schliessenden Dreiecksschenkeln das Innere von einem flachen, dreifach gewellten Innenteil gebildet, wobei auch hier der mittlere Wellenteil der l\u00e4ngste ist. Der Abstand vom \u201etiefsten\u201c Teil des mittleren Wellenteils zum linken, nach ca. 30 mm fast rechtwinkelig zur L\u00e4ngsachse des gesamten Objekts nach innen gebogene Dreiecksschenkel betr\u00e4gt 12, 8 mm. Der rechte Dreiecksschenkel spreizt sich, vergleichbar mit einer sich \u00f6ffnenden Hand, um weitere 6 mm nach vorn, sodass sich unter Ber\u00fccksichtigung dieser zus\u00e4tzlichen Spreizung nunmehr eine Gesamtl\u00e4nge von 90,5 mm f\u00fcr das Gesamtobjekt ergibt. Die innere Dehnung der beiden Schenkel betr\u00e4gt (gemessen an den Biegewinkeln) 27 mm und die komplette Seitendehnung 41,5 mm. Zudem weist der rechte, sich streckende Dreiecksschenkel an seinem vorderen Ende zahlreiche Gebrauchspuren auf, welche die h\u00e4ufige und regelm\u00e4ssige Verwendung dieses Cult-objectes belegen. Die Formgebung erfolgte durch eine durchgehende, \u00fcber 5 mm nach unten verlaufende Kantenbrechung, sodass wir auf der R\u00fcckseite des Objekts die scheinbare Negativform dieses Artefakts erfassen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die am 5. 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